Kategorie: HSP & Introversion

Erkenntnisse zum Thema HSP

Titelbild Erkenntnisse zum Thema HSP

Am letzten Wochenende habe ich einen VHS-Seminar zum Thema „Hochsensibilität“ bzw. „Highly Sensitive Person“ (kurz: HSP) besucht. Ich habe mich für deines Seminar interessiert, da ich immer wieder an die Grenzen meiner Möglichkeit komme, alle auf mich einströmenden Reize zu verarbeiten. Ich würde sagen, mir fehlt ein Filter. Gerade akustische und visuelle Reize überfordern mich ab einem gewissen Maß. Die Thematik an sich ist nicht neu für mich. Neu für mich ist, aktiv nach Wegen zu suchen, um gut mit dieser Eigenschaft zu leben.

Was ist HSP?

Menschen, die sich als hochsensibel bezeichnen, nehmen ihre Umwelt und auch ihre innere Welt sehr intensiv wahr. Ihr Gehirn reagiert stärker auf diese Reize als das Gehirn von normal sensiblen Menschen, d.h. Reizüberflutung ist immer wieder ein Thema.

Manche Menschen reagieren eher sensibel auf akustische und visuelle Reize (wie ich). Andere sind sehr emfpänglich im zwischenmenschlichen Bereich und nehmen sehr viel im Hinblick auf die Gruppendynamik wahr. Wieder andere reagieren sehr sensibel auf Düfte. Was alle aber gemeinsam haben (das trifft auch auf normalsensible Menschen zu): Jeder Mensch sollte seine_ihre eigene Expert_in werden. Was für die eine Person funktioniert, treibt die andere Person vielleicht eher in den Wahnsinn.

Meine Erkenntnisse

Mir hat es sehr gut gefallen, mich mit anderen hochsensiblen Personen auszutauschen. Gerade dieser Austausch hat mich in einigen Dingen betärkt und mich darin bestätigt auf dem richtigen Weg zu sein (Thema: Grenzen & Prioritäten setzen).

  • Psychohygiene betreiben
    Wer sehr sensibel ist, ist auch oft sehr empathisch und da kann es passieren, dass sich fremde Gefühle im eigenen Gefühlsnetz verfangen. Fragen, die dann helfen: Wem gehört das Gefühl? Was liegt dahinter? Woher kommt es? Seit wann ist es da? Was habe ich wahrgenommen?
  • Grenzen erkennen & setzen
    Wann ist es zu viel? Wann reicht es? Gibt es Reizquellen, die ich ausschalten kann oder die pausieren können?
  • Pausen
    Sich selbst Pausen für die Verarbeitung von Reizen in den Alltag einbauen.
  • sich Wohlfühl- oder Schutzzonen schaffen
    Wer stark auf Sinnesreize reagiert, kann das ja auch im positiven Sinn nutzen. Ich denke da bspw. an einen Tee, ein Buch und angenehmes Licht oder auch an Offline-Zeiten.
  • die eigene Sensibilität wertschätzen
    und nicht als Schwäche oder Krankheit betrachten. Betrachte ich diese Eigenschaft oder Eigenheit in einem positiven Licht, fällt es mir viel leichter sie anzunehmen und bspw. zu sagen: „Ja, ich komme gerne mit zu Veranstaltung XY. Ich komme selbstständig, damit ich gehen kann, wenn ich genug habe.“ Das Thema „Grenzen setzen“ klingt auch hier an. Und mal ehrlich: Sich mit einer überreizten, genervten Person ins Getümmel stürzen macht allen Beteiligten keinen Spaß!
  • wichtigen Mitmenschen diese Eigenheit erklären
    Nicht im Sinne von sich für die Grenzen rechtfertigen, sondern im Sinne des Austauschs. Ich glaube, gerade in Beziehungen, die einem persönlich wichtig sind, ist das wichtig, um sich langfristig gut zu verstehen.
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Ist das Thema Reizüberflutung relevant? Wie gehst du damit um? Ist Hochsensibilität auch ein Thema für dich?

Ruhe im Kopf – Was mir aus der „Grübelfalle“ hilft

Titelbild Ruhe im Kopf - Was mir aus der "Grübelfalle" hilft

Kennst du die „Grübelfalle“? Mir passiert es immer mal wieder, dass ich in die „Grübelfalle“ falle. Meine Gedanken drehen sich im Kreis und sind tendenziell eher negativ eingefärbt. Umso länger ich diesem Gedankenstrom folge, desto schlechter wird meine Laune. In der „Grübelfall“ gibt es kein vor und kein zurück. Es gibt nur das Wiederkäuen der immer selben Gedanken.

Was mir nicht aus der „Grübelfalle“ heraus hilft

Wenn ich in der „Grübelfalle“ gelandet bin, hilft es mir nicht, mich mit Netzinhalten oder den sozialen Netzwerken abzulenken. Im Vergleich zu meinem Leben erscheint mir das Leben der anderen Menschen dann als besser, schöner, leichter, usw. – und dieser Vergleich trübt die Stimmung weiter. Auch Komfort-Nahrung oder Einkaufen hilft mir nicht. Diese Verhaltensweisen helfen mir nicht, der Sache auf den Grund zu gehen.

