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Getrübtes Lesevergnügen

Titelbild getrübtes Lesevergnügen

Nachdem ich letzte Woche über meine Buchvorlieben geschrieben habe, habe ich darüber nachgedacht, welche Aspekte mein Lesevergnügen trüben.

Ein zu großer Interpretationsspielraum

Steht zu viel zwischen den Zeilen und der Interpretationsspielraum sehr groß ist, frustriert mich das. Wenn Worte scheinbar nichts bedeuten und doch ganz viel aussagen, kann ich der Handlung meistens nicht mehr folgen. Selbes gilt für vielschichtige Ironie und andere Stilmittel dieser Art. Oft hören sich diese Sätze wunderbar an und gleichzeitig kann ich gar nichts mit ihnen anfangen.
Ich mag Bandwurmsätze und ich mag Bandwurmsätze nicht. Wenn ich am Ende eines Satzes angekommen bin, den Anfang vergessen habe und dem Satz keinen Sinn entnehmen konnte, mag ich Bandwurmsätze nicht. Gehen mir dabei auch die handelnden Personen verloren, schlage ich das Buch lieber gleich wieder zu. Für diese Sätze fehlt oft einfach die Konzentration!

Überheblichkeit

Bewegen sich die erzählenden Personen nicht auf Augenhöhe, wirken überheblich oder stark besserwissend, habe ich selten Lust, mich länger auf dieses Buch einzulassen. Begegnet sind mir diese erzählenden Personen schon in seichten Unterhaltungsromanen und auch in der Ratgeber-Literatur.

Lösung für alle Probleme

Das Lesen eines Buches ist im Grunde Kommunikation: während des Lesens beginne ich ein Gespräch mit dem Autor oder der Autorin (oder der erzählenden Personen).

Möchte ich mich über die Themen Achtsamkeit oder Selbstfürsorge informieren und lernen, wie ich diese Elemente in meinen Alltag einbauen kann. Bietet mir der Autor oder die Autorin dann seine oder ihre Methode als Allerheilsmittel für jegliche Problemlagen an, schreckt mich das ab. Diese Art der Vermittlung vernachlässigt die Individualität jedes einzelnen Menschens. Gemeinsamkeiten existieren in der Regel immer und trotzdem tut nicht jedem Menschen jede Lösung gleichgut.

Das Ende eines Buches

Was das Ende eines Romans angeht, kann ich mich oft nicht entscheiden! Sollen alle Handlungsstränge aufgelöst werden? Wäre es mir lieber ist, wenn nicht alles abgeschlossen wird? Beide Tendenzen in ihren extremen Ausführungen lassen mich als Leserin eher unbefriedigt zurück. Ein Ende, das Spekulationen ermöglicht, stimmig und irgendwie logisch ist, macht mich hingegen froh!
Bei manchen Trilogieabschlüssen habe ich mich schon gefragt, ob dieses oder jenes Buch ‚besser‘ geworden wäre, wenn der Autor oder die Autorin mehr Zeit und Muße gehabt hätte.

Was trübt dein Lesevergnügen?

Große Buchvorlieben

Titelbild Buchvorlieben

Sprechen wir über’s Lesen! Ich lese überaus gerne. Ich glaube, ich atme Buchstaben und Worte. Mein Kopf saugt die Sätze auf und bildet daraus in der Regel wunderbares Kopfkino.
In meiner Lesebiografie gab es dennoch auch andere Pahsen. Es gab Zeiten, da habe ich eher wenig bis gar nicht gelesen und dann gab es Zeiten, da habe ich Bücher quasi inhaliert. Heute habe ich eigentlich immer eine Buchbegleitung bei mir. Mit der Zeit habe ich festgestellt, dass ich einige Buchvorlieben hege.. .

Was mich am Lesen begeistert

Wenn ich lese, kann ich in das Erleben anderer Menschen hineinschauen und gleichzeitig die Welt mit anderen – fremden – Augen betrachten. Ich kann Orte bereisen, die ich in meinem Leben mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit nicht bereisen werde. Ich kann sogar in der Zeit reisen. Magische Dinge erleben und unser Sonnensystem verlassen. Dieses Lesen ist einfach eine Wucht!

