Alleine reisen?

Beitragsbild Alleine reisen?

Im letzten Urlaub war ich alleine im Norden des Landes unterwegs. Ich habe eine Woche in Westerland (Sylt) verbracht und endlich mal wieder das Meer gesehen. Ich bin viel spazieren gegangen, habe einiges gelesen, das Aquarium Westerland & das Erlebniszentrum Naturgewalten in List besucht und mich in einem Wellness-Center verwöhnen lassen. Es war eine gute Woche!

Alleine reisen?

„Ich würde niemals alleine in den Urlaub fahren!“, habe ich im Vorfeld einige Male gehört. Ich selbst habe darüber gar nicht nachgedacht. Für mich war klar, dass ich Ende Februar / Anfang März ans Meer wollte. Meine Vorstellung bestand aus Meer, Wind, Lesezeit und Tee. Als eher intorvertierte Person genieße ich das Alleine-Sein sehr.

Dennoch gab es Momente, in denen ich mich auf mich selbst zurück geworfen fühlte. Da musste ich mich selbst und meinen unruhigen Geist eben aushalten. Denn egal ob wir alleine oder mit anderen reisen, uns selbst nehmen wir immer mit. Fallen die eingeübten Ablenkungsmanöver weg, kann es unbequem werden. Mit WLAN, mobilen Daten und dem Smartphone ist das Internet nur noch einen Fingerwisch weit weg, doch taugt diese Flucht aus der Gegenwart auch nicht dauerhaft.

Ich habe meinen unbequemen Moment ausgehalten. Geholfen hat mir die Meditations-App auf dem Smartphone und das ausführliche Studium des Busfahrplans – dabei gewann ich zugleich an Ortskenntnis. In Fahrplänen oder auch in Landkarten sind viele Details, mit denen sich meine Augen gut beschäftigen können und auf irgendeine Weise wirkt das beruhigend auf mich. Ich kann es nicht erklären.

Urlaub zuhause und woanders

Manchmal tut es einfach total gut, andere Landschaften und andere Orte zu sehen. An unbekannten Orten gibt es viel zu entdecken und zu sehen. Bei mir wirkt sich das auch stark auf mein Zeitempfinden aus. Die Zeit vergeht im Gegensatz zum normalen Alltag langsamer und dehnt sich aus.

Verbringe ich meine Zeit zuhause, bemühe ich mich diese Zeit ebenfalls erholsam zu gestalten. Trotzdem gibt es zuhause immer etwas zu tun. Im Urlaub woanders bleiben die wesentlichen Dinge übrig und die gestalten sich aufgrund der veränderten Situation auch anders. Kochen in der Ferienwohnung – wo steht der Topf, gibt es hier einen Kochlöffel und wie funktioniert eigentlich so ein Induktionsherd? Alltägliches kann zum Abenteuer werden.

Wahl des Urlaubsorts

Nicht immer findet sich eine passende Person, ein passender Ort und ein passender Zeitraum für eine gemeinsame Reise. Ich bin in Deutschland geblieben und mit der Bahn gereist. Ich bin in meiner gewohnten Sprachumgebung geblieben. Andere Ziele auf anderen Kontinenten und andere Verkehrsmittel hätten mich stärker verunsichert! Meinen Urlaubsort kann ich mir selbst aussuchen und entscheiden, wie weit ich meine Komfortzone verlasse möchte.

Auch wenn ich alleine unterwegs bin, ist es mir wichtig zu klären, was ich erwarte und was ich mir wünsche. So gehe ich Frust und Enttäuschung im Idealfall aus dem Weg!

Weiter besteht noch die Möglichkeit, eine geführte Gruppenreise zu wählen. Hat das jemand von euch schonmal gemacht? Reist ihr auch mal alleine oder lieber mit anderen zusammen?