Was mir aus der „Grübelfalle“ hilft

Wenn ich in der „Grübelfalle“ sitze, ist es gar nicht so leicht den Kreislauf der Gedanken zu durchbrechen. Dieses Kreiseln der Gedanken verdeckt meiner Erfahrung nach oft bestimmte Erkenntnisse oder Gefühle. Würde ich diese Erkenntnisse wahrnehmen oder die Gefühle erleben, käme ich eher aus der Falle wieder heraus.

  • die Dinge ordnen
    Wenn ich Routineaufgaben (wie bspw. putzen, aufräumen, Staub wischen) erledige, ordne ich nicht nur die Dinge um mich herum, sondern stelle wundersamer Weise auch wieder ein Stück Ordnung in meinem Kopf her. Hilfreich ist dies für mich nur, wenn ich auf eine zusätzliche Beschallung durch Musik, Podcasts, etc. verzichte.
  • die Perspektive ändern
    Ich verlasse die Wohnung, gehe spazieren, bewege mich. Nehme ich physisch eine andere Perspektive ein, kann ich oft auch meine Gedanken aus einem anderen Blickwinkel betrachten.
  • das Gespräch suchen
    Manchmal hilft auch ein Gespräch mit einer anderen Person. Allerdings funktioniert das bei mir nicht mit jeder Person in jeder Situation. Auf platte Standardantworten verzichte ich so oder so lieber.
  • Fragen stellen & die Antworten aufschreiben
    Was beschäftigt mich gerade?
    Wie fühle ich mich?
    Kann ich eine Grundursache benennen, die sich unter dem Gedankenkreisel verbirgt?
    Was kann ich kurz- und langfristig tun, damit sich etwas ändert oder damit ich mich besser fühle? Was tröstet mich?

Grundsätzlich hilft mir meine tägliche Meditationszeit dabei, meine Gedankenmuster zu beobachten, zu erkennen und Gedanken als Gedanken wahrzunehmen. Wir denken nämlich ziemlich viel und nicht alles, was wir denken, ist die Wahrheit.

Am Rand der „Grübelfalle“ – Zeit für Selbstfürsorge

Bin ich der „Grübelfalle“ entkommen, brauche ich oft noch Zeit, meine Wunden zu pflegen. Je nach dem was diese Grübelei verdeckt hat, brauche ich vielleicht Trost oder Zeit, um mich zu versöhnen. Ich versuche dann gut für mich selbst zu sorgen, sich selbst etwas gutes tun. Dann geht es wieder besser.

Kennst du die „Grübelfalle“? Wie gehst du mit dieser Situation um? Was hilft dir? Was hilft dir nicht?

Alltagsmomente und Alltagsrauschen

Chucks im Gras

Der Alltag rauscht an mir vorbei. Es gibt viel zu erledigen und zu bedenken. Informationen fluten meinen Fokus, Zerstreuung in jedem Moment. Zum Supermarkt müsste ich auch noch und dann müsste ich auch noch diese E-Mail endlich beantworten. Und diesen Schrank dort in der Ecke habe ich auch schon länger nicht mehr geöffnet, vielleicht brauche ich die Dinge darin gar nicht mehr?
Dauert dieses Rauschen längere Zeit falle ich in eine Art von Erledigungsmodus. Ich arbeite jeden Punkt der To-Do-Liste systematisch ab. Meistens tut mir das ja gut, ich kann es ja auch: die Dinge vor mir herschieben. „Nee, mache ich lieber morgen.“, denke ich dann. Und dann ist es gut, wenn die Dinge erledigt sind. Vor einiger Zeit aber war jeder Tag der Woche mit bestimmten Aufgaben besetzt: fast jeder Tag ein Abenteuer für sich. Schnell priorisieren und entscheiden. Da war viel los und mir war, als käme ich gar nicht mehr raus aus diesem Erledigungsmodus.

Dann hielt ich an. Ich rieb mir die Zerstreuung aus den Augen und fand meinen Fokus wieder. Denn zwischen all diesen Dingen, die da immer an mir vorbei rauschen und die so dringend gehört werden oder erledigt werden müssen, gibt es auch diese anderen Alltagsmomente.
Momente, die mich dazu einladen, das Hier und Jetzt in genau diesem Moment wahrzunehmen. Es ist ein Innehalten, eine kurze Standortbestimmung, ein Wertschätzung der Gegenwart.

Es tut mir gut, dieses Innehalten. Es spendet Abstand, Kraft und Klarsicht – alles Dinge, die mir dabei helfen das Rauschen des Alltags zu meistern. Von selbst geschieht das nicht, es braucht einen achtsamen Umgang, den ich immer wieder übe.

Teelicht

Meine Alltagsfreude:

  • beim Frühstück eine Kerze anzünden und den Tag ohne künstliches Licht beginnen
  • die erfrischende Luft nach einem Regenguss einatmen
  • eine Zeile oder einen Abschnitt eines Buchers einige Male lesen und den Inhalt wirken lassen
  • dem Licht folgen
  • eine Tasse Tee trinken und den Vögeln beim Singen zuhören
  • den Sternen- oder Wolkenhimmel beobachten
  • morgendliches Meditieren
  • Yoga und Sport

Licht auf Wasser

Was sind deine Momente der Alltagsfreude oder des Innehaltens?

Nachthimmel