Rückblick Juli 2016

Collage aus Juli-Bildern

Im Juli war ich schwimmen! Ich bin vor Jahren das letzte Mal im Schwimmbad gewesen. Es hat mich sehr gefreut, dass ich auch noch schwimmen kann. 😉 Mich hat es besonders begeistert, dass ich mich schon nach ein paar Bahnen vollkommen durchbewegt fühlte. Ich habe vor zukünftig öfter mal wieder schwimmen zu gehen, da es mir sehr gut getan hat.
Außerdem habe ich im Juli meine Buchwunschliste sortiert. Diese Liste ist etwas explodiert und durcheinander geraten. Viele meiner Wunschtitel habe ich im Katalog der Bücherei gefunden. Für manche Themen habe ich inzwischen auch das Interesse verloren, diese Bücher habe ich dann ganz von meiner Liste gestrichen. Das Ganze wirkte irgendwie befreiend!
Gelesen habe ich im Juli jedoch ziemlich viel!

Gelesen im Juli 2016
  • Reclaiming Conversation – The Power of Talk in a Digital Age von Sherry Turkle
    Dieser Titel behandelt die Auswirkungen von Smartphones, etc. auf unsere Gesprächskultur. Eine ausführliche Besprechung habe ich schon geschrieben.
  • Buddenbrooks von Thomas Mann
    Am Anfang des Jahres habe ich mir eine Liste mit Büchern geschrieben, die ich in diesem Jahr unbedingt lesen möchte. Als ich Buddenbrooks auf die Liste setzte, wusste ich noch nichts von den 768 Seiten!
    Thomas Mann schildert in diesem Roman die Geschichte der Familie Buddenbrook. Lübeck im 19. Jahrhundert – eine Gesellschaft, die wir nicht kennen oder so erlebt haben. Einige Abschnitte waren überaus dramatisch, andere Abschnitte sehr zäh – da brauchte ich zum Lesen einen ziemlich langen Atem! Insgesamt gewann ich durch die Lektüre einen umfassenden Einblick in die damaligen Familien- und Gesellschaftsstrukturen.
  • Lettipark von Judith Hermann
    Ein Buch von Judith Hermann mit neuen Erzählungen! Intensive Momentaufnahmen von alltäglichen aber wichtigen Lebensmomenten. Ich bin fast süchtig nach Judith Hermanns Wortgesang geworden. Mein Tipp: Beim Lesen Pausen einlegen, um die einzelnen Erzählungen wirken zu lassen.
  • Harry Potter and the Halfblood-Prince von J.K. Rowling
    Vor Jahren, meist frisch erschienen, habe ich Harry Potter schon einmal gelesen. Manche Bände inzwischen auch schon drei oder vier Mal. Den sechsten Band habe ich allerdings jetzt erst zum zweiten Mal gelesen. Überraschenderweise habe ich ziemlich viel vergessen, daher war es (fast) ein neues Leseerlebnis für mich! Hach!
  • PeterSilie von Antje Damm
    Ein besonders schönes Kinderbuch! Hier habe ich es schon ausführlicher besprochen.
  • Zwei Schwestern von Dorothy Baker
    Cassandra und Judith sind Zwillingsschwestern, sie sind nur schwer voneinander zu unterscheiden und lebten bis vor kurzem zusammen. Die eine Schwester kann sich ein Leben ohne die andere Schwester nicht vorstellen während die andere Schwester nach mehr Unabhängigkeit strebt.
    Doch dann plant eine der Schwestern zu heiraten, der Konflikt ist vorprogrammiert und eine der beiden greift zu dramatischen Mitteln … .
    Der Roman zeichnet such durch eine sehr dichte und intensive Sprache aus und ist alleine schon aus diesem Grund überaus lesenswert!
  • Saga Eins von Brian K. Vaughn und Fiona Staples
    Alana & Marko gehören zwei gegeneinander verfeindeten Mächten an und verlieben sich. Nach der Geburt ihres Kindes fliehen sie, um irgendwo im Universum einen sicheren Ort zu finden!
    Ein ganz wunderbares Graphic Novel! Ich bin begeistert und werde bald auch den zweiten Band lesen.
  • Lessons in laughing out loud von Rowan Coleman
    Auf Deutsch ist der Roman unter dem Titel „Wolken wegschieben“ erschienen. Wer einen typischen Chick-Lit-Roman erwartet, wird wohl enttäuscht werden. Willow und Holly sind Zwillinge, deren beider Leben ganz verschieden verläuft. Holly ist glücklich, verheiratet, hat zwei Kinder und ist schlank. Willow hingegen fühlt sich eher zu dick, unglücklich und ist geschieden. Als Willow zufällig in einem 2nd Hand Laden ein paar Schuhe findet, verändert sich ihr Leben Schritt für Schritt.
    Im letzten drittel des Romans werden sehr ernste Themen sehr ernst behandelt! Eine spannendes Leseerlebnis, dei dem ich das ein oder andere Mal auch Herzklopfen beim Lesen hatte.