Biografien, Erlebnisberichte oder Menschen in Grenzsituationen

Menschen, die von ihrem Leben und ihren Erfahrungen berichten und mich an ihrer Innenschau teilhaben lassen, stellen eine große Bereicherung für mich dar. Fühlt sich das Leseerlebnis dann an wie ein Gespräch, das die Seele singen lässt, ist es perfekt! Das gilt für fiktionale und nicht fiktionale Werke.
Menschen kommen immer wieder an ihre Grenzen. Oft wird gesagt, entweder könne man an diesen Situationen wachsen oder scheitern. Das ist mir zu einfach, zu schwarz und weiß – das Leben ist viel verzwickter, verwickelter und zu vielschichtig als das es möglich wäre, eine klare Linie zwischen gelungener und nicht gelungener Bewältigung zu ziehen. Ich lese diese Bücher unheimlich gerne, da diese Graustufen in der Regel unfassbar reich an Lebensweisheiten sind.

Science Fiction (und Fantasy)

Seit dem ich dieses Genre entdeckt habe, fühlt sich meine Leben als Leserin wieder vollständig an. Und das Beste? Ich habe bisher so wenig aus diesem Bereich gelesen, dass ich noch so unendlich viele Welten und Zukunftsversionen entdecken kann!
Zudem hege ich ebenfalls eine Vorliebe für Zeitreiseromane.
Manchmal lese ich auch Fantasy. Nicht oft, eher selten. Am Ende meiner Schulzeit habe ich „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien sowie alle anderen Romane des Autors, die ich in der Bücherei finden konnte, gelesen. Daher steht alles im Schatten dieser Trilogie. Harry Potter spielt auch eine Rolle. Diese Erlebnisse waren so eindringlich, dass fast nichts an sie heranreicht. Ich denke, es wird vielleicht Zeit, dass ich mich mal wieder an etwas dieser Art heranwage.

Familiengeschichte, die sich über mehrere Generationen hinziehen

Dieses Genre lese ich ab und zu auch sehr gerne. Geheimnisvoll miteinander verwobene Lebensverläufe; Familiengeheimnisse, die nicht ans Tageslicht kommen dürfen – sehr gerne, bitte ohne Kitsch und (zu viel) Weichspüler!

Kinder- und Jugendbücher

In stressigen Zeiten lese ich lieber ein Kinderbuch als einen Kitschroman. Ein Roman für Kinder wirkt weitaus entspannender auf mich als ein viel zu kitschiger Roman. Das habe ich im letzten halben Jahr ausprobiert, umso kitschiger die Handlung wird, desto stärker ärgere ich mich. Dann also lieber ein Kinderbuch!
Zudem hat die Jugendbuchabteilung in der Bücherei einiges an Dystopien, Science Fiction- und Fantasyromanen zu bieten.

Sachbücher

Ich lese nicht nur Romane, auch Sachbücher begeistern mich immer wieder. Lernen, die Welt verstehen, andere Perspektiven ausprobieren und meinen Horizont erweitern – das will ich, wenn ich Sachbücher lese.

Was ist mit dir? Hast du Buchvorlieben? Liest du querbeet alles? Gibt es ein Muster in deinem Leseverhalten?

Rückblick Mai 2016

Bild Collage mit Maibildern

Im Mai hatte ich zwei Wochen Urlaub und genau in diesen zwei Wochen zeigte sich der Frühling von seiner besten Seite! In dieser Zeit habe ich einen Herzensmenschen in London besucht, Besuch aus Schweden gehabt und mich im Balkongärtnern ausprobiert. Die Spinat wächst und ist schon drei bis vier Zentimeter groß! Auch die Zitronenmelisse hat ganz langsam ihr zartes grün aus der Erde gestreckt. Ich bin weiter gespannt, da ich noch gar keine Erfahrung mit Balkonbepflanzung habe. Zusätzlich habe ich auch noch Lavendel und Rosmarin angepflanzt.

Zudem habe ich einen neuen Kühlschrank gekauft. Jetzt kann ich auch zuverlässig Dinge einfrieren und davon ausgehen, dass sie gefroren bleiben. Bei der Gelegenheit habe ich den alten Kühlschrankeinbauschrank gleicht mitabgebaut (bzw. abbauen lassen). Der Schrank war ziemlich groß und es stand im Grunde auch nicht viel drin. Die Küche wirkt jetzt heller, da der neue Kühlschrank niedriger ist und mich freut das.

In Mai habe ich mir meinen Bücherei SuB (Stapel ungelesener Bücher) vorgenommen und schon einige Titel zurück in die Bücherei gebracht. Allerdings ist mein Bücherei-Regal auch schon wieder gut gefüllt!

