Schlagwort: Reisen

München im Dezember

Titelbild München im Dezember

„Bist du aufgeregt?“, fragen sie mich und ich antworte: „Nein, eigentlich nicht.“. Ich wundere mich etwas, da es sich anfühlt als würde ich nach Hause fahren, obwohl ich nur sehr wenige Erinnerungen an den Ort habe, an den ich fahre. Ich habe kein ganzes Jahr dort verbracht und war noch sehr klein. An einen anderen Ort in der Nähe erinnere ich mich weit stärker. Da kommen Bilder von Kühen, Wiesen, warmen Sommertagen, von Gänsen auf der Terrasse und viel Schnee im Winter in meinen Kopf. Da sind noch mehr Erinnerungen, noch mehr Landidylle, doch diesen Ort werde ich ein anderes Mal besuchen.  Jetzt mache ich auf den Weg nach München.

Bisher hat mich mein Weg manches Mal durch Bayern hindurch geführt, doch nie nach München. Ich war immer neugierig, doch es hat sich nicht ergeben. Nachdem meine Familie in einen ganz anderen Teil Deutschlands gezogen ist, waren wir nie wieder gemeinsam dort. Es gab keine Familienurlaube und auch keine Besuche bei  Verwandten (da auch die woanders wohnten). Meine Eltern erzählten oft von ihrem Leben in München: vom Schnee, von Motorrädern und von Wanderausflügen ins Umland. Sie erzählten auch von Nachtschichten, vom Oktoberfest und von damals schon zu hohen Mietpreisen.  Zusammen mit meinen Erinnerungen entwickelte sich in meinem Kopf ein Sehnsuchtsort, der nicht mehr erreichbar war. Es war ein Ort, der sehr viel weiter weg war, als sieben Stunden Zugfahrt je hätten überbrücken können.  Gespeist durch ein Was-wäre-wenn-Spiel entstand eine zweite, alternative Biografie. Eine Variante, in der mir einfach alles gelang.
Vielleicht habe ich mir diese alternative Vorstellung auch so lange erhalten, um einen Sündenbock zu haben:  „Tja, wären wir dort geblieben, hätte das Leben anders ausgesehen!“.

Weihnachtsbeleuchtung Münchner Christkindlmarkt

Tag der Anreise

Mit zwei Stunden Verspätung komme ich in München an, es ist schon dunkel. Wäre ich pünktlich gewesen, hätte ich einen ersten Eindruck von der Stadt im Tageslicht gewonnen. Ich folge dem Strom der Menschen, finde die U-Bahn und fahre zum Hotel. Dort hält es mich nicht lange, ich will noch etwas von der Stadt sehen. Ich bin neugierig und fahre in die Innenstadt. Ich gehe durch die Fußgängerzone und laufe ganz plötzlich direkt in eine meiner ersten Kindheitserinnerungen. Im Grunde besteht sie aus Dunkelheit und Weihnachtsbeleuchtung. Ich weiß nicht, wie das geht und doch weiß ich, hier war ich schon mal, das hier, in dieser Form habe ich schon mal gesehen. Ich staune und irgendetwas in mir wird ganz. Ich bin froh, dankbar und strahle wie ein Honigkuchenpferd.

Weihnachtsmarktszene

Tag 1

Es ist grau, kalt und windig. Ich trage diverse Lagen an Kleidung und nehme an einer Stadtführung teil. Ich lerne viel über die Geschichte Münchens, die Architektur im Zentrum und auch einiges über die heutigen Mietpreise in der Stadt. Durch die zahlreichen Abkürzungen durch Passagen und verwinkelte Gassen verliere ich kurz meine Orientierung. Gelohnt hat es sich trotzdem.
Später wärme ich mich beim Mittagessen auf und besuche ein Museum, draußen ist es mir heute zu ungemütlich.

