[Gelesen] Alles Licht, das wir nicht sehen von Anthony Doerr

Bild "Alles Licht, das wir nicht sehen"

Als ich zuerst von dem Roman hörte und mich über den Inhalt informierte, strich ich das Buch gleich wieder von meiner Leseliste. Einen Roman über den 2. Weltkrieg wollte ich nur ungern lesen. Das Thema und die damit verbundenen Gräueltaten haben mich abgeschreckt. Doch dann las ich immer mal wieder von begeisterten Leser_innen, die eindeutig eine Leseempfehlung aussprachen. Nicht zuletzt hat es Karla Paul im ARD Buffet empfohlen. Als es dann auch noch in der Bibliothek verfügbar war, habe ich mich entschlossen mindestens die ersten fünfzig Seiten zu lesen. Schließlich habe ich das gesamte Buch gelesen!

Inhalt

Marie-Laure lebt mit ihrem Vater in Paris. Ihr Vater arbeitet im Naturkundemuseum. Nachdem Marie-Laure erblindet ist sie umso mehr auf ihren Vater angewiesen. Sie lernt die Blindenschrift und erkundet schließlich die Welt der Geräusche und erfühlt die Beschaffenheit ihrer Umgebung.

Werner lebt zusammen mit seiner jüngeren Schwester Jutta in einem Waisenhaus in Essen. Eines Tages repariert er ein Radio und die beiden hören sich regelmäßig wissenschaftliche Radiosendungen an. Werners Begeisterung für alles Technische ist geweckt. Ist ein Radio in der Gegend defekt, wird er gerufen um es zu reparieren. Dieses Talent führt ihn schließlich aus dem Waisenhaus hinaus in eine ganz andere Gegend.

Der Krieg kommt. Marie-Laure und ihr Vater fliehen aus Paris nach Saint-Malo. Sie nehmen nicht viel mit, außer vielleicht einen wertvollen Schatz des Naturkundemuseums. Werners Aufgabe, die Sendestationen des Widerstands ausfindig zu machen, führt ihn bis nach Russland und wieder zurück in den Westen.

Bewertung

Anthony Doerrs Roman ist voller kleinerer und größerer Heldentaten. Die Grausamkeit des Kriegs verharmlost er nicht. Das Schicksal der einzelnen Charaktere entsteht aus den kunstvoll verwobenen Zufällen und Begegnungen.

Kurze Kapitel geben Einblicke in die Lebenssituationen der Charaktere. Hierdurch entsteht zum einen Spannung, zum anderen erleichtert es einem das Lesen. Das Traurige wird dadurch leichter ohne an Schwere zu verlieren. Die Sprache ist sehr fein und hat einen schönen Klang. Der Lesefluss ist flüssig.

Ein wunderbarer und bewegender Roman! Marie-Laure ist mir ans Herz gewachsen.

Alles Licht, das wir nicht sehen von Anthony Doerr – C.H.Beck – ISBN 978-3-406-68063-2 – 19,95 Euro.

4 Kommentare

  1. Hey, was für eine schöne Buchbesprechung. Jetzt bin ich echt neugierig auf das Buch! Ich mache gleich einen Eintrag in mein Superbuch unter „Bibi“ (eine falsche Abkürzung für Bibliothek ;-).

    Liebe Grüße, Barbara

  2. Pingback: Rückblick August

  3. Pingback: BuchSaiten Blogparade zum Jahresabschluss 2015 – Regen Blumen Wiese

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