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Fazit zum fernsehfreien Monat

Titelbild zu Fernsehfrei.

Mein fernsehfreier Monat war toll! Ich habe einige interessante Erkenntnisse gewonnen und ich wünsche mir, dass ich diese nicht zu schnell wieder vergessen werde!

Veränderung des Zeitempfinden

Ich würde nicht behaupten, ich hätte durch die fernsehfreie Zeit mehr Zeit gehabt. Mein Zeitempfinden hat sich verändert. Die fernsehfreie Zeit hat gleichzeitig dazu geführt, dass ich weniger bzw. gar keine Nachrichten gelesen habe. Außerdem habe ich auch einige Twitter- und Instagram-Accounts entfolgt. Da ich auch in diesem Bereich ein zu viel festgestellt habe und ich insbesondere bei Instagram verschiedene Accounts nicht (mehr) voneinander unterscheiden konnte, da die Bilder alle ähnlich bzw. eigentlich gleich aussahen. Es war quasi ein großes visuelles Rauschen – liebe entfolgte Personen! Nehmt es nicht persönlich!
Das Vergehen der Zeit hat durch das Weglassen von Sensationen, oft banalen Neuigkeiten und dem Sendungen-nebenbei-laufen-lassen an Tiefe gewonnen. Als ob die Zeit eine Dimension dazugewonnen hätte und wertvoller geworden wäre.
Die Frage, wie ich meine Zeit verbringen möchte, hat auf diesem Hintergrund nochmal an Präsenz gewonnen.

Die Welt fühlt sich kleiner an

Zu Beginn meiner Nachrichtenabstinenz fühlte sich die Welt kleiner an, vielleicht auch begrenzter. War ich nicht informiert? Hintergründe, Analysen zu bestimmten Themen habe ich „verpasst. Über andere Neuigkeiten wurde ich dennoch informiert. Eine Nachricht wurde sogar mehrmals an mich herangetragen, obwohl diese Neuigkeit für mich und die Weltöffentlichkeit meiner Einschätzung nach gar nicht so wichtig war und primär die betroffende Familie etwas angeht.
Der Gedanke, ich könnte etwas wichtiges aus der Buchwelt verpassen, besorgte mich etwas. Rückblickend kann ich sagen, ich habe in diesem Monat nichts wichtiges verpasst und Informationen, die ich für meinen Beruf brauche, sind auf anderem Wege zu mir kommen.
Keine BookTube-Videos zu schauen hat zudem dazu geführt, dass meine Buchwunschliste kaum länger geworden ist.

Mein Fazit

Wie ich bereits in meinem Zwischenfazit geschrieben habe, eignet sich das Fernsehen perfekt um sich von allen möglichen Dingen abzulenken. Als ich wieder in diese Lage geriet und mich gerne von einem Gedankenaufruhr abgelenkt hätte, habe ich Musik gehört, eine Kerze angezündet, Tee getrunken und auf meinen Atem geachtet. Nach einigen Minuten hat sich mein Gedankenwirrwarr gelichtet. Ich würde diese Erfahrung als klar und tief beschreiben, zudem hat sie mich in meinem Experiment bestätigt.

DVDs bzw. Filme werde ich mir auch in Zukunft immer mal wieder anschauen. Mein Plan ist es weniger kopflos (oder gar nicht kopflos) fernzuschauen. Ich möchte die Inhalte gerne gezielt(er) auswählen und dann anschauen. Also anschauen, hinschauen und nicht tausend andere Dinge nebenbei machen. Mal schauen, ob das funktionieren wird. Die Mediatheken und auch YouTube sind nur einen Klick weit entfernt. Im Vergleich dazu, war es damals sehr viel einfacher das Fernsehgerät einfach abzuschaffen. Gewohnheiten zu ändern fällt oft schwerer!

Wie gehe ich inzwischen mit der Informationsflut um?

Titelbild Schleusen gegen die Informationsflut

Im vergangenen November habe ich festgestellt, dass die Flut an Informationen, die auf mich einströmt, ein Problem geworden ist. Ich litt immer wieder am einem „Information Overload“ oder einer Informationsüberflutung. Ein Dauerzustand sollte das nicht werden. Ich stellte mir daher die Frage, wie ich angemessen mit der Vielzahl von Informationen und Reizen umgehen kann, der ich ausgesetzt bin bzw. derer ich mich aussetze.