[Gelesen] Reclaiming Conversation – The Power of Talk in a Digital Age von Sherry Turkle

Titelbild Besprechung Reclaiming Conversation

Unser Umgang mit dem Internet, den sozialen Medien und den neuen smarten Geräten ist ein heißes Thema. Sprechen wir darüber, brausen viele schnell auf. Eine Gruppe hasst alles Digitale und die anderen lieben das digitale Universum! Vermutlich übertreibe ich, dennoch hat schon so manches Gespräch oder auch die ein oder andere Talk-Show diesen Eindruck bei mir hinterlassen. Trotzdem kommen wir nicht drumherum uns zu fragen, wie wir mit diesen Medien umgehen wollen, was die mit uns oder unserer Gesprächskultur machen.

Inzwischen sind zahlreiche Bücher zu diesem Themenkomplex erschienen. Den Titel „Reclaiming Conversation – The Power of Talk in a Digital Age“ von Sherry Turkle möchte ich dir heute genauer vorstellen. Seit ca. 30 Jahren beschäftigt sich Sherry Turkle mit der Beziehung, die zwischen Mensch und Technologie entsteht, wenn Menschen diese Technologie nutzen. Es klingt vielleicht etwas seltsam mit einem toten Gegenstand eine Beziehung einzuegen, der Gedanke wird bei genauerer Betrachtung nachvollziehbarer. Gegenstand ihrer  Forschung sind nicht nur die neueren Entwicklungen – wie Smartphone, soziale Medien, etc. –  sondern auch Roboter und ihre Wirkung auf Menschen. Höre ich „Roboter“, denke ich eher an Science-Fiction, Massenproduktion oder R2D2. Das Haustierspielzeug „Furby“ war auch irgendwie ein Roboter. Kinder der 90er erinnern sich vielleicht.

Inhalt, Bewertung & Meinung

Mittelpunkt aller Kapitel ist die Gesprächskultur in der Familie, unter Freunden oder auch am Arbeitsplatz. Mithilfe eines Zitats von Henry David Thoreau aus „Walden oder das Leben in den Wäldern“ baut die Autorin ihr Buch auf:

„I had three chairs in my house; one for solitude, two for friendship, three for society.“

Das Kapitel „Solitude“ beschäftigt sich mit der menschlichen Fähigkeit allein zu sein, sich selbst und die Welt zu reflektieren und dadurch zu tiefgreifenden Erkenntnissen zu kommen. Heute fehlt diese Zeit oft – entweder verlangt das Smartphone unsere Aufmerksamkeit oder wir füllen mit Netzinhalten jeden freien Augenblick. Für Turkle ist die Fähigkeit sich selbst zu sammeln, Voraussetzung für die Entwicklung des Selbstbewusstseins und der Fähigkeit zur Empathie. Wer sich seines Selbst bewusst ist und empathisch handelt, dem stehen Gespräche offen, die einen wiederum näher zu sich selbst bringen sowie Herz & Seele singen lassen. Da Solitude eins meiner Worte für dieses Jahr ist, hat mir das Lesen diesen Kapitels sehr viel Freude bereitet.

