Rückblick November 2016

Fotocollage

Der November hat mir nochmal eine schöne Herbszeit beschert, die ich sehr genossen habe. Hier im Schwimmbad gibt es ganzjährig geöffnetes Außenbecken. Dort bin ich quasi im bunten Laub geschwommen. Ich übertreibe etwas! Eigentlich waren es nur ca. 10 Blätter.

Zusammen mit meinen Teedosen bin ich in einen Teeladen spaziert und habe gefragt, ob sie mir den Tee direkt in die Dosen füllen würden. Das war gar kein Problem und sie haben es gerne gemacht. Drei Teetüten weniger, die im Müll landen!

An einem Abend habe ich spontan mein Wohnzimmerregal aufgeräumt. Ich habe in alten Fotos gestöbert, einige Sentimentalobjekte in den Händen gehalten, gründlich Staub gewischt und am Ende ein paar Bücher, ein bisschen Dekokram und auch ein paar Fotos losgelassen. Es war auf jeden Fall ein guter Abend!

Gelesen im November

Northanger Abbey von Jane Austen
Worum geht es? Chatherine – noch jung und naiv – liest liebendgerne Schauerromane. Als ihre Freundin Eleanor sie nach Northanger Abbey einlädt ist sie hellauf begeistert. Doch vor Ort geht ihre Fantasie mit ihr durch. Hinter verschlossenen Türen vermutet sie abscheuliche Verbrechen. Was davon ist Teil der Wirklichkeit und was ist ihrer Fantasie entsprungen?
Kurzbewertung: Zu Beginn musste ich einige Vokabeln nachschlagen, um die Handlung zu verstehen. Nachdem ich mich eingelesen hatte, empfand ich den Roman als unterhaltsam und gut lesbar.

Illuminae von Amie Kaufman und Joy Kristoff
Eine Besprechung des Buchs habe ich bereits Mitte November geschrieben.

Das Gegenteil von Einsamkeit von Marina Keegan
Worum geht es? Dieser Titel umfasst verschiedene Texte von Marina Keegan. Sie war angehende Schriftstellerin. „War“, da sie fünf Tage nach ihrem Uniabschluss bei einem Autounfall ums Leben kam. Ihre Familie und Freunde haben ihre Texte zusammen getragen und veröffentlicht.
Kurzbewertung: Marina Keegans Texte sind sehr dicht und füllten mich beim Lesen aus. Die Texte berühren und bleiben auch mal länger hängen. Es ist eine sehr schöne Sammlung. Mir war es wichtig, mir für jeden Text ausreichend Zeit zu nehmen.

Bei den Wölfen von Sarah Hall
Dieser Roman war ein Fund in der Onleihe. Die Wölfe auf dem Cover weckten mein Interesse und die Inhaltsbeschreibung nochmehr.
Worum geht es? Rachel Caine, aus England stammend, arbeitete lange Jahre in einem Naturreservat in Idaho, USA. Dort sorgte sie für das Wohlergehen eines wildlebenden Wolfsrudel. Ein wohlhabender Earl aus England versucht sie für sein Privat-Projekt zu gewinnen: die Wiederansiedlung von Wölfen in England. Dort angekommen muss sich Rachel mit den zweifelhaften Motiven des Earls und ihrer eigenen familiären Vergangenheit auseinandersetzen.
Kurzbewertung: Natur, Wölfe, Familie, Liebe, Lebensläufe – ein wunderbarer Roman über das Leben!

Opi Kas, die Zimtziegen und ich von Marjolijn Hof
Worum geht es?
Opi Kas, einst ein freiheitsliebender Seemann, nun ein alter Mann, der zunehmend Hilfe im Alltag benötigt. Seine Familie lebt in den Niederlanden, er selbst in Island – nun besuchen ihn drei Generationen, um ihn mit nach Hause zu nehmen, wo sie gut auf ihn aufpassen und ihn pflegen können. Doch das passt Opi Kas überhaupt nicht! Er plant seine Flucht. Seine Enkel bekommen Wind davon und stehen vor der Frage: Sollen sie ihm helfen oder seine Pläne verraten?
Kurzbewertung: Dieses Buch für Kind schlägt einen sehr sanften und feinen Ton an. Es braucht nicht viele Worte und sagt gleichzeitig ganz viel. Ein Buch über Familienbande, Eigensinn und Selbstbestimmung.

Wildflower von Drew Barrymore
Worum geht es?
Die bekannte Schauspielerin Drew Barrymore schildert zahlreiche Erlebnisse aus ihrem Leben. