Kategorie: Minimalismus

Konsumauszeit – Woche 2 & 3

Titelbild Konsumauszeit

Heute berichte ich von meinen Gedanken der letzten Zeit zum Thema Konsumauszeit. Es geht um eine Kleidertauschparty, Konsumwünsche und meinen Stapel ungelesener Bücher.

Erfahrung: Kleidertauschparty

In dieser Woche habe ich eine Kleidertauschparty besucht. Dort habe ich nicht mehr (gerne) getragene Kleidungsstücke gegen „neue“ Kleidungsstücke getauscht. Am meisten hat es mich gefreut als ich gesehen habe, dass meine „alten“ Kleider neue Besitzerinnen gefunden haben. Ich glaube, dieses Gefühl war das Beste an der ganzen Sache.

Konsumwünsche

Seit längerer Zeit schon stand eine „Küchenmaschine / Mixer / oder ähnliches“ auf meiner Wunschliste. Nachdem ich vor ca. drei Jahren meinen Pürierstab zu sehr beansprucht hatte, habe ich mir nicht gleich ein neues Gerät gekauft. In diesem Monat wurde mir eine gebrauchte „Küchenmaschine / Mixer / oder ähnliches“ angeboten und ich habe das Angebot angenommen. Das Gerät steht seit gestern in der Küche. In diesem Fall hat sich das Zögern und Warten gelohnt und Verpackungsmüll gab es in diesem Fall auch keinen.

Konsumwünsche bleiben. Ich kann sie aber (meistens) aushalten und abwarten. Bücher, Filme, ein neues Smartphone, … diese Wünsche wandern fast regelmäßig durch meinen Kopf. Das ist für mich in Ordnung. Der Unterschied liegt für mich darin, ob ich sofort nachgebe oder erst prüfe. Es ist interessant zu beobachten, welche Wünsche immer wieder kommen und warum!

Gleichzeitig habe ich meine Büchermerkliste merklich reduziert und führe nur noch eine Bücherwunschliste. Mein Stapel ungelesener Bücher hat sich minimal reduziert. Zu Beginn der Konsumauszeit hatte ich ja entschieden mir keine weiteren Bücher zu kaufen oder aus der Bücherei auszuleihen. Dieses Vorhaben werde ich auch mit in den Dezember nehmen. Ich lese erstmal die Bücher, die schon in meinem Regal stehen. Viele sind bestimmt ganz toll und warten sehnsüchtig darauf von mir gelesen zu werden!

Konsumauszeit – Woche 1

Titelbild Konsumauszeit

Meine Konsumauszeit begann mit einem Feiertag! An diesem Tag habe ich Kekse für den Besuch gebacken, die Reste sind auch schon aufgegessen. Was mich gefreut hat: Ich hatte alle Zutaten für die Kekse im Haus! Diese Erfahrung hat mich zudem davon überzeugt, dass Selberbacken nicht unbedingt viel Zeit braucht und gleichzeitig Verpackungsmaterial spart. Theoretisch war mir das klar, praktisch allerdings ist der Griff zu den verpackten Keksen mit der Zeit zur Gewohnheit geworden.

Konsum-Gedankenschnipsel
  • Ist diese Konsumauszeit eher ein Konsumaufschub? Oder ist so eine Auszeit auch eine Übung? Eine Übung, um nein sagen zu lernen und mit dem was da ist zufrieden zu sein. Eine Übung, immer wieder nein zu sagen. Nein zu mehr und ja zum genug?
  • Manchmal schlender ich Abends durch die Fußgängerzone, schaue in die Schaufenster und wundere mich immer wieder darüber, dass schon wieder „Sale“ ist. In den Fenstern werden oft schöne Dinge ausgestellt. Gerade zu dieser Jahreszeit sehen die Schaufenster sehr gemütlich und einladend aus. Ich schaue mir das gerne an: des Anschauens wegens. Haben möchte ich die Dinge nicht. Da geht es mir so ähnlich wie Milena Glimbovski. In einem Interview mit Edition F sagte sie an einer Stelle:

„Nur weil ich etwas schön finde, auch gerade bei anderen, dann muss ich es ja nicht sofort selbst besitzen.“

  • Das ist auch etwas, was ich weiter üben möchte. Dinge wertschätzen und mich an ihnen erfreuen, ohne das Ding selbst haben zu wollen. Nicht alles was schön ist, passt zu mir oder meinem Alltag und muss in meinen Besitz übergehen.

TV-Tipp

In der dieser Woche habe ich eine Dokumentation zum Klimawandel im Hinblick auf den Anbau von Lebensmitteln in der ZDF-Mediathek angesehen. „Klimawandel im Supermarkt – wie sich unser Essen – verändert“ zeigt anschaulich, wie sich das Klima bereits heute schon auf den Anbau von Kaffee auswirkt. Je weiter die Erderwärmung voranschreitet, umso stärker sind die Auswirkungen. Nun kann man streiten, ob Kaffee ein wichtiges Lebensmittel sei, doch im Laufe der Sendungen ist auch auf Bananen, Reis und andere Getreidesorten eingegangen worden. Sehenswert!

Konsumauszeit im November

Titelbild Konsumauszeit

Nach dem fernsehfreien Monat folgt nun eine Konsumauszeit im November. Diese Aktion gab es bereits im letzten Jahr und ist von Svenja & Marc ins Leben gerufen worden, teilgenommen habe ich nicht, da ich mir im November 2015 unter anderem gerne einen Teppich für das Wohnzimmer kaufen wollte.

Auszeiten verhelfen mir dazu, neue Perspektiven zu entdecken und einzunehmen. Sie motivieren mich dazu Dinge anders zu machen oder sie überhaupt mal auszuprobieren. Außerdem ermöglichen Auszeiten das Auftauschen unbequemer Fragen. Unbequeme Fragen sind energiegeladen, werfen das Licht in dunkle Ecken und sorgen dann irgendwie für Klarheit. So unbequem sie auch sind, ich mag unbequeme Fragen (ergibt das Sinn für dich?).

Die Grundregeln der Konsumauszeit
  • 30 Tage lang nichts (Neues) kaufen
  • ausgenommen sind: Lebensmittel, Drogerie-/Haushaltsartikel (nur wenn vorheriges Produkt aufgebraucht ist)
  • Wenn etwas Wichtiges kaputt geht: erst reparieren, ansonsten ersetzen (wenn möglich gebraucht)
  • Leihen und Tauschen sind nicht nur erlaubt, sondern sogar ausdrücklich erwünscht!
Mein Hauptaugenmerk
  • Quengelware, Kekse, Schokolade
    Meine Schwäche für Süßigkeiten ist groß! Quengelware an der Kasse? Bingo! Hier im Bio-Supermarkt steht das gesamte Süßwarenregal direkt vor den Kassen. Mich stört hier nicht nur mein hoher Zuckerkonsum, sondern auch die vielen Verpackungen. Im November kaufe ich daher keine Süßigkeiten. Werden Kekse gebraucht, backe ich selbst.
  • Bücher
    Meine Stapel ungelesener Bücher wächst mir langsam über den Kopf. Es sind auch in der Tat zwei Stapel! Ich habe einen Büchereistapel und einen Besitzstapel. Im November leihe ich keine weiteren Bücher aus, kaufen werde ich ebenfalls keine. Ich möchte nämlich die Bücher, die aktuell hier sind lesen – am liebste alle sofort.
  • konsumvorbereitendes Surfen
    „Oh! Ein neues XYZ! Gleich mal anschauen. Mhhmm, brauche ich das? Nein, aber vielleicht das hier. Klick!“ – und schwupp sind mindestens 30 Minuten vergangen. Ich möchte das im November lassen und ich hoffe, es fällt mir rechtzeitig auf.
Was trotzdem passieren wird…

Ich werde im November sicherlich meine Frisörin besuchen und mir meine Haare schneiden lassen. Fahrkarten für Bus & Bahn werde ich ebenfalls kaufen.