An der Informationsmenge selbst kann ich nichts ändern. Trotzdem möchte ich versuchen, die Menge der Informationen, die auf mich einprasselt, zu begrenzen. Damit die Informationen eben nicht auf mich einprasseln, sondern in verdaubaren Häppchen daherkommen. Ich entcheide selbst wann ich die Schleusen zum Informationsmeer öffne und wie lange ich sie offen halte.

Wie sehen diese Schleusen aus? Welche Maßnahmen habe ich ergriffen?
  • Ich habe mein Facebook-Konto gelöscht.
    Seit einer Weile schon habe ich mir nur noch Sonntags in mein Facebook-Konto eingeloggt und jedes Mal festgestellt, dass ich nichts verpasst habe. Zudem habe ich inzwischen andere Wege gefunden, um mit mir wichtigen Menschen in Kontakt zu bleiben. Ich schreibe gerne Briefe oder ersatzweise auch (lange) E-Mails. Auch am Telefon kann ich mich gut mit anderen Menschen austauschen. Zudem kommuniziere ich dann direkt mir dieser Person und es besteht nicht die Gefahr, dass eine Statusmeldung von einem Algorithmus verschluckt wird und gar nicht bei mir ankommt.
  • Ich schaue zwei bestimmte TV-Serien nicht mehr.
    Jahrelang habe ich begeistert jede Woche die Folgen zwei amerikanischer Krimiserien geschaut. Inzwischen ist mir die Begeisterung abhanden gekommen, aus Gewohnheit aber habe ich trotzdem weiter geschaut. Es tauchten ja auch immer wieder neue Bösewichte auf, die es aufzuspüren galt. Bei Frau Momo habe ich gelernt, dass es dafür sogar den Bergriff „Purge-Watching“ gibt.
    Damit ich nicht bei irgendwelchen Sendungen aus den Mediatheken hängen bleibe, die mich eigentlich nicht interessieren, frage ich mich, ob mich das Thema wirklich interessiert und wenn ja, frage ich mich das auch noch mal nach ca. 10 Minuten. Inzwischen schaue ich deutlich weniger Sendungen. Einen Fernseher besitze ich gar nicht.
  • An Arbeitstagen…
    …nutze ich das Internet nach 20:30 möglichst nicht mehr. An manchen Tagen schalte ich den PC gar nicht an, es sei denn es ist notwendig, da sich nicht alles mit dem Smartphone erledigen lässt. Meistens schaue ich mir nur Bilder bei Instagram an, poste vielleicht selbst ein Bild und scrolle ein bisschen durch meine Twitter-TL. [Auch das könnte ich lassen, aber ich mache es wirklich gern.] Blogs und andere Artikel lese ich lieber am Wochenende, wenn ich mehr Zeit habe.
  • Prioritäten setzen
    Ja, das sagen viele Ratgeber an vielen Stellen. Alles zu gleichen Zeit geht eben nicht. Wenn ich mein Buch weiter lesen möchte, kann ich nicht gleichzeitig E-Mails beantworten und noch einen interessanten Podcast hören. Also muss ich mich entscheiden: Buch, E-Mail oder Podcast. Was ist jetzt und langfristig wichtiger? Was brauche ich jetzt eher? Was ist mir lieber?
  • 6 Minuten Ruhe
    Morgens bevor ich aus dem Haus gehe, setze ich mich für 6 Minuten hin und meditiere, fokussiere mich auf etwas und werde vor dem Alltagstrubel nochmal ruhig. 6 Minuten sind nicht sehr lang – meistens gelingt mir das auch. Diese Zeit hilft mir dabei mich zu sammeln und im Laufe des Tages Unwichtiges von Wichtigem zu unterscheiden.
  • Art der Informationsaufnahme
    Informationen im Sinne von Wissen eigne ich mir am Liebsten lesend an. Auch das Podcast hören gefällt mir, da ich beim Hören auch gut wenig kopfige Dinge nebenbei machen kann. Wenig Kopfig sind beispielsweise bügeln, kochen oder aufräumen.

Wie ich das Weltgeschehen im Allgemeinen und im Kleinen verfolgen möchte, weiß ich noch nicht. Ich habe den Eindruck, es gibt stündlich neue Nachrichten, die oft gar keinen Inhalt haben. Vielleicht werfe ich dann doch lieber hin und wieder einen Blick in eine Wochenzeitung aus Papier – die aktualisiert sich dann auch nicht stündlich oder gar minütlich.