München Theresienwiese

Tag 2

Der Himmel ist blau, die Sonne strahlt und der Wind ist still. Ein guter Tag zum draußen sein! Heute schaue ich mir an, wo meine Eltern damals gewohnt haben. Ich bin aufgeregt und als ich ankomme überrascht mich die städtische Umgebung. Die Theresienwiese ist nur wenige Minuten Fußmarsch entfernt. Trotz der vielen Geschichten, die meine Eltern regelmäßig erzählt haben, hätte ich nicht erwartet, dass sie so urban gewohnt hätten.
Ich verbringe den Tag an der frischen Luft, laufe durch die Straßen und an der Isar entlang. Kurz vor Sonnenuntergang besuche ich noch den Englischen Garten und genieße die letzten Sonnenstrahlen. Ich beende den Tag in einem Café in einem ganz anderen Stadtteil. Es ist die Shotgun Sister Coffeebar. Mir gefällt es dort, es ist sehr gemütlich. Und ich nehme mir vor auch zuhause wieder eine Lichterkette aufzuhängen.
Müde und ein bisschen verliebt in diese Stadt falle ich ins Bett.

Schokokuchen

Tag 3

Am Morgen wache ich erschlagen auf, ich fühle mich müde und bin noch damit beschäftigt die Eindrücke des gestrigen Tages zu verarbeiten. Ich gönne mir eine zweite Tasse Tee beim Frühstück, doch auch diese zweite Tasse hilft nur mäßig. Ich halte dennoch an meinem Programm fest.
Heute besuche ich das Deutsche Museum, auf dem Weg dorthin friere ich und steige in die falsche Tram. Das Deutsche Museum ist groß, eigentlich zu groß für einen Tag, an dem ich mich eh schon erschlagen fühle. Ich verbringe die meiste Zeit in der Ausstellung über die Energiewende. Das Thema interessiert mich, ich weiß schon einiges über die Thematik – ich besuche quasi bekanntes Terrain.
Gleichzeitig ziehe ich heute schlecht gelaunte Menschen an und werde das ein oder andere Mal von Verkäufer_innen angemault. Später verstecke ich mich hinter einem ziemlich großen Chai Latte und fahre anschließend zurück ins Hotel. Ich bin geschafft und es reicht mir.

Aussicht aus dem Deutschen Museum

Tag 4 & Rückfahrt

Ich fühle mich geschlaucht und freue mich auf zuhause. Es waren interessante, eindrucksreiche Tage und ich hätte mir definitiv mehr Zeit zum Verarbeiten gönnen sollen.
Der Sehnsuchtsort „alte Heimat“ hat sich inzwischen in meinem Kopf aufgelöst. Die Geschichten meiner Eltern haben einen Kontext, einen Farbanstrich, erhalten. Ich verstehe auch besser, weshalb meine Eltern nicht dortgeblieben sind. Sie hatte den Traum vom eigenen Haus. Seit dem ich selbst arbeite, eine Vorstellung von Geldsummen habe und diese mit dem eigenen Gehalt in Relation setzen kann, kann ich diese Entscheidung viel besser nachvollziehen. Als Jugendliche hätte ich viel lieber in der Stadt als in einem kleinen Ort gewohnt und habe das was-wäre-wenn-Spiel nur allzu gerne gespielt. Doch nun? Ich spiele es nicht mehr. Seit dem ich meine Gedankenidylle physisch besucht habe, hat es seinen Reiz verloren. Es ist in Ordnung für mich.
Vielleicht führt mich mein Weg nochmal nach München. Irgendwann jedenfalls möchte ich auch das Dorf mit den Kühen und den Wiesen einmal besuchen und das Alpenpanorama sehen. Jetzt bin ich froh dort gewesen zu sein, ein Stück Identität mit Leben und Farbe gefüllt zu haben. Kein was wäre-wenn-Spiel mehr. Die Gegenwart reicht aus. Ich bin froh!

