[Gelesen] Der Dieb in der Nacht von Katharina Hartwell

Titelbild Gelesen Der Dieb in der Nacht von Katharina Hartwell

„Das fremde Meer“ hat mich damals unendlich begeistert. Gespannt erwartete ich den zweiten Roman von Katharina Hartwell. Meine Schwester schenkte mir das Buch irgendwann und seitdem lag es auf meinem Stapel ungelesener Bücher. Jetzt habe ich es endlich zur Hand genommen und gelesen!

Inhalt

Der Sommer ist heiß und klebrig. Die Geschwister Felix und Louise verbringen diese Zeit – wie jedes Jahr – zusammen mit ihrer Mutter Agnes und Felix‘ besten Freund Paul in Dornheim am See. Paul und Felix werden im Herbst ihr Studium beginnen und Louise befürchtet, dass dies ihr letzter gemeinsamer Sommer am See sein könnte. Als die Cola leer ist und Felix zur Tankstelle geht, um neue zu kaufen, ahnt keiner der anderen, dass Felix nicht mehr zurückkehren wird.
 
Felix hinterlässt ein Loch im Leben der drei anderen. Nach seinem Verschwinden hängen sie irgendwie fest, sie können ihr Leben nicht in gewohnter Weise fortführen (natürlich können sie das nicht). Jeder versucht sich mit der neuen Situation irgendwie zu arrangieren. Doch die Fragen nach dem, was damals wirklich geschah, stehen noch immer im Raum: War es eine Entführung? Ist ihm etwas anderes zugestoßen? Oder wollte er einfach nichts mehr mit seiner Familie zu tun haben?
 
10 Jahre später – Paul besucht eine Kneipe in Prag. Er sieht einen Mann und dieser Mann erinnert ihn an Felix. Ist es Felix? Der Fremde verneint und stellt sich als Ira Blixen vor. Ira Blixen kennt seinen Geburtsnamen nicht, er erinnert sich nicht an die ersten 20 Jahre seines Lebens – also könnte er es doch sein, oder? Gewisse Details in Blixens Gesten, Verhalten sprechen dafür.

„Wenn jemand verschwindet, das hat er [Paul] in den letzten Jahren herausgefunden, macht es keinen Unterschied, dass man ihn eine Zeit lang jeden Tag sah, dass man einmal um jedes Muttermal und jeden Haarwirbel und jeden schiefstehenden Zahn wusste, denn nicht nur der Mensch verschwindet, sondern alle Bilder, die zu ihm gehörten, alle Sätze, alle Gesten, die Zeit trägt alles davon.“ (S. 62).

Als Ira Blixen nach Berlin kommt und bei Paul einzieht, verheddern sich Louise, Paul und Ira zwischen ihrer Sehnsucht die Leere, die Felix hinterlassen hat zu füllen und dem Wunsch Blixens (wahre) Identität zu kennen.  Während Paul und Louise mit der (wahren) Identität Ira Blixens ringen, verhält dieser sich zunehmend merkwürdiger und nimmt zugleich einen immer größeren Raum im Leben der beiden anderen ein.

Bewertung

„Der Dieb in der Nacht“ beginnt fast harmlos und wandelt sich im Leseverlauf zu einem düsteren und unheimlichen Roman. Die Suche nach der Wahrheit, die Sehnsucht nach Antworten auf die Fragen „Wer ist Ira Blixen?“ und „Was ist damals mit Felix geschehen?“ verleihen dem Roman eine besondere Spannung, die dazu führte, dass ich eben diesen gar nicht mehr aus der Hand legen wollte.

Gleichzeitig gefielen mir die Lebens- und Alltagsbeobachtungen der einzelnen Charaktere. Katharina Hartwell findet Worte, kombiniert sie in einer Art und Weise, so dass sie den Nagel auf den Kopf treffen. Ein Beispiel:

„Der Vorgang war ähnlich langwierig und schwierig zu beobachten wie das Verschieben tektonischer Platten oder die Gletscherschmelze: Nichts passierte, nichts passierte, und dann mit einem mal war etwas passiert, es hatte sich verändert, es war eingetreten“ (S. 51)

Wem schon Katharina Hartwells Debütroman gefallen hat und wer ein Faible für feine Alltagsbeobachtung hat, die_der sollte sich diesen Roman einmal näher anschauen.