Rückblick Februar 2017

Collage Rückblick Februar 2017

Es ist schon der 18. März – ich könnte schon fast den Rückblick für diesen Monat schreiben! Doch erst möchte ich noch meinen Rückblick für den Monat Februar nachreichen.

Anfang Februar wurde ich operiert und habe mich danach erst erholen müssen. Viel Ruhe, schlafen und abwarten. Nachdem ich mich wieder soweit konzentrieren konnte, dass ich lesen konnte, war ich sehr froh. Meine ersten Versuche mich wieder mehr zu bewegen, waren ziemlich anstrengend. Es braucht eben alles seine Zeit (und Geduld)! Inzwischen geht es mir wieder richtig gut und ich freue mich sehr, wieder gut durch die Nase atmen zu können.

Ende Februar bin ich in den Urlaub an die Nordsee gefahren. Ich habe endlich mal wieder das Meer gesehen! Das war toll.

Achja, und eine Schreibwerksatt habe ich ja auch noch besucht!

Gelesen im Februar

Das Nest von Cynthia D’Aprix Sweeney
Inhalt:
Die vier Geschwister Melody, Jack, Bea und Leo wohnen in New York, sind alle zwischen 40 und 50 Jahren alt und vertrauten fest darauf eines Tages eine hohe Summe zu erben. Jetzt wird dieses Erbe sehr viel kleiner ausfallen und alle vier gehen unterschiedlich damit um. Eins haben sie gemeinsam, diese neue Entwicklung sorgt für einiges an Durcheinander.
Kurzbewertung: Ein fesselnder Roman über Familien- und Beziehungsdynamik mit einem leider viel zu seichtem Ende.

Animal Farm von George Orwell
Inhalt:
Auf Mr. Jones Bauernhof kommt es zu einer Revolution! Seine Tiere rebellieren und übernehmen die Macht über den Hof. Eigentlich haben alle Tiere nur die besten Absichten, doch dann verführt die Macht einige und es kommt zu Habgier und Korruption.
Kurzbewertung: Diese dystopische Fabel zeigt wie verführerisch Macht und Einfluss auf manche wirkt. Der Ausgabe, die ich gelesen habe, war ein kürzerer Aufsatz vorangestellt, in dem die Fabel in den historischen Kontext eingeordnet wurde. Mein Leseerlebnis hat durch diese Beigabe definitv an Tiefe gewonnen!

Gemina von Amie Kaufmann und Jay Kristoff (The Illuminae Files 02)
Inhalt:
Die Saga geht weiter! Den ersten Band habe ich an dieser Stelle ausführlicher besprochen, eine Zusammenfassung vom zweiten Band würde allen Leser_innen das Vergnügen an Band 1 verderben.
Kurzbewertung: Eine gelungene und spannende Fortsetzung, die sich wie Band 1 aus Chatprotokollen, E-Mails und verschiedenen anderen Dokumenten zusammensetzt. Turbulent und überraschend!

Pandora – Wovon träumst du? von Eva Siegmund
Inhalt:
Berlin in der Zukunft. Wer etwas von sich hält, lässt sich einen SmartPort unter die Netzhaut des Auges implantieren. Dieser Port wird mit dem neuronalen Netzwerk verbunden und ist quasi das Smartphone im Gehirn. Wer viel Geld in die Hand nehmen kann, lässt sich von nächtlichen Werbeeinblendungen befreien.
Die Hauptcharaktere Liz und Sophie haben im Grunde nichts miteinander zu tun, doch kurz vor ihren 18. Geburtstagen erfahren sie voneinander. Sie haben kaum etwas gemeinsam außer, dass sie adoptiert wurden und Zwillinge sind. Als sie sich näher kennenlernen und nach ihren leiblichen Eltern recherchieren, passieren plötzlich seltsame Dinge. Zudem hat Sophie auf einmal schreckliche Albträume … .
Kurzbewertung: Die Autorin entwirft ein spannendes Zukunftsszenario und sensibilisiert zugleich für Datenschutzthemen. Leider greift sie für meinen Geschmack zu oft auf typische Rollenklischees zurück.