Orte, die ich besucht habe
  • Lenbachhaus – hier gibt es die größte Ausstellung zum blauen Reiter. Ich habe die Bilder der Künstler_innengruppe des blauen Reiters zum ersten Mal im Kunstunterricht in der 12. Klasse gesehen und bin seitdem quasi Fan.
  • Deutsches Museum –  Sonderausstellung energie.wenden (bis 19. August 2018)
  • Innenstadt, Fußgängerzone, Marienplatz
  • Englischer Garten
  • Ruhmeshalle mit Bavaria / Theresienwiese
  • Isar
  • die beste Pizza habe ich im Restaurant Fugazi No 15 gegessen
  • den leckersten Kuchen in gemütlicher Atmossphäre aß ich in der Shotgun Sisters Coffeebar

[Gelesen] Loslassen von Katharina Finke

Titelbild Gelesen Loslassen von Katharina Finke

Hand aufs Herz! Wer träumt nicht gelegentlich davon sich gänzlich von seinen Besitztümern zu trennen, den eigenen Besitz auf einen Koffer zu beschränken und die Welt zu entdecken? Zugegeben, ich träume immer mal wieder davon und gleichzeitig ist mir klar, dass meine Vorstellung von diesem Leben eine sehr romantische ist. Von der Nähe zur Realität ganz zu schweigen! Als ich mal wieder träumend in einer Buchhandlung stöberte, entdeckte ich das Buch „Loslassen: Wie ich die Welt entdeckte und verzichten lernte“ von Katharina Finke und kaufte es.

Inhalt

Katharina Finke ist schon eine Weile in der Welt unterwegs, sie lebt aus ihrem Koffer und doch ist da noch die Wohnung, in der sie lange mit ihrem Freund zusammen gewohnt hat. Als das Paar sich  trennt sich und entschließen sie sich dazu, die Wohnung aufzulösen. Katharina verkauft und verschenkt fast ihren ganzen Besitz. Lediglich einen Karton mit Erinnerungsstücken schickt sie zu ihren Eltern. Sie ist unabhängig und macht sich mit einem Koffer, der all ihren Besitz umfasst, auf den Weg, die Welt zu entdecken.

„Zu wissen, dass ich jeden Moment meine Siebensachen packen und weiterziehen konnte, hatte mir ein Gefühl von Freiheit gegeben,  bei dem mir nichts fehlte.“ (S.  14)

Das Buch setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Der erste Teil beschäftigt sich mit ihrem Leben, der zu diesem Schritt führte. Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem, was nach diesem Schritt folgte. Die Autorin lebt nicht von Luft und Liebe, sondern muss auch unterwegs Geld verdienen. Sie arbeitet als freie Journalistin und verkauft ihre Geschichten / Reportagen an große deutsche Verlage und TV-Sender. Acht-Stunden-Tage sind da eine Seltenheit. Sie pendelt zwischen dem Wunsch nach Freiheit und der Sorge, keinen nächsten Auftrag zu erhalten. Gleichzeitig schildert sie langsamere Zeiten, in denen es sehr viel entspannter zuging.

„Loslassen“ zeigt beide Seiten des ortunabhängigen Lebensstils: die guten und die schlechten Tage. Bei all dem Reisen und Unterwegssein wird zudem deutlich, dass Katharina Finke nicht nur die Welt entdecken möchte, sondern auch auf der Suche nach sich selbst und ihrer eigenen Identität ist.

„Mir war zwar klar, dass mein zielloses Durch-die-Welt-Jetten nicht gut für die Umwelt war, aber dieses Bewusstsein wurde überlagert von der Flucht vor mir Selbst. Ich war nicht im Reinen mit mir und suchte die Lösung dafür in neuen Reisezielen.“ (S. 114)