“The capacity for solitude makes relationships with others more authentic. Because you know who you are, you can see others for who they are, not for who you need them to be. So solitude enables richer conversation.”  (S. 46)

Der zweite Stuhl steht für die Bereiche Familie, Freundschaft und die romantische Liebe. In diesem Kapiteln las ich von Familien, die nur noch mithilfe von Textnachrichten streiten, um nicht von Gefühlen abgelenkt zu werden. Ich las von Kindern, deren Eltern sich mit ihrem Smartphone beschäftigten anstatt ihren Kindern zuzuhören. Dieselben Kinder suchen Problemlösungen lieber im Internet als sich ihren Eltern anzuvertrauen. Soziale Aktivitäten ohne digitale Unterbrechung scheinen unmöglich. Die online Welt durchdringt die offline Welt und fragmentiert sie. Vieles passiert gleichzeitig, was es unmöglich macht, fortdauernd in der Gegenwart präsent zu sein. Wenn die Realität vieler Familien und Freundschaften wirklich so ist, gibt es da ein Problem. Kleben die eigenen Augen immer am Bildschirm, vergessen wir unseren Mitmenschen in die Augen zu schauen. Kommunikation geht sowieso schnell schief! Beschränken wir uns auf Textnachrichten, um unsere Beziehungen und Freundschaften zu pflegen, gehen viele Zwischentöne verloren.

“In person, we have access to the message carried in the face, the voice and the body.”  (S. 23)

Der dritte Stuhl „Society“ umfasst Bildung und Arbeit – in beiden Feldern sind Computer und der Internetzugang kaum noch wegzudenken. Das Kapitel zur Bildung hat mich teilweise überrascht, so hat Turkle beispielsweise einen Unterschied bei handgeschriebenen und getippten Vorlesungsmitschriften festgestellt. Wer tippt, schreibt eher wörtlich auf, was doziert wurde. Wer mit der Hand schreibt, beschäftigt sich stärker mit dem Inhalt und den eigenen Gedankengängen.
In vielen Büros wird immer stärker auf digitale Kommunikation gesetzt. Manche Unternehmen haben gar keine Büroräume mehr – die Mitarbeiter_innen erledigen ihre Arbeit dort wo sie wohnen. Zahlreiche E-Mails und Videokonferenzen, in denen niemand wirklich zuhört, scheinen das Ergebnis zu sein. Mich irritierten diese Beschreibungen – ich arbeite gerne mit anderen Menschen zusammen, frage nach Lösungen oder was sie von Idee X oder Y halten. Diskutieren wir offen, spielen mit unseren Gedanken, kommen wir oft zu Lösungen, an die eine Person alleine gar nicht gedacht hätte. Wer mit den Kolleg_innen in direktem Kontakt stehen möchte und Raum für kreative Gespräche schaffen möchte, findet in diesem Kapitel garantiert Stoff für die Argumentation!

Am Ende des Buches wirft Sherry Turkle noch einen Blick in die Zukunft. Hierbei bezieht sie nicht nur auf die aktuelle Situation, sondern berücksichtigt auch ihre bisherigen Erkenntnisse mit ein. Mir war das teilweise zu viel und durch manche Passagen habe ich mich quasi durchgekämpft. Hängengeblieben aber ist dies: sitzen wir alleine vorm Bildschirm, beurteilen wir diese Situation als privat, obwohl unser Surfverhalten vermutlich getrackt wird und unsere Nutzungsdaten von Algorithmen ausgewertet werden. Gleichzeitig braucht es private Räume, in denen wir unsere Ideen und unser Selbst entwickeln können, um letztendlich tiefe und bereichernde Gespräche zu führen. Sherry Turkle verdeutlicht wie schützenswert und wertvoll diese Räume und Zeiten sind!

Abschließende Gedanken

Sherry Turkle schreibt niemals mit erhobenem Zeigefinger. Sie kritisiert, begründet ihre Kritik, erklärt Hintergründe und Auswege. Es geht nicht darum, gänzlich auf das Internet & Co. zu verzichten. Es geht um unser Verhalten und unseren Umgang mit diesen Technologien. Damit wir das richtige Maß finden, brauchen wir Zeit zur Reflexion, Alltagsexperimente und auch einen Austausch über die Thematik. „Reclaiming Conversation“ bietet eine große Bandbreite an Aspekten. Je nach Lagerung der Interesse lesen sich manche Kapitel schneller und manche langsamer. Wer sich für dieses Thema interessiert, findet in diesem Titel  zahlreiche Hintergrundinformation und Anregung zur Reflexion des eigenen Verhaltens. Für mich hat sich die Lektüre gelohnt!