Die Magie der Namen von Nicole Gozdek
Inhalt:
In Mirabortas geben alle Eltern ihre Kinder, sobald diese das erste Lebensjahr vollendet haben, in eine Schule. In dieser Schule werden die Kinder bis zu ihrer Volljährigkeit erzogen und ausgebildet. Sie haben keine Namen, sondern Nummern. Erst am Tag ihrer Volljährigkeit erfahren sie ihren Namen und damit ihre Bestimmung und Fähigkeiten.
Als Nr. 19 seinen Namen erfährt, verändert er sich in keinster Weise – noch unheimlicher ist, dass niemand seinen Namen kennt. Nr. 19 tritt die lange und gefährliche Reise nach Himmelstor an, um mehr über seinen Namen (und sich) herauszufinden.
Kurzbewertung: Die Autorin hat eine faszinierende Welt entworfen, über die ich gerne mehr erfahren hätte. 75% dieses Jugendromans sind überaus spannend, doch dann endet die Geschichte viel zu schnell.

Mit anderen Worten: ich von Tamara Ireland Stone
Inhalt:
Samantha leidet seit vielen Jahren an Zwangsstörungen. Ihre besten Freundinnen ahnen nichts von Samathas psychischer Erkrankung, da Samantha vor ihnen alles gibt, um möglichst „normal“ zu wirken.
Als Samantha sich schließlich mit Caroline anfreundet erfährt sie eine ganz andere Qualität von Freundschaft. Caroline ermutigt Samantha zu schreiben und ihre Texte im Dichterklub vorzutragen. Sie ist glücklich! Doch eine Entdeckung stellt Samanthas neues Lebensgefühl gründlich in Frage.
Kurzbewertung: Die Autorin hat diesen Roman mit einem hohen Maß an Feingefühl verfasst. Thematisch dreht sich die Handung um die Bewältigung des Schulalltags, den Wert von geschützten Räumen, Rolle und Funktion von Freundschaftfen für jede_n persönlich und dem Spagat zwischen Eigensinn, Selbstsein, Vetrauen, Offenheit und Selbtschutz. Lesenswert!

Zero Waste – weniger Müll ist das neue Grün von Shia Su
Inhalt:
Die Bloggerin Shia Su hat in diesem Buch viele hilfreiche Tipps zur Müllvermeidung zusammengetragen. Auch wer keinen Unverpacktladen in der Nachbarschaft hat, wird hier sicherlich den einen oder anderen Trick finden.
Kurzbewertung: Hilfreich für mich waren insbesondere die Rezepte für Herstellung eigener Putzmittel. Ich habe beispielsweise gelernt, weshalb mein erster Versuch nicht funktioniert hat. Mir persönlich fehlten an einigen Stellen leider tiefergehende Begründung, weshalb manche Dinge so sind, wie sie sind.

Außerdem habe ich noch den vierten und fünften Band der Saga-Reihe von Brian K. Vaughan und Fiona Staples begeistert gelesen. Auch „Der Dieb in der Nacht“ von Katharina Hartwell liegt endlich nicht mehr auf meinem Stapel ungelesener Bücher.

Pläne für den März
  • während der Fastenzeit den Zucker weglassen (außer Obst)
  • nach der langen OP-Erholungszeit soll Bewegung wieder fester Bestandteil meines Alltags sein
  • in einem Unverpacktladen einkaufen

Die Schreibwerkstatt und Omas Wäscheklammern

Titelbild Omas Wäscheklammern

Gestern habe ich zum ersten Mal an einer Schreibwerksatt teilgenommen. Der Kurs wurde von der VHS veranstaltet und ich hatte keine Idee, was mich genau erwarten würde. Ich habe mich damals für diese Schreibwerkstatt angemeldet, da ich in letzter Zeit primär Listen geschrieben habe und gerne mal wieder etwas anderes schreiben wollte.

