Große Buchvorlieben

Titelbild Buchvorlieben

Sprechen wir über’s Lesen! Ich lese überaus gerne. Ich glaube, ich atme Buchstaben und Worte. Mein Kopf saugt die Sätze auf und bildet daraus in der Regel wunderbares Kopfkino.
In meiner Lesebiografie gab es dennoch auch andere Pahsen. Es gab Zeiten, da habe ich eher wenig bis gar nicht gelesen und dann gab es Zeiten, da habe ich Bücher quasi inhaliert. Heute habe ich eigentlich immer eine Buchbegleitung bei mir. Mit der Zeit habe ich festgestellt, dass ich einige Buchvorlieben hege.. .

Was mich am Lesen begeistert

Wenn ich lese, kann ich in das Erleben anderer Menschen hineinschauen und gleichzeitig die Welt mit anderen – fremden – Augen betrachten. Ich kann Orte bereisen, die ich in meinem Leben mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit nicht bereisen werde. Ich kann sogar in der Zeit reisen. Magische Dinge erleben und unser Sonnensystem verlassen. Dieses Lesen ist einfach eine Wucht!

Biografien, Erlebnisberichte oder Menschen in Grenzsituationen

Menschen, die von ihrem Leben und ihren Erfahrungen berichten und mich an ihrer Innenschau teilhaben lassen, stellen eine große Bereicherung für mich dar. Fühlt sich das Leseerlebnis dann an wie ein Gespräch, das die Seele singen lässt, ist es perfekt! Das gilt für fiktionale und nicht fiktionale Werke.
Menschen kommen immer wieder an ihre Grenzen. Oft wird gesagt, entweder könne man an diesen Situationen wachsen oder scheitern. Das ist mir zu einfach, zu schwarz und weiß – das Leben ist viel verzwickter, verwickelter und zu vielschichtig als das es möglich wäre, eine klare Linie zwischen gelungener und nicht gelungener Bewältigung zu ziehen. Ich lese diese Bücher unheimlich gerne, da diese Graustufen in der Regel unfassbar reich an Lebensweisheiten sind.

Science Fiction (und Fantasy)

Seit dem ich dieses Genre entdeckt habe, fühlt sich meine Leben als Leserin wieder vollständig an. Und das Beste? Ich habe bisher so wenig aus diesem Bereich gelesen, dass ich noch so unendlich viele Welten und Zukunftsversionen entdecken kann!
Zudem hege ich ebenfalls eine Vorliebe für Zeitreiseromane.
Manchmal lese ich auch Fantasy. Nicht oft, eher selten. Am Ende meiner Schulzeit habe ich „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien sowie alle anderen Romane des Autors, die ich in der Bücherei finden konnte, gelesen. Daher steht alles im Schatten dieser Trilogie. Harry Potter spielt auch eine Rolle. Diese Erlebnisse waren so eindringlich, dass fast nichts an sie heranreicht. Ich denke, es wird vielleicht Zeit, dass ich mich mal wieder an etwas dieser Art heranwage.

Familiengeschichte, die sich über mehrere Generationen hinziehen

Dieses Genre lese ich ab und zu auch sehr gerne. Geheimnisvoll miteinander verwobene Lebensverläufe; Familiengeheimnisse, die nicht ans Tageslicht kommen dürfen – sehr gerne, bitte ohne Kitsch und (zu viel) Weichspüler!

Kinder- und Jugendbücher

In stressigen Zeiten lese ich lieber ein Kinderbuch als einen Kitschroman. Ein Roman für Kinder wirkt weitaus entspannender auf mich als ein viel zu kitschiger Roman. Das habe ich im letzten halben Jahr ausprobiert, umso kitschiger die Handlung wird, desto stärker ärgere ich mich. Dann also lieber ein Kinderbuch!
Zudem hat die Jugendbuchabteilung in der Bücherei einiges an Dystopien, Science Fiction- und Fantasyromanen zu bieten.

Sachbücher

Ich lese nicht nur Romane, auch Sachbücher begeistern mich immer wieder. Lernen, die Welt verstehen, andere Perspektiven ausprobieren und meinen Horizont erweitern – das will ich, wenn ich Sachbücher lese.