„Der Dieb in der Nacht“ von Katharina Hartwell – Berlin Verlag – ISBN 978-3-8270-1279-1 – 20,00 Euro.

Rückblick Januar 2017

Collage Rückblick Januar 2017

Mein Fotobuch für den Zeitraum Dezember 2015 bis Dezember 2016 ist fertig geworden. Es gefällt mir sehr! Ich blätter sehr gerne durch meine Fotobücher! Ich mache das viel lieber, als mich durch meine Fotos zu klicken.

Der Januar hat sich teilweise als sehr arbeitsintesiv und fordernd entpuppt. Dabei habe ich festgestellt, dass es mir nicht hilft, im Stress Kaffee zu trinken. Eine Tasse Kaffee am Mittag und mein Stresslevel steigt – zumindest subjektiv – um einige Punkte. Ich bin dann in höchster Alarmbereitschaft. Zukünftig wähle ich lieber Tee und trinke Kaffee nur noch im Urlaub und am Wochenende.

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Das Buch „Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima“ von Naomi Klein hat mich in diesem Monat sehr nachdenklich gemacht. Die Autorin erklärt zum einen auf welche Art und Weise Poilitik und Wirtschaft miteinander verpflochten sind, wie sie sich gegenseitig beim Klimaschutz behindern bzw. auch unterstützen könn(t)en. Zum anderen stellt sie viele Bündnisse und Initiativen vor, die erfolgreich gegen neue (oder bestehende) Kohlekraftwerke oder gegen Fracking vorgegangen sind.
Was mich überrascht, schockiert und auch frustriert hat ist, dass wir schon einige Klimachancen verpasst haben.

„Sie [die Erde] kann in ihrer jetzigen Form nicht überleben, wenn wir Menschen uns nicht ausrotten wollen. Kurz gesagt, wir haben auf diese Herausforderung nicht reagiert, weil wir gefesselt sind – politisch, physisch, kulturell. Erst wenn wir unsere Ketten erkennen, haben wir die Chance uns daraus zu befreien.“ (S. 84).

Viele Verstrickungen und Zusammenhänge verstehe ich nun besser. Ich habe Klarheit gewonnen. Doch hat mich diese Lektüre nicht optimistischer gestimmt. Viele Menschen hoffen auf ein Wundermittel gegen den Klimawandel und seine Auswirkungen, dieses Wundermittel wird es nicht geben. Geld und neue Technik wird die Erde nicht retten, wird uns nicht retten. Es gibt viele Fronten, an denen Dinge getan und verändert werden müssen. Gerade diese realistische Perspektive wirkt – zumindest auf mich – motivierend.

„Das Ziel ist nicht, ein paar gigantische grüne Lösungen zu entwickeln, sondern kleinere Ansätze unendlich zu vermehren.“ (S. 535)

Es geht einfach um saubere Luft, trinkbares Wasser und fruchtbare Erde.

Das Buch lohnt sich, da es reich an Details und Hintergrundinformationen ist. Wer sich bisher von der hohen Seitenzahl abschrecken lassen hat, den möchte ich ermutigen, sich an dieses Buch heranzuwagen!

Darübernhinaus gelesen im Januar

Harry Potter and the Deathly Hallows von J.K. Rowling:
Inhalt:
Im siebten und letzten Band der Reihe hat Lord Voldemort die Macht an sich gerissen und verbreitet nicht nur in der magischen Welt Angst und Misstrauen. Harry hat er noch nicht in seine Finger gekriegt. Als Harry 17 Jahre alt wird, erlischt der Schutzbann, den seine Mutter ihm geschenkt hat. Sein zuvor sicheres Versteck wird zur Gefahr und er muss fliehen… . Gleichzeitig wollen Harry, Ron und Hermione Dumbledores Auftrag erfüllen und die verbliebenden Horcruxe zerstören.
Kurzbewertung: Hermione begeistert mich immer wieder und Harry Potter zu lesen, ist ein großes Vergnügen. Wäre da nicht dieser Epilog. Argh!