Mehr zum Thema

Bereits auf Deutsch erschienen ist „Verloren unter 100 Freunden – Wie wir in der digitalen Welt seelisch verkümmern“ von Sherry Turkle – Riemann – ISBN 978-3-641-08792-0 – 15,99 Euro.

„Reclaiming Conversation – The Power of Talk in a Digital Age“ von Sherry Turkle – Penguin Press – ISBN 978-1-10198-046-0 – ca. 13,00 Euro.

Lieblingspodcasts und Booktubefavoriten

Lieblingspodcasts & Booktubefavoriten

Ich höre gerne Podcasts (im Plural tatsächlich mit s). Ich mag besonders gerne längere und tiefgreifende Interviews zu einzelnen Themen oder zum Lebenslauf einer Person. Schon früher habe ich gerne eine nachmittägliche Radiosendung zugehört, bei der die Zuhörer_innen ein Thema per Telefon und E-Mail-Zuschrift miteinander diskutieren konnten. Zwischendurch lief in der Regel gute Musik und danach war mein Horizont um einige Facetten reicher! Leider gibt es diese Sendung schon lange nicht mehr!

Radio höre ich inzwischen höchst selten, aber einem Podcast höre ich sehr gerne zu. Ich höre vorrangig englischsprachige Podcasts. Das hat sich mit der Zeit entwickelt und war keine Absicht, trotzdem freut es mich, dass ich dadurch mein Hörverständnis verbessern konnte. Schöner Nebeneffekt! In diesem Artikel stelle ich meine Lieblingspodcasts und Booktubefavoriten vor.

Lieblingspodcasts

Es gibt drei Podcast-Sendungen, die ich regelmäßig höre. Entweder beim Putzen und Aufräumen oder bei kreativen Tätigkeiten.

  • Just between you und me von Jen Lee und Tim Manley
    Tim und Jen telefonieren wöchentlich für ca. eine halbe Stunde und tauschen sich über ihre kreativen Prozesse aus. Alltägliche und besondere Momente finden ihren Platz.
    Seitdem ich diesen Podcast höre, hat meine Vorstellung von einer kreativen Vollzeittätigkeit einiges an Romantik verloren. Durtstrecken, kreative Erschöpfung und Ratlosigkeit gehören genauso dazu wie Begeisterung und Leidenschaft.
  • The Lively Show – Add a little extra intention to your everyday
    Jess Lively führt zauberhafte Interviews mit ihren Gästen. Meistens sind es kreative Menschen oder Unternehmer_innen, die von ihrer Arbeit, ihrem Lebensglück erzählen und von ihren wichtigsten Erkenntnissen darüber. Die Interviews inspirieren mich dazu das Leben oder mein Leben auch mal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und mir selbst (große) Fragen zu stellen. Zurzeit reist Jess Lively durch Europa – zuvor hat sie ihr Haus in den USA inkl. aller Möbel verkauft und hat sich auf einen ganz neuen Lebensstil eingelassen.
  • On Being
    Genauso wie Jess Lively führt auch Krista Tippet ganz wunderbare Gespräche. On Being ist eine amerikanische Radiosendung, die auch im Internet gehört werden kann.
    Die zentrale Fragestellung der Sendung lautet: Was bedeutet es Mensch zu sein und wie wollen wir dieses Mensch-Sein leben? Diese Frage wird im Kontext der Gegenwart mit all ihren Herausforderungen beleuchtet.
    On Being ist tiefsinnig und erweitert immer wieder meinen Horizont. Besonders ist zudem, dass man wählen kann, ob man die Radiofassung oder lieber eine ungeschnitte Version eines Gesprächs hören möchte. Wenn mir ein Podcast besonders viel gibt, höre ich die Sendung auch gerne mehrmals!
Booktubefavoriten

Ich habe ja bekanntlich eine Schwäche für Bücher. Ich folge zwei Booktuberinnen, die in Großbritannien leben. So werde ich auch hin und wieder auf Titel aufmerksam, die ich in deutschen Buchhandlungen und Büchereien höchstwahrscheinlich nicht gefunden hätte.

