Reiseeindrücke: Amsterdam

Titelbild Reiseeindrücke Amsterdam

Kurz nach der Ankunft in Amsterdam hatte ich schon genug von der Stadt. Sie erschien mir laut, unübersichtlich und viel zu voll mit zu vielen Menschen. Doch mit Beharrlichkeit und Neugier entdeckten ich noch andere Seiten und konnte meine Zeit dort genießen. Zurück gekommen bin ich mit einem Koffer voller Eindrücke, mit Bildern im Kopf und auf der Speicherkarte und außerdem noch ein, zwei Mitbringseln.

Im Grachtengürtel Amsterdams kann man wirklich stundenlang spazieren gehen, Brücken und Hausboote bestaunen, sich die Nasen an Schaufenstern platt drücken und in gemütliche Cafés einkehren. Besonders gut ging das im Jordaanviertel. Doch egal wo du dich in Amsterdam gerade befindest, kommt ein Fahrrad auf dich zu, spring lieber schnell an die Seite. Radlerinnen und Radler bremsen scheinbar nur ungern für im Weg herumstehende, fotografierende Touristinnen. 😉

Bilder Amsterdam

Überrascht hat mich das englischsprachige Buchangebot, das vor Ort in den Buchhandlungen verfügbar war. Ich habe sogar zwei Buchhandlungen (Waterstones Amsterdam und The American Book Center) entdeckt, die nur englische Bücher anbieten. Ich fühlte mich wie im Bücherparadies und habe mich am Ende für ein einziges Buch entschieden. Die Wahl fiel auf „The Handmaide’s Tale“ von Margaret Atwood. Jaja, ich hätte noch mehr Bücher haben wollen und gleichzeitig möchte ich nicht, dass mein SUB zu Hause zu hoch wird. (#Minimalismus)

Der oft gepriesene Flohmarkt an der Waterlooplein hat mich eher enttäuscht. Bei meinem Besuch boten ein paar Stände 2nd Hand Artikel an, doch die meisten hatten Neuwaren im Angebot. In der Nähe des Marktes gibt es einige 2nd Hand-Läden, wo mir das Stöbern sehr viel mehr Freude bereitet hat. Meine Fundstücke: eine kleine Lederhandtasche und ein Kleid.

In einigen Museen war ich natürlich auch! Am Montagmorgen ging es ins Vincent van Gogh-Museum – die erste halbe Stunde dort war noch recht entspannt, doch dann kamen immer mehr Menschen in das Museum. Mir war es zu voll dort. Leider habe ich van Gogh in meinem Kopf mit einem anderen Maler verwechselt, was mich etwas enttäuscht hat. Rückblickend hat mich jedoch beeindruckt mit wie viel Muße, Ausdauer und Ehrgeiz der Maler an seine Kunst herangegangen ist.

Viel entspannter war der Besuch des benachbarten Stedelijk Museums. Das Museum zeigt Werke moderner und zeitgenössischer Kunst. Als ich dort war, wurden auch in diesem Museum zwei Bilder van Goghs ausgestellt. Hier hatte ich dann Gelegenheit mir die Bilder in ruhigerer Atmossphäre anzuschauen.
Die spannenden Fragen bei zeitgenössischer Kunst sind jedes Mal: Finde ich einen Zugang? Wie wirkt sie auf mich? Verstörend, irritierend, aufhellend? Zur Erholung bin ich noch mal zurück in die Moderene zu den Bildern von Chagall und Kandinsky gegangen.

Amsterdam Ijburg

An einem Vormittag ging es nach Ijburg an den Stadtstrand, dort waren an diesem Morgen nur wenige Badegäste und ich konnte am Strand entspannen, lesen und meine Füße im Wasser abkühlen. Auffallend ist dort leider, umso weiter weg die Mülleimer, desto mehr (Plastik-)Müll liegt im Sand.

Einen kleinen Kommentar zum Essen kann ich mir nicht verkneifen. Das leckerste Essen habe ich rückblickend in der Zentralbibliothek gegessen. Ganz oben befindet sich ein Bistro bzw. Kantine namens La Place. Dort kann man neben leckeren Essen auch eine schöne Aussicht genießen.

Weitere sehenswerte Sehenswürdigkeiten

Wer wie ich fünf komplette Tage in Amsterdam verbringt, hat reichlich Zeit für touristische Unternehmungen.