Eine Baustelle ist es weiterhin. Ich werde weiter experimentieren und ausprobieren, um zu erfahren, was für mich gut funktioniert. Auch in diesem Bereich ist der Spruch „weniger ist mehr“ wieder stimmig. Alles geht eben nicht.

Informationsüberflutung…

informationsueberflutungDas Thema des „information overload“ oder aber die Informations- und Reizüberflutung ist eines meiner Dauerthemen. Vielleicht ist es auch eine Dauerbaustelle für mich. Schon seit einer Weile versuche ich Methoden zu finden, die mir helfen, gut mit den auf mich einströmenden Informationen und Reizen umzugehen.
Der Punkt an dem es mir zuviel wird variiert und ist nicht an jedem Tag gleich. Jede Person wird da wohl ihre eigenen Reizschwellen haben und was für die einen zu viel ist, ist für andere möglicherweise erst der Anfang. Ich will damit sagen, dass es keine allgemeingültige Lösung für alle gibt.

Was ist eigentlich „Informationen“? Und was sind diese „Reize“?

Reize sind für mich zum einen all die Eindrücke und Wahrnehmungen, die ich im Verlauf eines Tages sammele. Dazu gehören beispielsweise Gespräche mit meinen Kolleginnen und anderen Personen. Aber es sind auch Geräusche wie das Rauschen der Autos auf der Straße oder das Klappern von Geschirr. Es gibt auch das Geräusch, das beim Umblättern einer Buchseite entstehet oder das Rauschen des Windes im Laub.
Zu den Informationen zähle ich auch all die Dinge, die ich mir merken sollte. Sei es aus beruflichen Gründen oder um zu vermeiden, zum Frühstück keine Haferflocken mehr zu haben.
Dann gibt es da aber auch noch zahlreichen Informationsquellen, die ich nutze. Dazu gehört eben auch das Internet: Nachrichten, Dokumentationen, Sendungen, YouTube-Videos, Podcasts, Blogposts, E-Mails, Newsletter, u.s.w. – das Netz hat ja einiges an Informationen und Reizen zu bieten.

Wie fühlt sich so ein „information overload“ bzw. eine Reizüberflutung an?

Mir rauscht ein Gedanke oder ein Bild nach dem anderen durch meinen Kopf. Zudem fällt es mir schwer mich auf einen Gedanken zu konzentrieren und ich vergesse auch so manch wichtiges Detail wieder. Es fühlt sich an als wäre es ganz laut in meinem Kopf. Vergleichbar ist das mit einem Raum in dem sich zu viele Menschen unterhalten – ich höre mich selbst nicht mehr vor lauter Gedanken und Bildern in meinem Kopf.
Ab einem gewissen Punkt bin ich nicht mehr an neuen Informationen interessiert. Ich werde ganz träge und gehe lieber mit geschlossenen Augen durch die Welt.

Was hilft im Moment dieser Überflutung?

Zeitweilig habe ich versucht diesen Strom an Gedanken und Informationen durch noch mehr Informationen zu bewältigen. Ich habe viele Sendungen in den Mediatheken geschaut, um mich von dem, was bereits in meinem Kopf war, abzulenken. Langfristig gesehen ist das keine hilfreiche Methode – ich sammele so ja nur noch mehr Infos und Reize an.
Hilfreich ist für mich eine reizarme Umgebung und Ruhe. Ich höre keine Musik mehr, ich schaue mir keine Sendungen an und scrolle mich auch nicht durch meine Twitter-TL. Ich lasse alles durch meinen Kopf rauschen, bis mein Gedankenfluss wieder ruhiger geworden ist. Bester Ort hier für ist mein Sofa. Ich schließe die Augen oder schaue aus dem Wohnzimmerfenster.

Nach einer Weile geht es dann wieder besser und ich kann die Informationen wieder verarbeiten, in meinen Alltag integrieren oder darauf reagieren.

Und in Zukunft?

Zukünftig würde ich diese totale Reizüberflutung gerne vermeiden. Informationen wird es immer geben und es ist heutzutage leichter denn je an irgendwelche Informationen zu kommen. Im Grunde könnte ich mich auch 24/7 berieseln zu lassen.
Genau das ist nicht mein Ziel. Ich möchte besser mit dieser Flut umgehen können. Vielleicht brauche ich hier Barrieren oder sollte mein Internetnutzungsverhalten ändern. Den Rest des Jahres werde ich damit verbringen genau das herauszufinden.