  • The Books and Pieces
    Elisabeths Booktubekanal habe ich durch einen Blogpost von Svenja (Apfelmädchen.de) entdeckt – genau zu der Zeit als ich anfing mich für Science Fiction-Literatur zu interessieren. Elisabth liest primär eben dieses Genre und bespricht die Titel mit Begeisterung und viel Witz. Meine Leseliste wird seitdem immer länger!
  • Jen Campbell
    Mit genauso viel Leidenschaft bespricht Jen Campbell Bücher und andere Buch-Themen. Sie selbst hat viele Jahre im Buchhandel gearbeitet und schreibt selbst Bücher und Lyrik. Besonders interessant ist auch ihre Videoserie über Märchen. Ich schaue diesen Kanal erst seit ein paar Wochen und ich entdecke immer noch mehr Videojuwelen!

[Gelesen] PeterSilie von Antje Damm

Bild vom Buch "PeterSilie" von Antje Damm

Sprechen wir über Kinderbücher! Es gibt ganz wunderbare Bücher für Kinder, die auch Erwachsene beim Lesen glücklich machen. In dieser Woche habe ich ein solches Buch gelesen und ich lege es dir wärmstens ans Herz!

Inhalt

Nick lebt zusammen mit seinen Eltern und seinem älteren Bruder Joschi in einer Mietwohnung. Nachdem Großvater gestorben ist, ist Oma zur Familie gezogen. Nick verbringt sehr viel Zeit mit seiner Oma. Mit ihr zusammen kocht er die besten Spätzle der Welt und Oma erzählt die schönsten Geschichten. Besonders gern erzählt Oma von der Zeit als sie selbst noch ein Kind war.
Doch eines Tages kommt Oma ins Krankenhaus, zuerst darf Nick Oma gar nicht besuchen. Erst als es Oma schon ein wenig besser geht, fährt die ganze Familie zum Krankenhaus um Oma zu besuchen. Aber Oma sagt kein Wort und reagiert kaum auf ihren Besuch. Niedergeschlagen kehrt die Famile zurück nach Hause.
Nick versteht, dass es seiner Oma gar nicht gut geht. Ihn beschäftigt das sehr und so erzählt er alles dem älteren Nachbarn Paul. Zusammen starten Paul und Nick die „Aktion Oma“: sie wollen Oma eine Freude bereiten. Nick ahnt noch nicht, welch großes Abenteuer auf ihn wartet… .

Meinung

„PeterSilie“ ist ein Kinderbuch mit vielen Facetten. Die Eltern sind mit ihrem eigenem Alltag beschäftigt. Da ist zum einen der Haushalt, aber auch die neue Stelle des Vaters. Auf die Krankheit der Großmutter reagieren sie mit Sprachlosigkeit und Schweigen. Der Nachbar Paul aber nimmt Nick mit seinen Sorgen und Ängsten ernst, so dass er sich vertrauensvoll an eine erwachsene Person wenden kann. Antje Damm bricht diese Spannung immer wieder mit einer gewissen Komik. So beschreibt Nick seinen Bruder mit diesen Worten:

„Joschi ist in der Pubertät, das sagt Mama zumindest immer. Ist so eine Art Krankheit. Man merkt es daran, dass er nicht viel redet und überall Pickel im Gesicht hat.“ (S. 12).

Durch diese humorvollen Elemente gewinnt die Geschichte an Leichtigkeit ohne den Ernst der Lage herunterzuspielen. Während der „Aktion Oma“ entdeckt Nick seine eigene Handlungsfähigkeit und entkommt so dem in der Familie herrschenden Ohnmachtsgefühl. Ohne Nicks Initiative wäre die ganze „Aktion Oma“ sogar gescheitert. Nick wird durch das Abenteuer, dass er zusammen mit Paul erlebt, gestärkt.

„PeterSilie“ umfasst die Themen Familie, Krankheit, Natur- und Tierschutz sowie den Umgang mit Gefühlen. Es ist eine sehr schöne Geschichte zum Vorlesen und später auch zum Selbstlesen. Das Buch wurde zudem vom Leipziger Lesekompass prämiert. Der Leipziger Lesekompass zeichnet besonders wertvolle und einzigartige Kinderliteratur aus.