Highlight: Vondelpark

Amsterdam Vondelpark

Der Vondelpark ist ein weitläufiger Park, der je nach Wetter und Tageszeit vollkommen anders auf mich gewirkt hat. Am Montagvormittag war es ein Rückzugsort zur Erholung der Sinne. Viel Grün, ein paar Menschen mit Hunden und einige Sportler. Am Mittwochabend hingegen saßen auf jeder Bank und jeder Rasenfläche Menschen, die picknickten, schliefen, lasen, spielten oder Sport trieben. Es herrschte eine Atmossphäre, die dazu inspirierte das Leben im Hier und Jetzt zu genießen.

Highlight: Hortus Botanicus

Amsterdam Hortus Botanicus

Mein Reiseführer erwähnte den botanischen Garten Amsterdams nur am Rande. Diese kurze Erwähung sowie die Erinnerung an Elizabeth Gilberts wunderbaren Roman „Das Wesen der Dinge und der Liebe“ weckten mein Interesse.

Der Hortus Botanicus ist einer der ältesten botantischen Gärten der Welt und liegt sozusagen mitten im Großstadttrubel. Besonders gefallen haben mir die verschiedenen Gewächshäuser, die vielen blühenden Pflanzen und das Schmetterlingshaus. Da ich sehr gerne Pflanzen fotografiere, war der botanische Garten ein guter Ort für mich.

Highlight: Zoo

Artis Zoo Amsterdam

Ich gehe meistens gerne in Zoos, um (mir unbekannte) Tiere und Pflanzen zu sehen. Zudem finde ich es interessant wie unterschiedlich diese Parks oft gestaltet sind. Ich habe den Artis Zoo als schön und großflächig empfunden. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir auch hier das Schmetterlingshaus, sowie die afrikanischen Wildhunde und die in der Sonne dösenden Löwen.

Highlight: Fahrt durch die Grachten

Amsterdam Grachten

Eine Bootsfahrt durch die Grachten Amsterdams erinnert im ersten Moment wirklich sehr an eine touristische Aktivität. Ich habe mich für eine Rundfahrt mit einem elektrisch betriebenen Boot entschieden, das kaum Motorengeräusche von sich gibt. Ich hatte freie Sicht auf die Brücken, Häuser und die anderen (Haus-)boote, da unser Boot kein Dach hatte. Zudem hat der Kapitän noch einiges wissenswertes über Amsterdams Geschichte und Gegenwart erzählt.
An vielen Stellen liegen Broschüren aus, die über die einzelnen Tourenangebote informieren. Ein genauerer Blick lohnt sich!

Leider habe ich das Anne Frank Haus nicht besucht, da ich es versäumt haben, rechtzeitig ein Online-Ticket zu kaufen. Ohne Online-Ticket hätte ich mich in eine sehr lange Warteschlange einreihen müssen…die Tickets kann man zwei Monate im Vorraus auf der Webseite des Museums kaufen.

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Gelesen im Mai 2017

Ich habe meinen Monatsrückblick und meine Gelesen-Zusammenfassung getrennt, da meine Rückblicke je nach Anzahl der gelesenen Büchern, etwas lang, sperrig und unübersichtlich geworden sind. Ich glaube, mir gefällt diese Variante sehr gut.
Im Mai habe ich fast nur Bücher gelesen, die mir gut gefallen haben. Bis auf eine Ausnahme! Mit der fange ich am Besten gleich mal an.


Harry Potter and the Cursed Child – Parts one and two
Inhalt: Harry Potter steht inzwischen fest im Berufsleben, die Menge der Aufgaben überfordert ihn etwas. Er ist glücklich mit Ginny verheiratet und hat drei Kinder. Leider ruht seine ruhmreiche Vergangenheit nicht, sondern spielt auch in der Gegenwart immer wieder eine Rolle.
Bewertung: Auf den ersten Seiten war es ein schönes Wiedersehen mit geliebten Charakteren. Doch dann fragte ich mich beim Lesen immer wieder: „Ernsthaft?“. Betrachte ich das Theaterstück seperat, dann mag die Geschichte funktionieren. Aber als achter Harry Potter-Band? Es hat mir überhaupt nicht gefallen.