Schließlich verbrachte ich den Tag mit vier anderen Frauen und einem Lehrer in kreativer Geschäftigkeit. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es auch gleich los mit der ersten Schreibaufgabe.

Nach jeder Aufgabe stellte jede ihren Text vor. Es ging dabei gar nicht unbedingt um stillistische Dinge, sondern um das Schreiben selbst, darum die eigenen Gedanken in Worte zu fassen und in Textform festhalten. Auch die Feedbackrunden waren angenehm. Wir haben uns primär motiviert und uns in unserer Kreativität gegenseitig bestätigt. Das Schreiben hat mir viel Freude bereitet und ich hoffe, ich werde mein Tagebuch / Journal mit vielen weiteren Texten, Beobachtungen und Gedanken füllen.

Hier eine Auswahl der Methoden, die ich kennengelernt habe:

  • eine bestimmte Wortauswahl in einem Text unterbringen
  • Textanfänge weiter erzählen
  • rund um einen Lieblingssatz, aus einem Roman oder einem anderen Texten, eine neue Geschichte entstehen zu lassen
  • eine Geschichte zu einem Kunstwerk erzählen
  • eine Geschichte zu einem Foto erzählen
  • einen Alltagsgegenstand betrachten, die eigenen Assoziationen beobachten und dann einen Text schreiben
Text, der in der Schreibwerkstatt entstanden ist

Mein Alltagsgegenstand war eine Wäscheklammer und entstanden ist der folgende Text, den ich hier gerne mit euch teilen möchte.

Omas Wäscheklammern

Ein Besuch bei Oma war immer etwas Besonderes, denn bei Oma war alles anders als zu Hause. Mein  Zuhause war ein großes Haus mit Garten, welches von Feldern umringt war. Alle Kinder spielten nachmittags auf Straße und jeder kannte eigentlich jeden.

Bei Oma war das anders! Sie wohnte in einer Hochhaussiedlung. Es gab einen Fahrstuhl, einen Parkplatz mindestens so groß wie ein Maisfeld und einen Spielplatz direkt in der Nachbarschaft.

Oma hatte einen Blumenkasten auf dem Balkon mit ein paar Pflanzen, auf dem Boden des Balkons lag ein grüner Plastikteppich und neben einem Liegestuhl stand ein Wäscheständer. Oma trocknete ihre Wäsche immer draußen.

Das Balkongeländer war aus Beton und verfügte über kleine Sichtschlitze (die eigentlich gar keine waren), doch mit dem Fernrohr konnte man prima heimlich die Nachbarn von gegenüber beobachten.

An einem heißen Sommertage langweilten wir Kinder uns sehr und auch die Nachbarn waren scheinbar alle im Urlaub. Wir steckten Wäscheklammern aneinander und als wir bemerkten, dass die Wäscheklammern durch die Sichtschlitze passten, war die Freude groß. Langsam und unauffällig schoben wir eine Klammer nach der anderen Richtung Geländer. Die Klammern fielen viele Stockwerke abwärts und waren schon nicht mehr zu sehen, als sie mit einem leisen Plöpp unten ankamen.

[Gelesen] Der Dieb in der Nacht von Katharina Hartwell

Titelbild Gelesen Der Dieb in der Nacht von Katharina Hartwell

„Das fremde Meer“ hat mich damals unendlich begeistert. Gespannt erwartete ich den zweiten Roman von Katharina Hartwell. Meine Schwester schenkte mir das Buch irgendwann und seitdem lag es auf meinem Stapel ungelesener Bücher. Jetzt habe ich es endlich zur Hand genommen und gelesen!