Flutland von Emily Diamond
Dieser Science Fiction-Roman fiel mir in der Bücherei in die Hände und weckte mein Interesse.
Inhalt: Vor Jahren gab es eine große Flut, die die Landschaft Großbritanniens grundsätzlich veränderte. England hat moderner Technik den Rücken zugekehrt, während diese in Schottland noch genutzt wird. Dazwischen treiben Piraten ihr Unwesen.
Lilys Küstendorf wird von eben diesen überfallen! Kein Haus wird verschont und schließlich wird sogar die Tochter des Premierministers entführt. Lily nimmt die Sache selbst in die Hand und folgt den Piraten, um das Mädchen zu befreien.
Kurzbewertung: Mir gefiel der Klang der Sprache nicht. Würde mich ein Kind nach einem Science Fiction-Roman fragen, würde ich dem Kind diesen Roman nicht empfehlen wollen.

Elias und Laia – Eine Fackel im Dunkel der Nacht von Sabaa Tahir
Inhalt:
Der zweite Band setzt dort an, wo Band eins endet: Elias und Laia sind auf der Flucht und widersetzen sich so dem Willen des Imperiums. Ihr Ziel ist das Gefängnis von Kauf. Dort wollen sie Laias Bruder Darin aus dem Gefängnis befreien. Darin verfügt über Wissen, das dem Widerstand großen Auftrieb verleihen könnte.
Der Weg nach Kauf ist lang und entbehrlich. Elias und Laia werden im ganzen Imperium gesucht: jeder Bewohner und jede Bewohnerin kennt ihre Gesichter!
Kurzbewertung: Eine gelungene Fortsetzung, die nicht weniger brutal ist als Band eins. Zugleich ist es eine berührende Geschichte über Loyalität, Freundschaft und Liebe.

Das verborgene Tor von Eva Völler (Bd. 3 von Zeitenzauber)
Inhalt:
Anna und Sebastiano verschlägt es in das Jahr 1813. Sie leben in London und verkehren in den höchsten Kreisen der Gesellschaft. Unbemerkt nähert sich eine dunkle Gefahr, die die Existenz der Zeit gefährdet. Anna und Sebastiano sind ratlos, was ihre Aufgabe in dieser Zeit wohl sein könnte.
Kurzbewertung: Der dritte Band ist deutlich dunkler als die ersten beiden Bände der Trilogie. Ich fühlte mich recht gut unterhalten und würde sagen, dass die Trilogie zu einem guten Abschluss gekommen ist.

Black Rabbit Hall von Eve Chase
Inhalt:
Lorna und Jon suchen einen besonderen Ort für ihre Trauung. Lorna ist auf der Suche nach einem ganz bestimmten Haus in Cornwall, das sie als Kind oft mit ihrer Mutter besucht hat. Als das Paar das Haus tatsächlich findet, spürt Lorna eine Bindung zu diesem Haus, die sie sich nicht erklären kann. Schließlich versucht sie mehr über das Haus und ihre Gefühle herauszufinden.
Bewertung: Spannende und interressante Verpflechtungen verschiedener Biografien. Sehr angenehm zu lesen!

Daneben habe ich zwei Comic gelesen (Alex + Ada, Bd. 2 und Saga 3) sowie eine Sammlung von Erzählungen von Doris Lessing. Die Comis haben mir sehr großes Lesevergnügen bereitet, die Sammlung von Erzählungen hingen nicht, da ich kaum Zugang zu den einzelnen Erzählungen gefunden habe.

