Schlagwort: Meditation

Minimalismus & Spiritualität

Beitragsbild Minimalismus & Spiritualität

Es ist mal wieder Zeit für Gedankensalat. Seit einer Weile beschäftigt mich das Duo: Minimalismus und Spiritualität oder Spiritualität und Minimalismus. Ich habe oft den Eindruck, der normale Alltag finde nur im Kopf statt. Es ist alles sehr durch Rationalität geprägt. Alles hat seinen Zweck, die Kosten müssen dem Nutzen gerecht werden. Für Gefühle, Emotionen und das was, über diese durchaus wichtige Rationalität hinausgeht, fehlt oft der Raum.

Wie definiere ich Spiritualität?

Bevor ich meine Gedanken weiter ausführe, sollten wir erstmal klären, mit welchem Inhalt ich diesen Begriff fülle. Je nach religiöser Prägung, versteht jede_r sicherlich etwas anderes darunter.

  • Beziehung: zu anderen, zu sich selbst, zur Umwelt und dem, was über das Sichtbare hinausgeht
  • im Grunde alles einen Ursprung hat: das alles auf der tiefsten oder kleinsten Ebene aus demselben Stoff geschaffen ist
  • ein Gefühl, das durch Sinn, Klarheit, Verbundenheit und Lebendigkeit geprägt ist

Jeder Mensch hat eine spirituelle Ader, doch kann diese Ader zeitweise versiegen oder verschüttet werden. Das kenne ich selbst, da laufe ich ein paar Wochen lang total verkopft herum und wundere mich irgendwann darüber, weshalb mir diese Verbindung abhanden gekommen ist und weshalb ich mich so unwohl fühle.

Die Ausgestaltung der eigenen spirituellen Praxis ist eine sehr persönliche Sache. Ich kenne Menschen, die regelmäßig in den Wald gehen und dort die Stille genießen. Andere leben ihren Sinn dafür beim Sport aus, bei der Gartenarbeit, in der Meditation oder auch ganz klassisch indem sie einen Gottesdienst besuchen.

Zeit und Raum für Spiritualität

Am Anfang meines Minimalismus stand die Motivation mich von überflüssigen Dingen zu befreien. Ich hatte oft den Eindruck, all mein Kram verstellt mir den Blick auf das Wesentliche, auf das worum es im Leben eigentlich geht. In diesem Sinne helfen die Minimalismus-Werkzeuge dabei sich selbst diesen Freiraum zu schaffen, andererseits motiviert die eigene spirituelle Erfahrung dazu, sich selbst weniger Dinge in den Weg zu stellen.

Was mir noch wichtig ist: Bewertungsfreiheit

Es gibt so viele Minimalismusdefinitionen wie es Minimalist_innen gibt, daher möchte ich die Minimalismus-Idee nicht unter einen religiösen Überbau stellen. Genauso wenig möchte ich bewerten, wie andere Menschen ihre Spiritualität ausleben.
Wichtig ist mir, dass es diesen Raum gibt. Das bei aller notwendigen Rationalität diese andere, dieses unsichtbare, oft nicht greifbare und nicht mit Zahlen belegbare Kapitel des Lebens Zeit und Raum im Alltag findet. Vor allen Dingen sträube ich mich dagegen, dass wir dieses Kapitel Gunsten einer absoluten Wirtschaftlichkeit in allen Dingen verdrängen oder aufgeben.

Ruhe im Kopf – Was mir aus der „Grübelfalle“ hilft

Titelbild Ruhe im Kopf - Was mir aus der "Grübelfalle" hilft

Kennst du die „Grübelfalle“? Mir passiert es immer mal wieder, dass ich in die „Grübelfalle“ falle. Meine Gedanken drehen sich im Kreis und sind tendenziell eher negativ eingefärbt. Umso länger ich diesem Gedankenstrom folge, desto schlechter wird meine Laune. In der „Grübelfall“ gibt es kein vor und kein zurück. Es gibt nur das Wiederkäuen der immer selben Gedanken.