Fazit zum fernsehfreien Monat

Titelbild zu Fernsehfrei.

Mein fernsehfreier Monat war toll! Ich habe einige interessante Erkenntnisse gewonnen und ich wünsche mir, dass ich diese nicht zu schnell wieder vergessen werde!

Veränderung des Zeitempfinden

Ich würde nicht behaupten, ich hätte durch die fernsehfreie Zeit mehr Zeit gehabt. Mein Zeitempfinden hat sich verändert. Die fernsehfreie Zeit hat gleichzeitig dazu geführt, dass ich weniger bzw. gar keine Nachrichten gelesen habe. Außerdem habe ich auch einige Twitter- und Instagram-Accounts entfolgt. Da ich auch in diesem Bereich ein zu viel festgestellt habe und ich insbesondere bei Instagram verschiedene Accounts nicht (mehr) voneinander unterscheiden konnte, da die Bilder alle ähnlich bzw. eigentlich gleich aussahen. Es war quasi ein großes visuelles Rauschen – liebe entfolgte Personen! Nehmt es nicht persönlich!
Das Vergehen der Zeit hat durch das Weglassen von Sensationen, oft banalen Neuigkeiten und dem Sendungen-nebenbei-laufen-lassen an Tiefe gewonnen. Als ob die Zeit eine Dimension dazugewonnen hätte und wertvoller geworden wäre.
Die Frage, wie ich meine Zeit verbringen möchte, hat auf diesem Hintergrund nochmal an Präsenz gewonnen.

Die Welt fühlt sich kleiner an

Zu Beginn meiner Nachrichtenabstinenz fühlte sich die Welt kleiner an, vielleicht auch begrenzter. War ich nicht informiert? Hintergründe, Analysen zu bestimmten Themen habe ich „verpasst. Über andere Neuigkeiten wurde ich dennoch informiert. Eine Nachricht wurde sogar mehrmals an mich herangetragen, obwohl diese Neuigkeit für mich und die Weltöffentlichkeit meiner Einschätzung nach gar nicht so wichtig war und primär die betroffende Familie etwas angeht.
Der Gedanke, ich könnte etwas wichtiges aus der Buchwelt verpassen, besorgte mich etwas. Rückblickend kann ich sagen, ich habe in diesem Monat nichts wichtiges verpasst und Informationen, die ich für meinen Beruf brauche, sind auf anderem Wege zu mir kommen.
Keine BookTube-Videos zu schauen hat zudem dazu geführt, dass meine Buchwunschliste kaum länger geworden ist.

Mein Fazit

Wie ich bereits in meinem Zwischenfazit geschrieben habe, eignet sich das Fernsehen perfekt um sich von allen möglichen Dingen abzulenken. Als ich wieder in diese Lage geriet und mich gerne von einem Gedankenaufruhr abgelenkt hätte, habe ich Musik gehört, eine Kerze angezündet, Tee getrunken und auf meinen Atem geachtet. Nach einigen Minuten hat sich mein Gedankenwirrwarr gelichtet. Ich würde diese Erfahrung als klar und tief beschreiben, zudem hat sie mich in meinem Experiment bestätigt.

DVDs bzw. Filme werde ich mir auch in Zukunft immer mal wieder anschauen. Mein Plan ist es weniger kopflos (oder gar nicht kopflos) fernzuschauen. Ich möchte die Inhalte gerne gezielt(er) auswählen und dann anschauen. Also anschauen, hinschauen und nicht tausend andere Dinge nebenbei machen. Mal schauen, ob das funktionieren wird. Die Mediatheken und auch YouTube sind nur einen Klick weit entfernt. Im Vergleich dazu, war es damals sehr viel einfacher das Fernsehgerät einfach abzuschaffen. Gewohnheiten zu ändern fällt oft schwerer!