Gelesen im Mai 2016
  • Blutbuch von Kai Meyer
    Das „Blutbuch“ ist der finale Band der „Seiten der Welt“-Trilogie von Kai Meyer. Wer Band eins und zwei verschlungen hat, kommt um den dritten Band wohl nicht herum. Allerding gefielen mir die ersten beiden Bände eindeutig besser. Die Trilogie kommt meiner Meinung nach dennoch zu einem ‚guten‘ Abschluss, obwohl es für mich nicht das größte Lesevergnügen war.
  • Ziemlich nah am Glück von Saira Shah
    Anna und ihr Mann Tobias freuen sich auf ihr erstes Kind. Anna malt sich die Zukunft ihrer kleinen Familie detailliert und in den schillernsten Farben aus. Nach der Geburt des Babys plant die Familie nach Südfrankreich auszuwandern. Die Geburt jedoch verläuft anders als geplant; ein Notkaiserschnitt muss durchgeführt werden. Das Baby ist schwerbehindert. Können / wollen Anna und Tobias ihr Baby trotzdem lieben und können sie überhaupt in ausreichender Weise für das Baby sorgen? Anna und Tobias suchen nach Antworten auf diese Frage und bewältigen die Situation beide auf ihre eigene (zerstörerische) Art.
    Insgesamt ein dramatischer, ergreifender und berührender Roman. Hervorragendes Kopfkino!
  • The Marble Collector von Cecelia Ahern
    Sabrina Boggs‘ Vater Fergus erlitt einen Schlaganfall und leidet seitdem an einer Teilamnesie. Sabrina möchte ihrem Vater helfen sich zu erinnern. Gleichzeitig aber kümmert sie sich auch um ihre drei Söhne, führt einen Haushalt und ist erwerbstätig. Eines Tages gibt jemand Pakete voller Murmeln für Fergus im Altenheim ab. Ihr Vater ein Murmelspieler und -sammler? Kann das sein?
    Der Beginn des Romans ist sehr zäh. Doch dann pakte mich die Neugier und ich wollte mehr über Fergus‘ Leben erfahren. Wer war er wirklich? Ingesamt: herzerwärmend!
  • Herzenstimmen von Jan-Philipp Sendker
    „Herzenstimmen“ ist der Nachfolgeband von „Das Herzenhören“ . Letzteres hat mich begeistert – mit ähnlicher Erwartung habe ich dann „Herzenstimmen“ gelesen. Ich wurde nicht unbedingt enttäuscht, aber dieselbe Begeisterung stellte sich leider nicht ein. Nun aber zum Inhalt:
    Vor zehn Jahren hat Julia zuletzt ihren Bruder in Burma besucht. Anfangs schrieben sich die beiden noch regelmäßig, doch dann konzentriert sich Julia verstärkt auf andere Dinge in ihrem Leben. Ihre Priorität Nr. 1 ist ihr Beruf.
    Irgendwann meldet sich eine mysteriöse Stimme in ihrem Inneren. Wo hat diese Stimme ihren Ursprung? In ihr selbst oder wird sie nun wahnsinnig? Der Besuch eines Psychiaters hilft nicht nicht. Beim Besuch eines buddhistischen Klosters trifft sie auf einen Mönch, der sie auf die richtige Spur bringt. Und so tritt Julia schließlich die längstüberfällige Reise nach Burma an!
    Ein schöner Roman über Liebe, Mut, Vertrauen und das Wagnis, sich selbst zu überraschen.
  • Sturz in die Zeit von Julie Cross
    Ein Zeitreise-Jugendroman – mal wieder. Jackson dachte, er wäre in ganz gewöhnlicher Jugendlicher, doch dann entdeckt er, dass er durch die Zeit reisen kann. Denkend er wäre der einzige Mensch mit dieser Gabe, probiert er das Zeitreisen aus. Doch es gibt noch mehr Menschen mit dieser Gabe und die sind ihm nicht alle wohl gesonnen.
    Ein im grunde spannender Roman, aber auch etwas verwirrend!
  • Eine Nacht und alles von Katrin Seddig
    Irenes Alltag gestaltet sich folgendermaßen: Arbeit, Freizeit, Freunde, Familie, Ehe. Doch dann schläft sie mit einem unbekannten Mann. Sie verliebt sich, obwohl sie noch nicht mal seinen Namen kennt. Sie schmachtet nach ihm, seine Telefonnummer hat sie nicht. Als er sich plötzlich doch bei ihr meldet, beginnen sie eine hitzige Affäre. Irene ist verwirrt und sucht nach dem Ort, an dem sie sich beheimatet fühlt.
    Ein Roman mit vielen schönen langen Sätzen! Katrin Seddig beleuchtet all die Zwischenräume des Gewöhnlichen und macht so vieles sichtbar, was sonst vielleicht ungesehen bleiben würde.