Eine Buchhandlung auf Reisen von Christopher Morley
Die Vorgeschichte von „Das Haus der vergessenen Bücher“
Inhalt:
Roger Mifflin ist ein fahrender Buchhändler in New England. Da er schon seit einer Weile davon träumt selbst ein Buch zu schreiben, möchte er seinen Bücherwagen samt Pferd, Hund und Inhalt verkaufen. Er findet schließlich eine Käuferin. Helen McGill übernimmt das Geschäft, doch Roger Mifflin kann sich nur schwer trennen …
Bewertung: Ein Wohlfühlroman über die Liebe zwischen zwei Menschen und die Liebe zur Literatur.

Americanah von Chimamanda Ngozi Adichie
Inhalt:
Ein Roman über Migration, Gesellschaft, Rassismus und Liebe, der in Nigeria, den USA und Großbritannien spielt. Die Hauptpersonen Ifemelu und Obinze lernen sich schon während der Schulzeit kennen und werden ein Paar. Leider trennen sich ihre Wege als Ifemelu ein Visum für die USA erhält, um dort ihr Studium fortzusetzen.
In den USA angekommen ist sie mit einer anderen Kultur und zum ersten Mal in ihrem Leben auch mit Rassismus konfrontiert. In Nigeria, zuhause, war sie eine von vielen. In den USA fällt sie durch ihre Hautfarbe auf. Sie arrangiert sich, lernt ‚die richtigen‘ Menschen kennen und bloggt über ihre Erfahrungen.
Als sie einige Jahre später nach Nigeria zurückkehrt, muss sie sich erst wieder an ihre Heimat gewöhnen. Es hat sich viel verändert. Und was ist mit Obinze? Können die beiden sich wieder annähern und lieben sie sich noch immer?
Bewertung: Absolut lesenswert! Eindringlich, augenöffnend und horizonterweiternd. Die Autorin sensibilisiert für politische und gesellschaftliche Themen, die mir vor der Lektüre des Romans nicht unbedingt aufgefallen wären. Die Innenschau als auch die Reflexion der gesellschaftlichen Themen erschienen tiefsinnig, fundiert und nachvollziehbar.

Eine englische Ehe von Claire Fuller
Inhalt:
Floras Mutter Ingrid verschwindet als Flora noch ein Kind war. Lebt sie noch? War es ein Suizid? Zwölf Jahre später ist Floras Vater Gil überzeugt, Ingrid in der Stadt gesehen zu haben. Angefixt von diesem Ereignis begibt sich Flora auf Spurensuche.
Als Ingrid Gil kennenlernte, war sie eine ambitionierte Studentin mit großen Träumen und er ihr charmanter, attraktiver Literaturprofessor. Als Ingrid schwanger wird, heiratet sie Gil und gibt ihre Träume auf. Gil betrügt Ingrid unzählige Male. Ingrid schreibt ihm Briefe an ihren Mann und versteckt die Briefe in seinen Büchern.
Flora könnte so viel über ihre Mutter erfahren, würde sie nur die Briefe finden.
Bewertung: Ein Roman, der mich gleich zu Beginn in seinen Bann gezogen hat. Ich wollte ganz und gar in die Geschichte eintauchen und mich quasi damit zudecken. Die Autorin schafft mir ihrer Sprache eine dichte Atmossphäre mit feinen Zwischentönen. Eine traurig, tragische Geschichte über Liebe, Beziehung und Familie.

Außerdem habe ich noch „Lyrebird“ von Ceclia Ahern gelesen.

Rückblick Mai 2017

Titelbild Rückblick Mai

Im Mai ist es ja endlich wärmer geworden! An ein oder zwei Tagen war es mir schon fast zu warm. Allerdings war es endlich warm genug, um auf dem Balkon in der Hängematte zu liegen. Leider stört der Feierabendverkehr die Idylle etwas. Meine Lösung: dämpfende Kopfhörer auf und Hörbuch hören.

Ich habe mich auch wie geplant im Fitnessstudio angemeldet. Es gibt unter uns Menschen, die Menschen, die dort gerne Sport machen und dann gibt es die, für die das wiederum gar nichts ist. Da ich früher schon mal in ein anderes Studio gegangen bin, wusste ich, dass ich eher zum ersten Typ gehöre.