Was ist mit dir? Hast du Buchvorlieben? Liest du querbeet alles? Gibt es ein Muster in deinem Leseverhalten?

Rückblick Dezember 2016

Titelbild Rückblick Dezember 2016

Der Dezember war mit seinen Feiertagen und meinem Jahresendurlaub sehr lesefreundlich. Ich habe einige Titel gelesen! Insgesamt habe ich im ganzen vergangenen Jahr mindestens 82 Bücher Auf die Zahl an sich kommt es mir gar nicht an, sondern darauf, dass ich lese und dabei neues entdecke und dazulerne!

Außerdem habe ich im Dezember ein Konzert von Angelo Kelly & Family besucht. Die Familie hat bekannte Weihnachtslieder im Stil irischer Folkmusik gespielt. Sehr schön! Nicht weihnachtlich, aber erwähnenswert ist das Lied „Slow Down“. Dieses Lied gehört fest zu meinem Minimalismus-Soundtrack.

Über Weihnachten ohne Geschenke und Postkarten habe ich bereits geschrieben. Nun zu meiner ziemlich langen gelesen-Liste.

Gelesen im Dezember

Die Bücherfreundinnen von Jo Platt
Ein Roman über einen Lesezirkel. Wie kann ich da nicht zugreifen?
Inhalt: Alice, Miriam, Sophie und Abigail sind beste Freundinnen. Zusammen mit der vor drei Jahren verstorbenen Lydia gründeten sie einen Lesezirkel. Lydias Wunsch für die Zeit nach ihrem Tod: Ihr Mann Jon soll am Lesezirkel teilnehmen.
Schwerpunkt des Romans ist gar nicht der Lesezirkel und das Lesen, sondern die Liebesbeziehungen und Freundschaften der vier Hauptcharaktere.
Kurzbewertung:
Nette Unterhaltung – manchmal bin ich mit den vielen Männern durcheinander kommen und habe vergessen, wer jetzt wer ist und zu welcher Frau gehört … .

Perfect von Rachel Joyce
Inhalt:
1972. Byron und James, beide 11 Jahre alt, besuchen gemeinsam eine Privatschule. Während eines heißen englischen Sommers starten sie die Maßnahme „Perfect“. Ziel dieses Projekts ist es Byrons Mutter Diana vor einer Krise zu schützen.
Diana musste eine Abkürzung nehmen und fuhr deshalb durch die berüchtigte Digby Road (ihr Mann hatte ihr es verboten). Es herrscht dichter Nebel, sie fährt ein Mädchen an und bemerkt es nicht. Byron hat es gesehen.
Heute. Jim kämpft sich durch sein Leben. Diverse Rituale, die er viele Male durchführt, geben ihm ein Gefühl von Sicherheit. Er arbeitet in einem Café, dort wischt er die Tische ab und versucht für sich zu bleiben.
Kurzbewertung: Teilweise spannend und teilweise auch sehr langatmig. Der Roman wird durch einen besonderen Kniff in der Handlung lesenswert.

Bienensterben von Lisa O’Donnell
Dieses Buch habe ich bereits im Dezember ausführlich besprochen.

Nelli und der Nebelort von Annika Scheffel
Bevor alles verschwindet von Annika Scheffel ist eins meiner absoluten Lieblingsbücher, daher habe ich mich sehr auf dieses Kinderbuch gefreut.
Inhalt: Nelli und ihre Mutter sind stets auf der Suche! Zusammen mit Jupiter (einem Schwein) fahren die beiden in ihrem Wohnmobil von Ort zu Ort und suchen Nellis Vater Eric. Doch bisher fehlt jede Spur von ihm. Eines Tages landen sie in einem seltsamen, nebeligen Ort. Die Menschen dort verhalten sich für Nellis Geschmack recht merkwürdig: Sie richten ihr Leben am Schlag einer großen Turmuhr aus und halten sich an allerhand seltsame Regeln. Als Nelli auf Henri trifft, beginnt ein richtig großes Abenteuer!
Kurzbewertung: Dieses realistische Kinderbuch mit fantastischen Elementen ist überaus spannend, angenehm zu lesen und kann Kindern das Prinzip einer Diktatur näherbringen. Als zentrale Themen überwiegen Liebe, Freundschaft und Vertrauen. Die Illustrationen von Joëlle sind ein besonderer Augenschmaus.