Außerdem habe ich mir das Bilderbuch „The Fox and the Star“ von Coralie Bickford-Smith genüsslich angeschaut. Es ist ein wirklich sehr schönes Bilderbuch, es tut dem Herzen und der Seele gut.

Pläne für den Februar

Da ich mich einer kleineren OP (mit Vollnarkose) stellen muss, werde ich mich im Februar vorrangig davon erholen. Ich nehme mir daher lieber nicht viel mehr vor.

Zeitbaustelle – Stand im Januar 2017

Titelbild Zeitbaustelle - Stand im Januar 2017

Heute schreibe ich mal wieder über meine Zeitbaustelle und die letzten Entwicklungen. Ich habe nämlich an der einen oder anderen Schraube gedreht.

Zeitgefühl und die Fragmentierung der Zeit

Meine neue Errungenschaft ist ein Social Media freier Tag pro Woche! Ich nutze an diesem Tag zwar das Internet, lasse die sozialen Netzwerke aber außer vor. Twitter beispielsweise spült regelmäßig Neuigkeiten, Nachrichten und andere Dinge in meinen Tagesverlauf. Diese meist sehr kurzen Texte und Artikel führen dazu, dass ich in einer bestimmten Zeitspanne zahlreiche Themen wahrnehme und verarbeite. Durch diesen Vorgang zerfällt die mir zur Verfügung stehende Zeit zu vielen kleinen Fragmenten. Zudem führt es dazu, dass ich vieles nur sehr oberflächlich lese und die Inhalte kaum reflektiere.
Dieser eine Tag wirkt sehr entschleunigend und es gefällt mir sehr. Das Zeitvergehen fühlt sich länger und ausgedehnter an.

Feierabendgestaltung

Wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, brauche ich erst Mal einige ruhige Momente.  Meistens möchte ich dann auch nur mit einem Tee und einem Buch auf mein Sofa.

Seit ein paar Woche koche ich mein Mittagessen für die Arbeitstage schon am Wochenende und friere es dann portionsweise ein. So stehe ich am Wochenende zwar länger in der Küche, kann mir jedoch den Luxus eines ruhigen Feierabends gönnen.

Planung & Organisation

Ich dachte, ich würde meinen Alltag recht gut planen und organisieren. Allerdings habe ich oft sehr großzügig geplant und die benötigte Zeit für einzelne Aufgaben definitiv unterschätzt. Trotz vieler erledigter Dinge, blieb ein Gefühl der Unzufriedenheit zurück.

Inzwischen schreibe ich mir auf, was ich an welchem Tag der Woche erledigen möchte. In den Feierabend lege ich mir nur einzelne, nicht zu aufwendige Aufgaben, für die ich nicht meine volle Konzentration benötige. Die habe ich nämlich meistens schon im Büro verbraucht. Ein bisschen Disziplin hilft. Ich sage mir gern, dass ich diese oder jene Aufgabe gerade erledige und dann zu meinem Buch auf mein Sofa gehen kann.

Zusätzlich ergänze ich dieses System durch Sachen, die ich im jeweils kommenden Montag gerne machen möchte. Das sind nicht nur lästige To-Do-Elemente, sondern auch schöne Unternehmungen. 🙂

Sachen sein lassen

Im letzten halben Jahr stellte ich fest, dass ich nicht genügend freie Zeit für meine Hobbies hatte. Es hat mich unzufrieden gemacht, eigentlich Sachen machen zu wollen und sie dann doch nicht zu machen. Und das über längere Zeiträume hinweg.

Die meisten Bücher über Acryl-Malerei habe ich inzwischen weggegeben und die meisten Farben der Tochter einer Kollegin geschenkt. Als ich es nochmal probiert habe, hat mir das Malen keine Freude mehr bereitet. Es fühlte sich gut an diese Dinge loszulassen.