Zurzeit probiere ich die App „Wunderlist“ aus. Eigentliche führe ich meine ToDo-Listen alle auf Papier und in meinem Filofax, allerdings hat das in den vergangenen Monaten nicht mehr funktioniert. In der App habe ich verschiedene Listen angelegt, um meine Vorhaben auch thematisch besser zu strukturieren. Zurzeit führe ich die diese Listen bzw. Rubriken:

  • monatliche wiederkehrende Aufgaben
  • Blog
  • Urlaubsplanung
  • Monat für Monat (hier bekommt jeder Monat eine eigene Liste, auf der ich dann notiere, welche Aufgaben ich in diesem Monat erledigen möchte)

Besonders gefällt mir, dass ich die wiederkehrenden Aufgaben jetzt nicht mehr jeden Monat neu aufzuschreiben muss. Ich bin eben bequem.

Pläne für den Juni
  • Im Juni werde ich in den Urlaub fahren! Es geht nach Amsterdam und ich bin gespannt.
  • Außerdem möchte ich das Buch „Ökoroutine: Damit wir tun, was wir für richtig halten“ von Michael Kopatz zu Ende lesen. Ich glaube, ich habe bereits im April damit begonnen.
  • Es steht auch der ein oder andere Arzttermin in meinem Terminkalender. Seitdem ich Arzttermine als Grundbestandteil der Selbstfürsorge betrachte, nerven sie mich etwas weniger.
  • Außerdem möchte ich weiter meiner Unzufriedenheit nachspüren, um mich zufriedener zu fühlen und mehr Klarheit zu gewinnen.

[Gelesen] Lyrebird von Cecelia Ahern

Titelbild Gelesen Lyrebird Cecelia Ahern

Erscheint ein neuer Roman der irischen Autorin Cecelia Ahern, bin ich jedes Mal wieder neugierig auf das Buch, obwohl mir in der Vergangenheit nicht alle ihre Werke gut gefallen haben. Ende letzten Jahres erschien ihr neuer Roman „Lyrebird“, der mich wieder zurück nach Irland geführt hat. Nach dem Abitur war ich für ca. 6 Monate in Dublin als Au-Pair und greife daher immer wieder gerne zu Romanen, die in dieser Gegend spielen.

Inhalt

Im Süd-Westen Irlands, nahe der Stadt Cork, lebt die junge Frau Laura zurückgezogen und verborgen vor der Welt in einem Wald. Laura lebt dort nahezu autark: sie versorgt sich mit dem, was der Wald ihr gibt. Einmal in der Woche bekommt sie Besuch von Tom Toolin. Er besitzt das Stück Land auf dem Laura lebt, versorgt sie mit weiteren Lebensmitteln und auch mit Büchern.

Bo, Salomon und Rachel haben die Zwillingsbrüder Tom und Joe Toolin ein Jahr lang begleitet und in dieser Zeit eine Dokumentation über das Leben der beiden gedreht. Als Tom überraschend stirbt, kehren die drei zurück zur Toolin Farn, um Joe ihre Anteilnahme auszusprechen.

Auf Laura sind sie während der gesamten Drehzeit nicht gestoßen. Als sie Laura schließlich entdecken, verändert die Begegnung Lauras Leben Schlag auf Schlag.  Bo wittert in Lauras Geschichte Material für eine neue Dokumentation, die Arbeiten beginnen sofort. Schließlich begleitet Laura das Team nach Dublin.

Lauras einzigartiges Talent Geräusche jeglicher Art nachzuahmen spielt dabei eine zentrale Rolle.

Bewertung

Der Titel des Romans „Lyrebird“ bezieht sich auf dieses Talent. Die in Australien heimischen Leierschwänze sind ebenfalls in der Lage viele Geräusche zu imitieren, wie bspw. der Gesang anderer Vögel, den Klang verschiedener Instrumente oder auch ganz andere Tiere wie bspw. Hunde.

Der Roman zeichnet durch seine Kontraste aus. Da gibt es Laura in der Natur und Laura in der Großstadt.  Auf der einen Seite erleben wir sie als naturverbunden, mit sich und Welt im Einklang lebend, verwurzelt und zufrieden. Doch umso mehr Lärm in ihr Leben dringt, desto stärker verändert sie sich. Sie wirkt entwurzelt und verunsichert. Sie ist in einer neuen, lauten Welt gestrandet und wird mit jedem Tag unzufriedenerer.  Spannungen und Konflikte sind so vorprogrammiert. Weitere Themen sind Liebe, Ruhm und Freiheit.