Leseerfahrung und Bewertung

„Loslassen: Wie ich die Welt entdeckte und verzichten lernte“ von Katharina Finke liest sich schnell und leicht. Ihre Sprache ist klar und ohne Schnörkel, an manchen Stellen hätte ich mir weitläufigere Reisebeschreibungen oder eine tiefere Reflexion gewünscht. Als Leser_in sollte man keinen Ratgeber erwarten, der einem erklärt, wie man nun all seine Sachen los wird und ortsunabhängig arbeitet.  Katharina Finke beschreibt ihren eigenen, persönlichen Weg und die Erfahrungen, die sie auf diesem Weg gemacht hat. Ganz sicher aber können viele Leser_innen wertolle Impulse aus der Lektüre mit in ihr eigenes Leben nehmen. So erging es zu mindestens mir, denn eine Fragestellung ist mir besonders hängen geblieben: „An was willst du festhalten?“

Ich empfehle das Buch all denen, die gerne biografische Berichte oder Reiseerzählungen lesen und offen für die Idee eines minimalistischen Lebensstil sind.

„Loslassen: Wie ich die Welt entdeckte und verzichten lernte“ von Katharina Finke – MALIK – ISBN 978-3-890-29481-0 – 15,00 Euro.

Reiseeindrücke: Amsterdam

Titelbild Reiseeindrücke Amsterdam

Kurz nach der Ankunft in Amsterdam hatte ich schon genug von der Stadt. Sie erschien mir laut, unübersichtlich und viel zu voll mit zu vielen Menschen. Doch mit Beharrlichkeit und Neugier entdeckten ich noch andere Seiten und konnte meine Zeit dort genießen. Zurück gekommen bin ich mit einem Koffer voller Eindrücke, mit Bildern im Kopf und auf der Speicherkarte und außerdem noch ein, zwei Mitbringseln.

Im Grachtengürtel Amsterdams kann man wirklich stundenlang spazieren gehen, Brücken und Hausboote bestaunen, sich die Nasen an Schaufenstern platt drücken und in gemütliche Cafés einkehren. Besonders gut ging das im Jordaanviertel. Doch egal wo du dich in Amsterdam gerade befindest, kommt ein Fahrrad auf dich zu, spring lieber schnell an die Seite. Radlerinnen und Radler bremsen scheinbar nur ungern für im Weg herumstehende, fotografierende Touristinnen. 😉

Bilder Amsterdam

Überrascht hat mich das englischsprachige Buchangebot, das vor Ort in den Buchhandlungen verfügbar war. Ich habe sogar zwei Buchhandlungen (Waterstones Amsterdam und The American Book Center) entdeckt, die nur englische Bücher anbieten. Ich fühlte mich wie im Bücherparadies und habe mich am Ende für ein einziges Buch entschieden. Die Wahl fiel auf „The Handmaide’s Tale“ von Margaret Atwood. Jaja, ich hätte noch mehr Bücher haben wollen und gleichzeitig möchte ich nicht, dass mein SUB zu Hause zu hoch wird. (#Minimalismus)

Der oft gepriesene Flohmarkt an der Waterlooplein hat mich eher enttäuscht. Bei meinem Besuch boten ein paar Stände 2nd Hand Artikel an, doch die meisten hatten Neuwaren im Angebot. In der Nähe des Marktes gibt es einige 2nd Hand-Läden, wo mir das Stöbern sehr viel mehr Freude bereitet hat. Meine Fundstücke: eine kleine Lederhandtasche und ein Kleid.

In einigen Museen war ich natürlich auch! Am Montagmorgen ging es ins Vincent van Gogh-Museum – die erste halbe Stunde dort war noch recht entspannt, doch dann kamen immer mehr Menschen in das Museum. Mir war es zu voll dort. Leider habe ich van Gogh in meinem Kopf mit einem anderen Maler verwechselt, was mich etwas enttäuscht hat. Rückblickend hat mich jedoch beeindruckt mit wie viel Muße, Ausdauer und Ehrgeiz der Maler an seine Kunst herangegangen ist.