Es fiel sehr viel schwerer die Schwedisch-Lernmaterialien loszulassen. In einem anderen Kontext hätte ich die Sprache weiterhin lernen wollen. Meine bisherige Sprachlernerfahrung hat mir gezeigt, dass ich eine Fremdsprache am besten durch ein Sprachbad lerne, d.h. in dem Land, in dem die Sprache gesprochen wird. Grammatikübungen in einem VHS-Kurs zum Feierabend haben bei mir bisher nicht zum gewünschten Lernerfolg geführt. Jetzt lernen andere Menschen mit meinen Büchern!

Was mir das gebracht hat? Mehr Ruhe im Kopf! Ich denke jetzt nicht mehr so oft, eigentlich wollte ich noch… .

Getrübtes Lesevergnügen

Titelbild getrübtes Lesevergnügen

Nachdem ich letzte Woche über meine Buchvorlieben geschrieben habe, habe ich darüber nachgedacht, welche Aspekte mein Lesevergnügen trüben.

Ein zu großer Interpretationsspielraum

Steht zu viel zwischen den Zeilen und der Interpretationsspielraum sehr groß ist, frustriert mich das. Wenn Worte scheinbar nichts bedeuten und doch ganz viel aussagen, kann ich der Handlung meistens nicht mehr folgen. Selbes gilt für vielschichtige Ironie und andere Stilmittel dieser Art. Oft hören sich diese Sätze wunderbar an und gleichzeitig kann ich gar nichts mit ihnen anfangen.
Ich mag Bandwurmsätze und ich mag Bandwurmsätze nicht. Wenn ich am Ende eines Satzes angekommen bin, den Anfang vergessen habe und dem Satz keinen Sinn entnehmen konnte, mag ich Bandwurmsätze nicht. Gehen mir dabei auch die handelnden Personen verloren, schlage ich das Buch lieber gleich wieder zu. Für diese Sätze fehlt oft einfach die Konzentration!

Überheblichkeit

Bewegen sich die erzählenden Personen nicht auf Augenhöhe, wirken überheblich oder stark besserwissend, habe ich selten Lust, mich länger auf dieses Buch einzulassen. Begegnet sind mir diese erzählenden Personen schon in seichten Unterhaltungsromanen und auch in der Ratgeber-Literatur.

Lösung für alle Probleme

Das Lesen eines Buches ist im Grunde Kommunikation: während des Lesens beginne ich ein Gespräch mit dem Autor oder der Autorin (oder der erzählenden Personen).

Möchte ich mich über die Themen Achtsamkeit oder Selbstfürsorge informieren und lernen, wie ich diese Elemente in meinen Alltag einbauen kann. Bietet mir der Autor oder die Autorin dann seine oder ihre Methode als Allerheilsmittel für jegliche Problemlagen an, schreckt mich das ab. Diese Art der Vermittlung vernachlässigt die Individualität jedes einzelnen Menschens. Gemeinsamkeiten existieren in der Regel immer und trotzdem tut nicht jedem Menschen jede Lösung gleichgut.

Das Ende eines Buches

Was das Ende eines Romans angeht, kann ich mich oft nicht entscheiden! Sollen alle Handlungsstränge aufgelöst werden? Wäre es mir lieber ist, wenn nicht alles abgeschlossen wird? Beide Tendenzen in ihren extremen Ausführungen lassen mich als Leserin eher unbefriedigt zurück. Ein Ende, das Spekulationen ermöglicht, stimmig und irgendwie logisch ist, macht mich hingegen froh!
Bei manchen Trilogieabschlüssen habe ich mich schon gefragt, ob dieses oder jenes Buch ‚besser‘ geworden wäre, wenn der Autor oder die Autorin mehr Zeit und Muße gehabt hätte.

Was trübt dein Lesevergnügen?

Große Buchvorlieben

Titelbild Buchvorlieben

Sprechen wir über’s Lesen! Ich lese überaus gerne. Ich glaube, ich atme Buchstaben und Worte. Mein Kopf saugt die Sätze auf und bildet daraus in der Regel wunderbares Kopfkino.
In meiner Lesebiografie gab es dennoch auch andere Pahsen. Es gab Zeiten, da habe ich eher wenig bis gar nicht gelesen und dann gab es Zeiten, da habe ich Bücher quasi inhaliert. Heute habe ich eigentlich immer eine Buchbegleitung bei mir. Mit der Zeit habe ich festgestellt, dass ich einige Buchvorlieben hege.. .

