Statusbericht: Minimalismus

Titelbild Statusbericht Minimalismus

Letzte Woche habe ich mich mit Freunden über meine Minimalismus-Müdigkeit unterhalten. Seit dem bin ich dieser Müdigkeit auf den Grund gegangen und habe eine Fokusverschiebung festgestellt.

Die Anfänge

Als ich damals angefangen habe zu reduzieren, kannte ich den Begriff „Minimalismus“ noch gar nicht. Irgendwann habe ich den Begriff auf englischsprachigen Blogs entdeckt und mich weiter eingelesen. Vieles davon wirkte sehr inspirierend auf mich (Freizeit, weniger Stress), hat mich zum Nachdenken angeregt (One Dress Protest) und anderes hat mich auch abgeschreckt (diese 100 Dinge-Sache).

Umweltschutz, Plastik- und Müllfrei

Nachdem ich mich intensiver mit dem Thema Plastik (Beschaffenheit, Weichmacher, Haltbarkeit, Müllteppich) beschäftigt hatte, war ich hochmotiviert plastikfrei einzukaufen. Über einen längeren Zeitraum habe ich mich sehr stark darauf fokussiert. Ich stellte jedoch schnell fest, dass es gar nicht so einfach ist, auf Plastikverpackungen zu verzichten, wenn man keinen Unverpacktladen in der unmittelbaren Nähe hat. Für jedes unverpackte Lebensmittel habe ich innerlich eine Party gefeiert (und mache es immernoch).

Umweltschutz und nachhaltiges Verhalten spielen auch in meiner Minimalismus-Müdigkeit noch  eine Rolle für mich. Am Besten gelingen mir die Verhaltensweisen, die ich ohne größeren Energieaufwand in meinen Alltag integrieren kann. Wird die neue Verhaltensweise ein Automatismus, ist es auch sehr, sehr viel wahrscheinlicher, dass ich diese Verhaltensweisen beibehalte.

Luft nach oben und Überforderung

Ich weiß, ich könnte noch so viel mehr machen. Ich habe schon diverse zero Waste-Ratgeber gelesen. Doch wie so oft im Leben habe ich auch hier die Erfahrung gemacht, dass es mir besser gelingt eine Sache zu verändern, diese Veränderung in den Alltag zu integrieren und dann die nächste Veränderung anzugehen. Versuche ich zu viel auf einmal, habe ich nach einigen Versuchen keine Lust mehr und höre ganz auf!

Ich werde mich auch weiterhin immer mal wieder mit diesen Themen beschäftigen. Ich habe nicht vor Einkaufen zu meiner Hauptfreizeitbeschäftigung zu machen. Allerdings möchte ich meinen Fokus zurzeit auf andere Aspekte des Lebens richten.

Im Moment möchte ich lesen, lernen, Menschen begegnen und mich in innerer Einkehr üben. Mir Zeit zum meditieren und für meine eigene Persönlichkeitsentwicklung nehmen. Ich beschäftige mich im Moment auch mit Gesundheitsthemen, mit Bewegung und Sport. Ich möchte die Welt entdecken (idealerweise mit dem Zug). Ich möchte im Einklang sein, mich lebendig fühlen und nicht so sehr an den Dingen (und ihren Verpackungen) haften.

Damit wir uns richtig verstehen

Minimalismus ist für mich kein Trend, der genauso vorrüber geht wie eine Modefarbe. Erschöpfen wir die Ressourcen der Erde, berauben wir uns unserer Lebensgrundlage. Eine reduzierte und genügsame Lebensweise ist die Basis für den Erhalt der Erde. Die Baustellen sind zahlreich und sie spielen auf den verschiedensten Ebenen eine Rolle (sollten sie zumindest…). Es ist ein sehr komplexes Themenfeld.

Buchtipp am Rande: Naomi Klein hat ein sehr infomatives Buch dazu geschrieben: „Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima“. Sie erklärt detailiert und gut verständlich! Nach der Lektüre hatte ich das Gefühl, ich würde die Welt etwas besser verstehen.

Geht es dir auch manchmal so? Wo stehst du gerade? Entdeckst du den Minimalismus gerade erst? Bist schon länger dabei? Welche Themen treiben dich gerade um?

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