Die magische Gondel und Die goldene Brücke von Eva Völler (Zeitenzauber Bd. 1 & 2)
Inhalt:
Anna, 17 Jahre, verbringt ihre Sommerferien in Venedig, da ihr Vater beruflich dort zu tun hat. Bei einem Spaziergang durch die Stadt fällt ihr eine rote Gondel auf, obwohl eigentlich alle Gondeln in Venedig schwarz sein müssen. Einige Zeit sieht sie diese Gondel ein zweites Mal. Durch ein Missgeschick fällt sie in den Kanal, jemand zieht sie in die rote Gondel. Sie scheint gerettet – als sie wieder an Land gehen will, wird ihr komisch und als sie wieder zu sich kommt, befindet sie sich im Jahr 1499.
Bewertung: Diese Jugendromane sind primär historische Romane. Der Aspekt der Zeitreise spielt im ersten Band lediglich am Rande eine Rolle. Im zweiten Band nimmt dieser Aspekt etwas mehr Raum ein. Ingesamt sind beide Bände reich an spannenden Momenten! Gleichzeitig erfrischte die Lektüre mein historisches Wissen.

No Logo! Der Kampf der Global Players um Marktmacht. Ein Spiel mit vielen Verlierern und wenigen Gewinnern von Naomi Klein
Inhalt:
Verkörpert eine Marke ein bestimmtes Image, wird sie eher gekauft. Naomi Klein erklärt wann und wie sich das Marketing vom Produkt abgekehrt hat und den Marken zugewendet hat. Doch zwischen Konsumglanz im Kaufhaus und der Herrstellungsrealität liegen in der Regel Welten und das hat Konsequenzen für die Arbeitswelt, die Umwelt und die Kulturlandschaft.
Kurzbewertung: Die Lektüre dieses Sachbuchs war ernüchternd und wirkte zugleich erhellend. Mit wurde ein Teil der Welt erklärt. Trotz der komplexen Thematik schreibt Naomi Klein in einem sehr verständlichen Stil; als Leserin konnte ich ihr gut folgen! Es hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Gegen den Hass von Carolin Emcke
Inhalt:
Ein eindringliches Essay über unsere Gegenwart und die Enstehung von Rassismus, Fanatismus und Demokratiefeindlichkeit. Carolin Emcke nimmt diese Strömungen unter die Lupe und lobt gleichzeitig Pluralität und genaue Differenzierungen.
Kurzbewertung: Ein sehr wichtiges Buch! Am liebsten hätte ich es auswendig gelernt.

Londontown – a Photographictour of the City’s delights von Susannah Conway
Als jahrelange Leserin von Susannah Conways Blog wollte ich mir dieses Buch auf keinen Fall entgehen lassen.
Inhalt: Die Fotografin und Bloggerin Susannah Conway porträtiert ihre Heimatstadt London. Genaue Ortsangaben ermöglichen es, das Buch als Reiseführer zu nutzen.
Kurzbewertung: Mir gefiel dieses Buch sehr. Es hat Lust aufs Fotografieren und aufs Reisen gemacht (nicht nur nach London).

A beautiful mess – photo idea book: 95 inspiring ideas for photographing your friends, your world and yourself von Elsie Larson und Emma Chapman
Dieses Buch lag schon eine ganze Weile auf meinem SUB… .
Inhalt: Motivideen und andere Inspirationen.
Kurzbewertung: Viele Fotosachbücher beginnen mit einem langen technischen Kapitel, dieses nicht! An einigen Stellen gehen sie kurz auf beispielsweise Kameraeinstellungen oder Licht und Schatten ein. Zentral sind jedoch die Motivideen für Porträts, Haustierfotografie, … und und und.