Was mir nicht aus der „Grübelfalle“ heraus hilft

Wenn ich in der „Grübelfalle“ gelandet bin, hilft es mir nicht, mich mit Netzinhalten oder den sozialen Netzwerken abzulenken. Im Vergleich zu meinem Leben erscheint mir das Leben der anderen Menschen dann als besser, schöner, leichter, usw. – und dieser Vergleich trübt die Stimmung weiter. Auch Komfort-Nahrung oder Einkaufen hilft mir nicht. Diese Verhaltensweisen helfen mir nicht, der Sache auf den Grund zu gehen.

Was mir aus der „Grübelfalle“ hilft

Wenn ich in der „Grübelfalle“ sitze, ist es gar nicht so leicht den Kreislauf der Gedanken zu durchbrechen. Dieses Kreiseln der Gedanken verdeckt meiner Erfahrung nach oft bestimmte Erkenntnisse oder Gefühle. Würde ich diese Erkenntnisse wahrnehmen oder die Gefühle erleben, käme ich eher aus der Falle wieder heraus.

  • die Dinge ordnen
    Wenn ich Routineaufgaben (wie bspw. putzen, aufräumen, Staub wischen) erledige, ordne ich nicht nur die Dinge um mich herum, sondern stelle wundersamer Weise auch wieder ein Stück Ordnung in meinem Kopf her. Hilfreich ist dies für mich nur, wenn ich auf eine zusätzliche Beschallung durch Musik, Podcasts, etc. verzichte.
  • die Perspektive ändern
    Ich verlasse die Wohnung, gehe spazieren, bewege mich. Nehme ich physisch eine andere Perspektive ein, kann ich oft auch meine Gedanken aus einem anderen Blickwinkel betrachten.
  • das Gespräch suchen
    Manchmal hilft auch ein Gespräch mit einer anderen Person. Allerdings funktioniert das bei mir nicht mit jeder Person in jeder Situation. Auf platte Standardantworten verzichte ich so oder so lieber.
  • Fragen stellen & die Antworten aufschreiben
    Was beschäftigt mich gerade?
    Wie fühle ich mich?
    Kann ich eine Grundursache benennen, die sich unter dem Gedankenkreisel verbirgt?
    Was kann ich kurz- und langfristig tun, damit sich etwas ändert oder damit ich mich besser fühle? Was tröstet mich?

Grundsätzlich hilft mir meine tägliche Meditationszeit dabei, meine Gedankenmuster zu beobachten, zu erkennen und Gedanken als Gedanken wahrzunehmen. Wir denken nämlich ziemlich viel und nicht alles, was wir denken, ist die Wahrheit.

Am Rand der „Grübelfalle“ – Zeit für Selbstfürsorge

Bin ich der „Grübelfalle“ entkommen, brauche ich oft noch Zeit, meine Wunden zu pflegen. Je nach dem was diese Grübelei verdeckt hat, brauche ich vielleicht Trost oder Zeit, um mich zu versöhnen. Ich versuche dann gut für mich selbst zu sorgen, sich selbst etwas gutes tun. Dann geht es wieder besser.

Kennst du die „Grübelfalle“? Wie gehst du mit dieser Situation um? Was hilft dir? Was hilft dir nicht?

Rückblick Juni 2016

Collage

Im Juni habe ich die Meditationsapp „Calm“ für mich entdeckt. Mir gefallen die verschiedenen Hintergrundgeräusche als auch die geführten Meditationen. Die Stimme ist sehr angenehm. Abends nach der Arbeit habe ich gerne einen 15-minütigen BodyScan durchgeführt um abzuschalten und in der Freizeit anzukommen. Die kostenpflichtige Variante habe ich noch nicht ausprobiert, ziehe es jedoch in Erwägung.

Zudem nehme ich am #LBLesesommer teil. Wer durch die verschiedenen Aufgaben entsprechend viele Punkte sammelt, hat auch die Chance etwas zu gewinnen. Ich habe mir bisher nur die Aufgaben herausgepickt, die ich zeitlich gut lösen konnte und die mir zugleich Freude bereiten. An erster Stelle steht da das Lesen selbst!