Inhalt

Der Sommer ist heiß und klebrig. Die Geschwister Felix und Louise verbringen diese Zeit – wie jedes Jahr – zusammen mit ihrer Mutter Agnes und Felix‘ besten Freund Paul in Dornheim am See. Paul und Felix werden im Herbst ihr Studium beginnen und Louise befürchtet, dass dies ihr letzter gemeinsamer Sommer am See sein könnte. Als die Cola leer ist und Felix zur Tankstelle geht, um neue zu kaufen, ahnt keiner der anderen, dass Felix nicht mehr zurückkehren wird.
 
Felix hinterlässt ein Loch im Leben der drei anderen. Nach seinem Verschwinden hängen sie irgendwie fest, sie können ihr Leben nicht in gewohnter Weise fortführen (natürlich können sie das nicht). Jeder versucht sich mit der neuen Situation irgendwie zu arrangieren. Doch die Fragen nach dem, was damals wirklich geschah, stehen noch immer im Raum: War es eine Entführung? Ist ihm etwas anderes zugestoßen? Oder wollte er einfach nichts mehr mit seiner Familie zu tun haben?
 
10 Jahre später – Paul besucht eine Kneipe in Prag. Er sieht einen Mann und dieser Mann erinnert ihn an Felix. Ist es Felix? Der Fremde verneint und stellt sich als Ira Blixen vor. Ira Blixen kennt seinen Geburtsnamen nicht, er erinnert sich nicht an die ersten 20 Jahre seines Lebens – also könnte er es doch sein, oder? Gewisse Details in Blixens Gesten, Verhalten sprechen dafür.

„Wenn jemand verschwindet, das hat er [Paul] in den letzten Jahren herausgefunden, macht es keinen Unterschied, dass man ihn eine Zeit lang jeden Tag sah, dass man einmal um jedes Muttermal und jeden Haarwirbel und jeden schiefstehenden Zahn wusste, denn nicht nur der Mensch verschwindet, sondern alle Bilder, die zu ihm gehörten, alle Sätze, alle Gesten, die Zeit trägt alles davon.“ (S. 62).

Als Ira Blixen nach Berlin kommt und bei Paul einzieht, verheddern sich Louise, Paul und Ira zwischen ihrer Sehnsucht die Leere, die Felix hinterlassen hat zu füllen und dem Wunsch Blixens (wahre) Identität zu kennen.  Während Paul und Louise mit der (wahren) Identität Ira Blixens ringen, verhält dieser sich zunehmend merkwürdiger und nimmt zugleich einen immer größeren Raum im Leben der beiden anderen ein.

Bewertung

„Der Dieb in der Nacht“ beginnt fast harmlos und wandelt sich im Leseverlauf zu einem düsteren und unheimlichen Roman. Die Suche nach der Wahrheit, die Sehnsucht nach Antworten auf die Fragen „Wer ist Ira Blixen?“ und „Was ist damals mit Felix geschehen?“ verleihen dem Roman eine besondere Spannung, die dazu führte, dass ich eben diesen gar nicht mehr aus der Hand legen wollte.

Gleichzeitig gefielen mir die Lebens- und Alltagsbeobachtungen der einzelnen Charaktere. Katharina Hartwell findet Worte, kombiniert sie in einer Art und Weise, so dass sie den Nagel auf den Kopf treffen. Ein Beispiel:

„Der Vorgang war ähnlich langwierig und schwierig zu beobachten wie das Verschieben tektonischer Platten oder die Gletscherschmelze: Nichts passierte, nichts passierte, und dann mit einem mal war etwas passiert, es hatte sich verändert, es war eingetreten“ (S. 51)

Wem schon Katharina Hartwells Debütroman gefallen hat und wer ein Faible für feine Alltagsbeobachtung hat, die_der sollte sich diesen Roman einmal näher anschauen.

„Der Dieb in der Nacht“ von Katharina Hartwell – Berlin Verlag – ISBN 978-3-8270-1279-1 – 20,00 Euro.