Pläne für den Januar

Ich möchte mein Fotobuch für das Jahr 2016 fertigstellen. Außerdem werkel ich an meiner Zeitbaustelle weiter. Ich werde versuchen für eine ganze Arbeitswoche am Wochenende vorzukochen. So hätte ich dann in der abends mehr freie Zeit (heißt: unverplante Zeit) zur Verfügung und bräuchte nicht für den nächsten Tag kochen. Ein Versuch ist es mir wert. Wichtig ist es mir: mein Mittagessen soll mir auch weiterhin gut schmecken!

Tschüss 2016 – Hallo 2017

Titelbild Jahreswechsel

Ein Jahr geht zu Ende und ein neues Jahr beginnt. Für viele ist es die beste Zeit für die berühmten guten Vorsätze. Typische Vorsätze verfasse ich schon seit Jahren nicht mehr. In den letzten Jahren habe ich oft das Arbeitsbuch Unravel-your-year von Susannah Conway genutzt, doch in diesem Jahr wollte ich meine Jahresabschlussreflektion einfach halten. Dazu habe ich ein Mindmap gemalt: 2016 kam in die Mitte und drum herum habe ich notiert, was mir einfiel und ggf. Kategorien ergänzt.

Bild Kaffee & Blume - Vorsätze 2017

2016: Besonderheiten
  • Urlaub in Hamburg im April inkl. Besuch von Herzensmenschen
  • Besuch eines Herzensmenschens in London
  • Ich bin in diesem Jahr wieder schwimmen gegangen und finde dieses Schwimmen ganz wunderbar!
  • Im August habe ich meine Küche verschönert. Im Gegensatz zum vorherigen Zustand ist die Küche nun ein Wohlfühlraum!
  • Ich habe aufgehört meine Kleidung zu bügeln! Es geht auch ohne bügeln und ich kann meine Zeits anderweitig verwenden.
  • Nicht nur bei der Minimal-Kon, sondern auch beim Minimalismus Stammtisch in Bielefeld bin ich meiner Internetblase im analogen Leben begegnet. Die Gespräche mit anderen Minimalist_innen sind sehr bereichernd, da ich zum einen viel darüber erfahre, wie sie leben und manche Dinge handhaben und zum anderen haben mir diese Gespräche oft wichtige Impulse gegeben.
  • Zu meinen liebsten Netz-Fundstücken gehören in diesem Jahr die Meditations-App „Calm“ sowie die Yoga-YouTube-Videos von Mady Morrison.

Dieses Jahr ist zudem der größte Unterschied zwischen Vollzeit-Arbeit und Vollzeit-Präsenz-Studium aufgefallen. Im Studium gab es immer sehr anstrengende Zeiten mit vielen Terminen (Gruppenarbeit) und diversen Prüfungen und danach gab es zur Erholung die Semesterferien. Wenn es möglich war, habe ich versucht dann wirklich Ferien zu haben und keine Seminararbeiten, etc. mehr schreiben zu müssen. In dieser Zeit konnte ich mich erholen und hatte Zeit für meine Hobbies. Jetzt habe ich weniger Urlaub als Ferien und somit eine Zeitbaustelle.

Bild Standort - Vorsätze 2017

Hallo 2017

Für das Jahr 2017 habe ich in ähnlicher Weise ein MindMap erstellt und hierbei auch meine im Herbst definierten Werte berücksichtigt.

Ich freue mich auf:

  • meinen Urlaub an der Nordsee
  • meinen Urlaub in Amsterdam
  • unverplante Urlaubszeit (Zeitbaustelle: Ich habe bemerkt, dass ich mich nicht gut erhole, wenn ich meinen Urlaub oder meine freie Zeit mit gefühlten 1000 Terminen vollstopfe.)

Was ich gerne (weiter) machen möchte:

  • fotografieren
  • schwimmen / Yoga (mich bewegen)
  • meditieren
  • meine Gedanken hier und auch auf Papier aufschreiben
  • mehr Science Fiction-Romane lesen
  • Gesprächen und Begegnungen Raum geben
  • (vielleicht) eine heilpraktische Praxis besuchen

Mein Wunsch für das kommende Jahr: Klarheit. Mit diesem Wunsch stelle ich Fragen in den Raum und werde weiter an meiner Zeitbaustelle herumwerkeln.