Gelesen im Juni
  • Lieber Mr. Salinger von Joanna Rakoff
    Joanna Rakoff benötigt dringend einen Job! Sie findet schließlich eine Stelle bei der Agentur (einer sehr wichtigen Literaturagentur) und wird Assistentin der Chefin. Doch während ihre beste Freundin – 1996 –  im Büro mit PC, Internet und E-Mail arbeitet, tippt Joanna tapfer weiter auf ihrer Schreibmaschine. Die Agentur scheint etwas in die Jahre gekommen zu sein, doch sie schließt noch immer Verträge für und mit bedeutenden Schrifsteller_innen ab. Joannas Chefin selbst betreut einen der wichtigsten Kunden der Agentur – es ist niemand geringer als J.D. Salinger. Joanna hat die strikte Anweisung ihn nicht anzurufen, ihm nicht zu schreiben und seine Anrufe sofort zur Chefin durchzustellen.
    Insgesamt ein sehr unterhaltsamer Roman, der mir einen interessanten Einblick in den Literaturbetrieb der 90er Jahre verschafft hat sowie in das Leben einer Berufseinsteigerin zu dieser Zeit. Außerdem hätte ich jetzt Lust einen Roman Salingers zu lesen!
  • Die Geschichte der Frauenbewegung von Michaela Karl
    Einmal bitte Bildungslektüre! Während ich dieses Buch las ist mir aufgefallen, was ich im Schulunterricht alles nicht gelernt habe. Die Frauenbewegung und Frauenrechte haben keinen großen Raum im Geschichtsunterricht oder der Gesellschaftslehre eingenommen. Dafür konnte ich mir nun mithilfe dieses Büchleins einen Überblick verschaffen und quasi an einem Grundkurs über Frauenrechte und Feminismus teilnehmen. Dabei habe ich unter anderem gelernt, wo manche der Feminismus-Klischees herkommen und das viele Phasen der Frauenbewegung auch mit Kritik am Kapitalismus und an den bestehenden Strukturen zusammenhängen. Ich bin sehr froh darüber dieses Buch gelesen zu haben!
  • Tintenblut von Cornelia Funke
    Teil zwei der Tintentrilogie. Da mir die Bücher von Cornelia Funke bei der Arbeit fast täglich begegnen, habe ich beschlossen, diese Trilogie zu lesen. Anfänglich empfand ich den Roman etwas zäh, aber dann nimmt die Spannung zu und hält sich bis zum Ende.
  • Eine Leichte wirbelt Staub auf von Alan Bradley
    Flavias siebter Fall! Flavia wird von ihrem Vater und ihrer Tante nach Toronto geschickt um dort Miss Bodycotes höhere Mädchenschule zu besuchen. Kaum in der Schule angekommen, fällt ihr schon die erste Leiche vor die Füße. Natürlich nimmt sich Flavia der Sache an!
    Dieser Band hat mir besser gefallen als der vorherige Band. Trotzdem hat mich auch dieser Band etwas verwirrt zurück gelassen. Flavia gibt ihren Leser_innen weiter Rätsel auf. Weiteres enthüllt dann hoffentlich der achte Band!

Warum mir Stille wichtig ist

Titelbild "Warum mir Stille wichtig ist"

Früher war es in meinem Alltag eigentlich nie still. Bei mir lief immer das Radio, Musik oder irgendeine Mediathek-Sendung. Ohne Hintergrundbeschallung konnte ich mich nur schwer dazu aufraffen irgendetwas zu tun. Ich frage mich auch heute noch wie ich denn beim Lesen Musik hören konnte.

Heute ist das anders. Inzwischen höre ich nur noch selten Musik und das Radio sowie der PC bleiben aus. Phasen der Stille bzw. Phasen ohne weitere Hintergrundgeräusche sind mir mit der Zeit immer wichtiger geworden.

Was mir Stille gibt

Diese Zeiten geben mir Gelegenheit hinzuhören. Ich höre meine eigenen Gedanken besser und konzentriere mich leichter. Da das allgemeine Hintergrund „blablabla“ wegfällt, bin ich weniger abgelenkt und verliere mich nicht so schnell in diesem Rauschen.

Zudem höre ich gerne der Welt um mich herum zu: dem Gesang der Vögel, dem Summen und Brummen der Bienen und Hummel oder dem Wind, der mit dem Laub der Bäume spielt. Zudem bemerke ich Änderungen in der Lautstärke um mich herum eher; kehrt plötzlich Stille ein, genieße ich diese Verschnaufpause sehr.