„PeterSilie“ von Antje Damm – Tulipan Verlag – ISBN 978-3-86429-253-8 – 12,95 Euro.

Rückblick Juni 2016

Collage

Im Juni habe ich die Meditationsapp „Calm“ für mich entdeckt. Mir gefallen die verschiedenen Hintergrundgeräusche als auch die geführten Meditationen. Die Stimme ist sehr angenehm. Abends nach der Arbeit habe ich gerne einen 15-minütigen BodyScan durchgeführt um abzuschalten und in der Freizeit anzukommen. Die kostenpflichtige Variante habe ich noch nicht ausprobiert, ziehe es jedoch in Erwägung.

Zudem nehme ich am #LBLesesommer teil. Wer durch die verschiedenen Aufgaben entsprechend viele Punkte sammelt, hat auch die Chance etwas zu gewinnen. Ich habe mir bisher nur die Aufgaben herausgepickt, die ich zeitlich gut lösen konnte und die mir zugleich Freude bereiten. An erster Stelle steht da das Lesen selbst!

Gelesen im Juni
  • Lieber Mr. Salinger von Joanna Rakoff
    Joanna Rakoff benötigt dringend einen Job! Sie findet schließlich eine Stelle bei der Agentur (einer sehr wichtigen Literaturagentur) und wird Assistentin der Chefin. Doch während ihre beste Freundin – 1996 –  im Büro mit PC, Internet und E-Mail arbeitet, tippt Joanna tapfer weiter auf ihrer Schreibmaschine. Die Agentur scheint etwas in die Jahre gekommen zu sein, doch sie schließt noch immer Verträge für und mit bedeutenden Schrifsteller_innen ab. Joannas Chefin selbst betreut einen der wichtigsten Kunden der Agentur – es ist niemand geringer als J.D. Salinger. Joanna hat die strikte Anweisung ihn nicht anzurufen, ihm nicht zu schreiben und seine Anrufe sofort zur Chefin durchzustellen.
    Insgesamt ein sehr unterhaltsamer Roman, der mir einen interessanten Einblick in den Literaturbetrieb der 90er Jahre verschafft hat sowie in das Leben einer Berufseinsteigerin zu dieser Zeit. Außerdem hätte ich jetzt Lust einen Roman Salingers zu lesen!
  • Die Geschichte der Frauenbewegung von Michaela Karl
    Einmal bitte Bildungslektüre! Während ich dieses Buch las ist mir aufgefallen, was ich im Schulunterricht alles nicht gelernt habe. Die Frauenbewegung und Frauenrechte haben keinen großen Raum im Geschichtsunterricht oder der Gesellschaftslehre eingenommen. Dafür konnte ich mir nun mithilfe dieses Büchleins einen Überblick verschaffen und quasi an einem Grundkurs über Frauenrechte und Feminismus teilnehmen. Dabei habe ich unter anderem gelernt, wo manche der Feminismus-Klischees herkommen und das viele Phasen der Frauenbewegung auch mit Kritik am Kapitalismus und an den bestehenden Strukturen zusammenhängen. Ich bin sehr froh darüber dieses Buch gelesen zu haben!
  • Tintenblut von Cornelia Funke
    Teil zwei der Tintentrilogie. Da mir die Bücher von Cornelia Funke bei der Arbeit fast täglich begegnen, habe ich beschlossen, diese Trilogie zu lesen. Anfänglich empfand ich den Roman etwas zäh, aber dann nimmt die Spannung zu und hält sich bis zum Ende.
  • Eine Leichte wirbelt Staub auf von Alan Bradley
    Flavias siebter Fall! Flavia wird von ihrem Vater und ihrer Tante nach Toronto geschickt um dort Miss Bodycotes höhere Mädchenschule zu besuchen. Kaum in der Schule angekommen, fällt ihr schon die erste Leiche vor die Füße. Natürlich nimmt sich Flavia der Sache an!
    Dieser Band hat mir besser gefallen als der vorherige Band. Trotzdem hat mich auch dieser Band etwas verwirrt zurück gelassen. Flavia gibt ihren Leser_innen weiter Rätsel auf. Weiteres enthüllt dann hoffentlich der achte Band!