  • Was kann bleiben, was kann gehen und was soll noch dazu kommen?
  • Was möchte ich lernen?
  • Wie möchte ich meine Zeit verbringen? Welchen Wert gebe ich dem Faktor Zeit? Wie sollte sich das Gefühl des Zeitvergehens idealerweise anfühlen? Wie fühlt es sich an? Kann ich das ändern? Will ich das ändern?
  • Habe ich Zeit? Wie fühlt sich Zeit-haben eigentlich an? Kann man Zeit überhaupt haben?

Die Antworten sind mir hier im Grunde zweitrangig. Wichtiger ist mir das Fragen und das Hinschauen.

Merken

Weihnachten – ohne Geschenke & Postkarten

Titelbild Weihnachten ohne Geschenke

Vor einem Jahr hätte ich es mir nicht vorstellen können, dass ich Weihnachten ohne Geschenke und Postkarten feiere. Vielleicht wollte ich es genau deswegen einmal ausprobieren! Im September dachte ich in diesem Jahr zum ersen Mal wieder an an Weihnachtsgeschenke und fühlte mich allein schon beim Gedanke daran gestresst. Zudem habe ich beim wiederholten Sachen aussortieren bemerkt, wie oft Geschenke, kleine Aufmerksamkeiten oder Mitbringsel in meinem „Kann gehen“-Karton gelandet sind. Meine Lösung für dieses Jahr: Ich mache da dieses Jahr nicht mit. Ich möchte keine Geschenke haben, keine Geschenke verschenken und auch keine Postkarten schreiben.

Die Ankündigung

Nachdem mir diese Lösung klar vor Augen stand, informierte ich meine Mitmenschen. Entweder persönlich im Gespräch, am Telefon oder auch per Sammel-E-Mail. Insgeheim rechnete ich mit Ausrufen wie: „Das kannst du doch nicht machen!“. Doch es kam anders! Hier einige Beispiele aus verschiedenen Kontexten:

  • „Ich habe schon ein Geschenk, das kommt jetzt zu spät.“
  • „Ich mache mit!“
  • „Berichte mir unbedingt darüber, wie diese Zeit für dich war.“
Geschenkefrei wirkt befreiend

Ich war wirklich froh, dass ich mich nicht in den Einkaufsdschungel stürzen musste, um Geschenke zu finden, diese dann zu verpacken und vielleicht auch noch zu verschicken. Ein passendes Geschenk zu finden fällt mir nicht immer leicht. Im Grunde ist es eine 50/50-Chance: entweder gefällt es oder nicht. Mir wäre es natürlich lieber, es würde gefallen. Auch mit Kopfzerbrechen habe ich in der Vergangenheit schon ziemlich daneben gelegen! Andererseits frage ich mich auch, weshalb ich Dinge verschenke, wenn unsere Wohnungen sowieso voll mit Dingen sind (die wir oft gar nicht brauchen)?
Es fiel mir sehr leicht und es fühlte sich gar nicht wie ein Verzicht an, sondern eher wie eine Befreiung von dieser saisonalbedingten Konsumpflicht. Es hat mich auch nicht gestört, dass andere Menschen um mich herum beschenkt wurden. Im Grunde war ich einfach froh über die freie Zeit.

Positiv ist mir aufgefallen, dass der Müllberg unterm Weihnachtsbaum nach der Bescherung deutlich kleiner war. Weniger Verpackung und weniger Geschenkpapier, allerdings hat auch niemand ein pink-rosa-Spielzeugauto mit Anhänger für Pferde oder ähnliches geschenkt bekommen! In dem Fall hätte der Müllberg sicherlich anders ausgesehen.

Karten & Briefe kann ich nicht nur an Weihnachten versenden

In der Vergangenheit habe ich ziemlich oft ziemlich viele Weihnachtskarten geschrieben und verschickt. Fast an jede Person, die ich kenne. Damals hat mir das noch Freude bereitet und einmal mit dieser Tradition angefangen, wollte ich nicht mehr aufhören. Oft waren diese Karten auch ein Anlass dafür, dass ich wieder (mehr) Kontakt zu Menschen hatte, die ich über das Jahr hinweg aus den Augen verloren hatte.