Trotz einiger Längen, ist „Lyrebird“ angenehm zu lesen und recht unterhaltsam. Die allwissende Erzählperspektive verleiht der Geschichte Tiefe. Die Leser_innen erhfahren daurch sehr viel über das innere Erlebens der verschiedenen Charaktere. Zudem nährt das Leseerlebnis die Sehnsucht nach Stille und Naturgeräuschen.

Auf Deutsch wird der Roman unter dem Titel „So klingt dein Herz“ im August 2017 bei Fischer Krüger erscheinen.

„Lyrebird“ von Cecelia Ahern – Harper Collins – ISBN 978-0-00-750187-8 – ca. 15,00.

Ruhe im Kopf – Was mir aus der „Grübelfalle“ hilft

Titelbild Ruhe im Kopf - Was mir aus der "Grübelfalle" hilft

Kennst du die „Grübelfalle“? Mir passiert es immer mal wieder, dass ich in die „Grübelfalle“ falle. Meine Gedanken drehen sich im Kreis und sind tendenziell eher negativ eingefärbt. Umso länger ich diesem Gedankenstrom folge, desto schlechter wird meine Laune. In der „Grübelfall“ gibt es kein vor und kein zurück. Es gibt nur das Wiederkäuen der immer selben Gedanken.

Was mir nicht aus der „Grübelfalle“ heraus hilft

Wenn ich in der „Grübelfalle“ gelandet bin, hilft es mir nicht, mich mit Netzinhalten oder den sozialen Netzwerken abzulenken. Im Vergleich zu meinem Leben erscheint mir das Leben der anderen Menschen dann als besser, schöner, leichter, usw. – und dieser Vergleich trübt die Stimmung weiter. Auch Komfort-Nahrung oder Einkaufen hilft mir nicht. Diese Verhaltensweisen helfen mir nicht, der Sache auf den Grund zu gehen.

Was mir aus der „Grübelfalle“ hilft

Wenn ich in der „Grübelfalle“ sitze, ist es gar nicht so leicht den Kreislauf der Gedanken zu durchbrechen. Dieses Kreiseln der Gedanken verdeckt meiner Erfahrung nach oft bestimmte Erkenntnisse oder Gefühle. Würde ich diese Erkenntnisse wahrnehmen oder die Gefühle erleben, käme ich eher aus der Falle wieder heraus.

  • die Dinge ordnen
    Wenn ich Routineaufgaben (wie bspw. putzen, aufräumen, Staub wischen) erledige, ordne ich nicht nur die Dinge um mich herum, sondern stelle wundersamer Weise auch wieder ein Stück Ordnung in meinem Kopf her. Hilfreich ist dies für mich nur, wenn ich auf eine zusätzliche Beschallung durch Musik, Podcasts, etc. verzichte.
  • die Perspektive ändern
    Ich verlasse die Wohnung, gehe spazieren, bewege mich. Nehme ich physisch eine andere Perspektive ein, kann ich oft auch meine Gedanken aus einem anderen Blickwinkel betrachten.
  • das Gespräch suchen
    Manchmal hilft auch ein Gespräch mit einer anderen Person. Allerdings funktioniert das bei mir nicht mit jeder Person in jeder Situation. Auf platte Standardantworten verzichte ich so oder so lieber.
  • Fragen stellen & die Antworten aufschreiben
    Was beschäftigt mich gerade?
    Wie fühle ich mich?
    Kann ich eine Grundursache benennen, die sich unter dem Gedankenkreisel verbirgt?
    Was kann ich kurz- und langfristig tun, damit sich etwas ändert oder damit ich mich besser fühle? Was tröstet mich?

Grundsätzlich hilft mir meine tägliche Meditationszeit dabei, meine Gedankenmuster zu beobachten, zu erkennen und Gedanken als Gedanken wahrzunehmen. Wir denken nämlich ziemlich viel und nicht alles, was wir denken, ist die Wahrheit.

Am Rand der „Grübelfalle“ – Zeit für Selbstfürsorge

Bin ich der „Grübelfalle“ entkommen, brauche ich oft noch Zeit, meine Wunden zu pflegen. Je nach dem was diese Grübelei verdeckt hat, brauche ich vielleicht Trost oder Zeit, um mich zu versöhnen. Ich versuche dann gut für mich selbst zu sorgen, sich selbst etwas gutes tun. Dann geht es wieder besser.

Kennst du die „Grübelfalle“? Wie gehst du mit dieser Situation um? Was hilft dir? Was hilft dir nicht?