Viel entspannter war der Besuch des benachbarten Stedelijk Museums. Das Museum zeigt Werke moderner und zeitgenössischer Kunst. Als ich dort war, wurden auch in diesem Museum zwei Bilder van Goghs ausgestellt. Hier hatte ich dann Gelegenheit mir die Bilder in ruhigerer Atmossphäre anzuschauen.
Die spannenden Fragen bei zeitgenössischer Kunst sind jedes Mal: Finde ich einen Zugang? Wie wirkt sie auf mich? Verstörend, irritierend, aufhellend? Zur Erholung bin ich noch mal zurück in die Moderene zu den Bildern von Chagall und Kandinsky gegangen.

Amsterdam Ijburg

An einem Vormittag ging es nach Ijburg an den Stadtstrand, dort waren an diesem Morgen nur wenige Badegäste und ich konnte am Strand entspannen, lesen und meine Füße im Wasser abkühlen. Auffallend ist dort leider, umso weiter weg die Mülleimer, desto mehr (Plastik-)Müll liegt im Sand.

Einen kleinen Kommentar zum Essen kann ich mir nicht verkneifen. Das leckerste Essen habe ich rückblickend in der Zentralbibliothek gegessen. Ganz oben befindet sich ein Bistro bzw. Kantine namens La Place. Dort kann man neben leckeren Essen auch eine schöne Aussicht genießen.

Weitere sehenswerte Sehenswürdigkeiten

Wer wie ich fünf komplette Tage in Amsterdam verbringt, hat reichlich Zeit für touristische Unternehmungen.

Highlight: Vondelpark

Amsterdam Vondelpark

Der Vondelpark ist ein weitläufiger Park, der je nach Wetter und Tageszeit vollkommen anders auf mich gewirkt hat. Am Montagvormittag war es ein Rückzugsort zur Erholung der Sinne. Viel Grün, ein paar Menschen mit Hunden und einige Sportler. Am Mittwochabend hingegen saßen auf jeder Bank und jeder Rasenfläche Menschen, die picknickten, schliefen, lasen, spielten oder Sport trieben. Es herrschte eine Atmossphäre, die dazu inspirierte das Leben im Hier und Jetzt zu genießen.

Highlight: Hortus Botanicus

Amsterdam Hortus Botanicus

Mein Reiseführer erwähnte den botanischen Garten Amsterdams nur am Rande. Diese kurze Erwähung sowie die Erinnerung an Elizabeth Gilberts wunderbaren Roman „Das Wesen der Dinge und der Liebe“ weckten mein Interesse.

Der Hortus Botanicus ist einer der ältesten botantischen Gärten der Welt und liegt sozusagen mitten im Großstadttrubel. Besonders gefallen haben mir die verschiedenen Gewächshäuser, die vielen blühenden Pflanzen und das Schmetterlingshaus. Da ich sehr gerne Pflanzen fotografiere, war der botanische Garten ein guter Ort für mich.

Highlight: Zoo

Artis Zoo Amsterdam

Ich gehe meistens gerne in Zoos, um (mir unbekannte) Tiere und Pflanzen zu sehen. Zudem finde ich es interessant wie unterschiedlich diese Parks oft gestaltet sind. Ich habe den Artis Zoo als schön und großflächig empfunden. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir auch hier das Schmetterlingshaus, sowie die afrikanischen Wildhunde und die in der Sonne dösenden Löwen.

Highlight: Fahrt durch die Grachten

Amsterdam Grachten

Eine Bootsfahrt durch die Grachten Amsterdams erinnert im ersten Moment wirklich sehr an eine touristische Aktivität. Ich habe mich für eine Rundfahrt mit einem elektrisch betriebenen Boot entschieden, das kaum Motorengeräusche von sich gibt. Ich hatte freie Sicht auf die Brücken, Häuser und die anderen (Haus-)boote, da unser Boot kein Dach hatte. Zudem hat der Kapitän noch einiges wissenswertes über Amsterdams Geschichte und Gegenwart erzählt.
An vielen Stellen liegen Broschüren aus, die über die einzelnen Tourenangebote informieren. Ein genauerer Blick lohnt sich!