Auch diese Fließbandweihnachtskartenproduktion habe ich nicht vermisst. Ich schreibe immer noch gerne Karten und Briefe. Zukünftig möchte ich nicht darauf verzichten, werde meine Karten & Briefe jedoch im Jahresverlauf verteilen. Es gibt schließlich viele Gründe für papierende Grüße: Geburtstage, Sommergrüße, einfach mal so … .

Nach diese guten Erfahrung setze ich diese „neue“ Tradition auch im nächsten Jahr wieder fort.

[Gelesen] Bienensterben von Lisa O’Donnell

Titelbild Bienensterben

Schwarz, weiß, weiß, schwarz – eine Farbkombination, die ich sehr mag. In der Bücherei  zog mich das Buchcover des Romans „Bienensterben“ von Lisa O’Donnell daher magisch an und es hat sich gelohnt, diesem Impuls zu folgen. Es war ein überaus spannendes und manchmal sogar empörendes Leseerlebnis!

Inhalt

Familie. Familie, das sind Nelly, Marnie und Lennie. Doch das war nicht immer so. Bis zu Marnies fünfzehnten Geburtstag haben die beiden Schwestern ihren Nachbarn Lennie gar nicht beachtet. Doch dieser Tag, der zufällig auf Marnies fünfzehnten Geburtstag fällt, ändert alles: Sie finden ihre Eltern tot im Haus und begraben sie im Garten. Niemand soll mitbekommen, dass ihre Eltern gestorben sind. Die beiden Schwestern wollen zusammenbleiben, versuchen irgendwie über die Runden zu kommen und wollen eines bloß nicht: auffallen.
Lennie fällt die Abwesenheit der Eltern auf, wo sie sind, weiß auch er nicht und er beschließt sich um die beiden fremden Mädchen zu kümmern. Die drei rücken näher zusammen und es geht ihnen eigentlich ganz gut, wäre da nicht immer diese Frage, die viel zu viele Menschen stellen: „Wo sind eigentlich eure Eltern?“. Und als wäre das nicht genug, verkompliziert sich die Lage auch noch durch das Auftauchen eines weiteren – lange für tot gehaltenen – Verwandten.

Bewertung

Die Autorin Lisa O’Donnell erzählt die Geschichte aus drei verschiedenen Perspektiven. Nelly, Marnie und Lennie erhalten jeweils eine eigene Stimme. Die drei Perspektiven sind gut voneinander zu unterscheiden, da sie zum einen namentlich gekennzeichnet sind, zum anderen sich durch einen eigenen Sprachstil auszeichnen. Lennie blickt immer wieder in die Vergangenheit zurück und wendet sich an seinen verstorbenen Partner. Nelly, die jüngere Schwester, klingt sehr erwachsen und wählt oft altbackene Redewendungen. Marnie, die ältere Schwester, neigt in ihrer Wut zu selbstzerstörerischen Verhalten und sieht die Realität gleichzeitig glasklar vor sich:

„Die echten Außenseiter sieht man überhaupt nicht. Die sehen zwar so aus, als würden sie dazugehören, nur wissen sie genau, dass sie es nicht tun. Das sind die Leute, die alles tun würden, um normal zu wirken, dabei wissen sie tief im Inneren, sie sind alles andere als normal.“ (S. 74)

Während des Lesens war ich versucht mich auf die Seite der einen oder anderen Person zu schlagen. Im Grunde war das gar nicht möglich, da sich die Hauptcharaktere in ihrer Rolle als Sympathieträger_innen gegenseitig ablösen und aneinander wachsen. Diese Dynamik steigert die Spannung sehr stark!
Der Roman „Bienensterben“ ist unfassbar, unglaublich, verrückt und außerordentlich lesenswert!

„Bienensterben“ von Lisa O’Donnell, übersetzt von Stefanie Jacobs – Dumont – ISBN 978-3-8321-6292-4 – 9,99 Euro.