Was mich am Lesen begeistert

Wenn ich lese, kann ich in das Erleben anderer Menschen hineinschauen und gleichzeitig die Welt mit anderen – fremden – Augen betrachten. Ich kann Orte bereisen, die ich in meinem Leben mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit nicht bereisen werde. Ich kann sogar in der Zeit reisen. Magische Dinge erleben und unser Sonnensystem verlassen. Dieses Lesen ist einfach eine Wucht!

Biografien, Erlebnisberichte oder Menschen in Grenzsituationen

Menschen, die von ihrem Leben und ihren Erfahrungen berichten und mich an ihrer Innenschau teilhaben lassen, stellen eine große Bereicherung für mich dar. Fühlt sich das Leseerlebnis dann an wie ein Gespräch, das die Seele singen lässt, ist es perfekt! Das gilt für fiktionale und nicht fiktionale Werke.
Menschen kommen immer wieder an ihre Grenzen. Oft wird gesagt, entweder könne man an diesen Situationen wachsen oder scheitern. Das ist mir zu einfach, zu schwarz und weiß – das Leben ist viel verzwickter, verwickelter und zu vielschichtig als das es möglich wäre, eine klare Linie zwischen gelungener und nicht gelungener Bewältigung zu ziehen. Ich lese diese Bücher unheimlich gerne, da diese Graustufen in der Regel unfassbar reich an Lebensweisheiten sind.

Science Fiction (und Fantasy)

Seit dem ich dieses Genre entdeckt habe, fühlt sich meine Leben als Leserin wieder vollständig an. Und das Beste? Ich habe bisher so wenig aus diesem Bereich gelesen, dass ich noch so unendlich viele Welten und Zukunftsversionen entdecken kann!
Zudem hege ich ebenfalls eine Vorliebe für Zeitreiseromane.
Manchmal lese ich auch Fantasy. Nicht oft, eher selten. Am Ende meiner Schulzeit habe ich „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien sowie alle anderen Romane des Autors, die ich in der Bücherei finden konnte, gelesen. Daher steht alles im Schatten dieser Trilogie. Harry Potter spielt auch eine Rolle. Diese Erlebnisse waren so eindringlich, dass fast nichts an sie heranreicht. Ich denke, es wird vielleicht Zeit, dass ich mich mal wieder an etwas dieser Art heranwage.

Familiengeschichte, die sich über mehrere Generationen hinziehen

Dieses Genre lese ich ab und zu auch sehr gerne. Geheimnisvoll miteinander verwobene Lebensverläufe; Familiengeheimnisse, die nicht ans Tageslicht kommen dürfen – sehr gerne, bitte ohne Kitsch und (zu viel) Weichspüler!

Kinder- und Jugendbücher

In stressigen Zeiten lese ich lieber ein Kinderbuch als einen Kitschroman. Ein Roman für Kinder wirkt weitaus entspannender auf mich als ein viel zu kitschiger Roman. Das habe ich im letzten halben Jahr ausprobiert, umso kitschiger die Handlung wird, desto stärker ärgere ich mich. Dann also lieber ein Kinderbuch!
Zudem hat die Jugendbuchabteilung in der Bücherei einiges an Dystopien, Science Fiction- und Fantasyromanen zu bieten.

Sachbücher

Ich lese nicht nur Romane, auch Sachbücher begeistern mich immer wieder. Lernen, die Welt verstehen, andere Perspektiven ausprobieren und meinen Horizont erweitern – das will ich, wenn ich Sachbücher lese.

Was ist mit dir? Hast du Buchvorlieben? Liest du querbeet alles? Gibt es ein Muster in deinem Leseverhalten?