Rückblick Januar 2017

Collage Rückblick Januar 2017

Mein Fotobuch für den Zeitraum Dezember 2015 bis Dezember 2016 ist fertig geworden. Es gefällt mir sehr! Ich blätter sehr gerne durch meine Fotobücher! Ich mache das viel lieber, als mich durch meine Fotos zu klicken.

Der Januar hat sich teilweise als sehr arbeitsintesiv und fordernd entpuppt. Dabei habe ich festgestellt, dass es mir nicht hilft, im Stress Kaffee zu trinken. Eine Tasse Kaffee am Mittag und mein Stresslevel steigt – zumindest subjektiv – um einige Punkte. Ich bin dann in höchster Alarmbereitschaft. Zukünftig wähle ich lieber Tee und trinke Kaffee nur noch im Urlaub und am Wochenende.

*

Das Buch „Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima“ von Naomi Klein hat mich in diesem Monat sehr nachdenklich gemacht. Die Autorin erklärt zum einen auf welche Art und Weise Poilitik und Wirtschaft miteinander verpflochten sind, wie sie sich gegenseitig beim Klimaschutz behindern bzw. auch unterstützen könn(t)en. Zum anderen stellt sie viele Bündnisse und Initiativen vor, die erfolgreich gegen neue (oder bestehende) Kohlekraftwerke oder gegen Fracking vorgegangen sind.
Was mich überrascht, schockiert und auch frustriert hat ist, dass wir schon einige Klimachancen verpasst haben.

„Sie [die Erde] kann in ihrer jetzigen Form nicht überleben, wenn wir Menschen uns nicht ausrotten wollen. Kurz gesagt, wir haben auf diese Herausforderung nicht reagiert, weil wir gefesselt sind – politisch, physisch, kulturell. Erst wenn wir unsere Ketten erkennen, haben wir die Chance uns daraus zu befreien.“ (S. 84).

Viele Verstrickungen und Zusammenhänge verstehe ich nun besser. Ich habe Klarheit gewonnen. Doch hat mich diese Lektüre nicht optimistischer gestimmt. Viele Menschen hoffen auf ein Wundermittel gegen den Klimawandel und seine Auswirkungen, dieses Wundermittel wird es nicht geben. Geld und neue Technik wird die Erde nicht retten, wird uns nicht retten. Es gibt viele Fronten, an denen Dinge getan und verändert werden müssen. Gerade diese realistische Perspektive wirkt – zumindest auf mich – motivierend.

„Das Ziel ist nicht, ein paar gigantische grüne Lösungen zu entwickeln, sondern kleinere Ansätze unendlich zu vermehren.“ (S. 535)

Es geht einfach um saubere Luft, trinkbares Wasser und fruchtbare Erde.

Das Buch lohnt sich, da es reich an Details und Hintergrundinformationen ist. Wer sich bisher von der hohen Seitenzahl abschrecken lassen hat, den möchte ich ermutigen, sich an dieses Buch heranzuwagen!

Darübernhinaus gelesen im Januar

Harry Potter and the Deathly Hallows von J.K. Rowling:
Inhalt:
Im siebten und letzten Band der Reihe hat Lord Voldemort die Macht an sich gerissen und verbreitet nicht nur in der magischen Welt Angst und Misstrauen. Harry hat er noch nicht in seine Finger gekriegt. Als Harry 17 Jahre alt wird, erlischt der Schutzbann, den seine Mutter ihm geschenkt hat. Sein zuvor sicheres Versteck wird zur Gefahr und er muss fliehen… . Gleichzeitig wollen Harry, Ron und Hermione Dumbledores Auftrag erfüllen und die verbliebenden Horcruxe zerstören.
Kurzbewertung: Hermione begeistert mich immer wieder und Harry Potter zu lesen, ist ein großes Vergnügen. Wäre da nicht dieser Epilog. Argh!