Leider habe ich das Anne Frank Haus nicht besucht, da ich es versäumt haben, rechtzeitig ein Online-Ticket zu kaufen. Ohne Online-Ticket hätte ich mich in eine sehr lange Warteschlange einreihen müssen…die Tickets kann man zwei Monate im Vorraus auf der Webseite des Museums kaufen.

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Alleine reisen?

Beitragsbild Alleine reisen?

Im letzten Urlaub war ich alleine im Norden des Landes unterwegs. Ich habe eine Woche in Westerland (Sylt) verbracht und endlich mal wieder das Meer gesehen. Ich bin viel spazieren gegangen, habe einiges gelesen, das Aquarium Westerland & das Erlebniszentrum Naturgewalten in List besucht und mich in einem Wellness-Center verwöhnen lassen. Es war eine gute Woche!

Alleine reisen?

„Ich würde niemals alleine in den Urlaub fahren!“, habe ich im Vorfeld einige Male gehört. Ich selbst habe darüber gar nicht nachgedacht. Für mich war klar, dass ich Ende Februar / Anfang März ans Meer wollte. Meine Vorstellung bestand aus Meer, Wind, Lesezeit und Tee. Als eher intorvertierte Person genieße ich das Alleine-Sein sehr.

Dennoch gab es Momente, in denen ich mich auf mich selbst zurück geworfen fühlte. Da musste ich mich selbst und meinen unruhigen Geist eben aushalten. Denn egal ob wir alleine oder mit anderen reisen, uns selbst nehmen wir immer mit. Fallen die eingeübten Ablenkungsmanöver weg, kann es unbequem werden. Mit WLAN, mobilen Daten und dem Smartphone ist das Internet nur noch einen Fingerwisch weit weg, doch taugt diese Flucht aus der Gegenwart auch nicht dauerhaft.

Ich habe meinen unbequemen Moment ausgehalten. Geholfen hat mir die Meditations-App auf dem Smartphone und das ausführliche Studium des Busfahrplans – dabei gewann ich zugleich an Ortskenntnis. In Fahrplänen oder auch in Landkarten sind viele Details, mit denen sich meine Augen gut beschäftigen können und auf irgendeine Weise wirkt das beruhigend auf mich. Ich kann es nicht erklären.

Urlaub zuhause und woanders

Manchmal tut es einfach total gut, andere Landschaften und andere Orte zu sehen. An unbekannten Orten gibt es viel zu entdecken und zu sehen. Bei mir wirkt sich das auch stark auf mein Zeitempfinden aus. Die Zeit vergeht im Gegensatz zum normalen Alltag langsamer und dehnt sich aus.

Verbringe ich meine Zeit zuhause, bemühe ich mich diese Zeit ebenfalls erholsam zu gestalten. Trotzdem gibt es zuhause immer etwas zu tun. Im Urlaub woanders bleiben die wesentlichen Dinge übrig und die gestalten sich aufgrund der veränderten Situation auch anders. Kochen in der Ferienwohnung – wo steht der Topf, gibt es hier einen Kochlöffel und wie funktioniert eigentlich so ein Induktionsherd? Alltägliches kann zum Abenteuer werden.

Wahl des Urlaubsorts

Nicht immer findet sich eine passende Person, ein passender Ort und ein passender Zeitraum für eine gemeinsame Reise. Ich bin in Deutschland geblieben und mit der Bahn gereist. Ich bin in meiner gewohnten Sprachumgebung geblieben. Andere Ziele auf anderen Kontinenten und andere Verkehrsmittel hätten mich stärker verunsichert! Meinen Urlaubsort kann ich mir selbst aussuchen und entscheiden, wie weit ich meine Komfortzone verlasse möchte.

Auch wenn ich alleine unterwegs bin, ist es mir wichtig zu klären, was ich erwarte und was ich mir wünsche. So gehe ich Frust und Enttäuschung im Idealfall aus dem Weg!

Weiter besteht noch die Möglichkeit, eine geführte Gruppenreise zu wählen. Hat das jemand von euch schonmal gemacht? Reist ihr auch mal alleine oder lieber mit anderen zusammen?