Früher habe ich Musik gebraucht. Als Ablenkung vom Alltag, als Container für meine Gefühle und Gedanken und als Antrieb. Heute höre ich nur noch selten Musik. Musik transportiert Emotionen und farbenfrohe Bilder, die mich oft mitreißen oder mich (zu sehr) erfüllen. Im Alltag ist mir das oft zu viel. Ich spare mir Musik dann lieber auf…für Zeiten, in denen ich genau das will.

Zeiten der Stille im Alltag

Den Alltag erwähnte ich ja bereits. Manchmal gibt es viel zu tun, ich muss an viele Details, wichtige und nicht so wichtige Dinge denken und noch dafür sorgen, dass ich noch genügend Lebensmittel für die nächsten Tage im Kühlschrank habe. Das kann ganz schön stressig werden. Daher versuche ich mir Räume oder Phasen der Stille zu schaffen und habe daher einige Regeln für meinen Alltag eingeführt:

  • Meditieren. Ich meditiere jeden Morgen 10 bis 15 Minuten. Sollte ich doch zu lange im warmen und gemütlichen Bett gelegen haben, passiert es mir, dass ich nur noch zwei bis drei Minuten zur Verfügung habe. In dieser Zeit konzentiere ich meine Sinne auf einen Punkt, werde präsent und kann von diesem Punkt aus den Alltag bestreiten und auch wieder dorthin zurückgehen. Für mich bedeutet das auch viel weniger Drama im Alltag.
  • Radio und Fernseher / Mediathek ausschalten. Ich verzichte auf Hintergrundbeschallung dieser Geräte. Ich wähle lieber gezielt Sendungen oder Podcasts aus, die ich hören möchte.
  • Mobile Daten, W-Lan und Push-Benachrichtungen ausschalten. Meine mobile Daten und das W-Lan sind nur angeschaltet, wenn ich diese gerade brauche. Die meisten Push-Benachrichtungen habe ich ausgeschaltet. Ich möchte selbst entscheiden, wann ich ins Internet oder die sozialen Medien eintauchen möchte. Zudem gefällt es mir besser nicht von zahlreichen Meldungen überschwemmt zu werden, wenn ich die mobilen Daten oder das W-Lan anschalte. Eins nach dem Anderen, eine App nach der Anderen. SMS und Anrufe kommen trotzdem bei mir an.
  • Freizeit bedeutet für mich auch freie Zeit. Unverplante Zeit ist mir viel Wert. Es hilft mir Freizeitstress entgegen zu wirken. Wer entscheidet eigentlich, dass ich meine Freizeit mit derselben Effizienz und Effektivität wie mein Berufsleben gestalten soll? Genau, diese Entscheidung treffe ich! Öfter als mir lieb ist, brauche ich dafür allerdings eine Erinnerung!
  • Eins nach dem Anderen erledigen. Multi-Tasking fühlt sich für einige Zeit gut an, erschöpft mich jedoch stärker als eine Sache nach der Anderen zu erledigen. Trotzdem höre ich beim Putzen gerne den ein oder anderen Podcast. Oder ich lasse meine Gedanken dabei schweifen. Beim Putzen und Aufräumen räumt sich mein Kopf meist automatisch mit auf.
  • Gedanken aufschreiben. Ich schreibe meine Gedanken auf, mache mir Notizen oder schreibe Tagebuch, um meine Gedanken zu ordnen. Aufschreiben hilft mir auch herauszufinden, was ich wirklich denke und das wiederum schafft Ruhe im Kopf. Kenne ich meine innere Wetterlage, finde ich leichter heraus, was ich momentan brauche und was mir gut tut.

Ich muss hier anmerken, dass ich alleine wohne. Wer zusammen mit anderen Personen in einem Haushalt lebt, benötigt vielleicht Regeln, die sich auch auf das soziale Miteinander beziehen. Vielleicht braucht es dann Handy-freie-Zeiten, z.B. beim Abendessen.

Und du?

Wie gehst du mit Stille um? Wieviel Stille brauchst du? Wie schaffst du dir Räume der Stille?