Flutland von Emily Diamond
Dieser Science Fiction-Roman fiel mir in der Bücherei in die Hände und weckte mein Interesse.
Inhalt: Vor Jahren gab es eine große Flut, die die Landschaft Großbritanniens grundsätzlich veränderte. England hat moderner Technik den Rücken zugekehrt, während diese in Schottland noch genutzt wird. Dazwischen treiben Piraten ihr Unwesen.
Lilys Küstendorf wird von eben diesen überfallen! Kein Haus wird verschont und schließlich wird sogar die Tochter des Premierministers entführt. Lily nimmt die Sache selbst in die Hand und folgt den Piraten, um das Mädchen zu befreien.
Kurzbewertung: Mir gefiel der Klang der Sprache nicht. Würde mich ein Kind nach einem Science Fiction-Roman fragen, würde ich dem Kind diesen Roman nicht empfehlen wollen.

Elias und Laia – Eine Fackel im Dunkel der Nacht von Sabaa Tahir
Inhalt:
Der zweite Band setzt dort an, wo Band eins endet: Elias und Laia sind auf der Flucht und widersetzen sich so dem Willen des Imperiums. Ihr Ziel ist das Gefängnis von Kauf. Dort wollen sie Laias Bruder Darin aus dem Gefängnis befreien. Darin verfügt über Wissen, das dem Widerstand großen Auftrieb verleihen könnte.
Der Weg nach Kauf ist lang und entbehrlich. Elias und Laia werden im ganzen Imperium gesucht: jeder Bewohner und jede Bewohnerin kennt ihre Gesichter!
Kurzbewertung: Eine gelungene Fortsetzung, die nicht weniger brutal ist als Band eins. Zugleich ist es eine berührende Geschichte über Loyalität, Freundschaft und Liebe.

Das verborgene Tor von Eva Völler (Bd. 3 von Zeitenzauber)
Inhalt:
Anna und Sebastiano verschlägt es in das Jahr 1813. Sie leben in London und verkehren in den höchsten Kreisen der Gesellschaft. Unbemerkt nähert sich eine dunkle Gefahr, die die Existenz der Zeit gefährdet. Anna und Sebastiano sind ratlos, was ihre Aufgabe in dieser Zeit wohl sein könnte.
Kurzbewertung: Der dritte Band ist deutlich dunkler als die ersten beiden Bände der Trilogie. Ich fühlte mich recht gut unterhalten und würde sagen, dass die Trilogie zu einem guten Abschluss gekommen ist.

Black Rabbit Hall von Eve Chase
Inhalt:
Lorna und Jon suchen einen besonderen Ort für ihre Trauung. Lorna ist auf der Suche nach einem ganz bestimmten Haus in Cornwall, das sie als Kind oft mit ihrer Mutter besucht hat. Als das Paar das Haus tatsächlich findet, spürt Lorna eine Bindung zu diesem Haus, die sie sich nicht erklären kann. Schließlich versucht sie mehr über das Haus und ihre Gefühle herauszufinden.
Bewertung: Spannende und interressante Verpflechtungen verschiedener Biografien. Sehr angenehm zu lesen!

Daneben habe ich zwei Comic gelesen (Alex + Ada, Bd. 2 und Saga 3) sowie eine Sammlung von Erzählungen von Doris Lessing. Die Comis haben mir sehr großes Lesevergnügen bereitet, die Sammlung von Erzählungen hingen nicht, da ich kaum Zugang zu den einzelnen Erzählungen gefunden habe.

Außerdem habe ich mir das Bilderbuch „The Fox and the Star“ von Coralie Bickford-Smith genüsslich angeschaut. Es ist ein wirklich sehr schönes Bilderbuch, es tut dem Herzen und der Seele gut.

Pläne für den Februar

Da ich mich einer kleineren OP (mit Vollnarkose) stellen muss, werde ich mich im Februar vorrangig davon erholen. Ich nehme mir daher lieber nicht viel mehr vor.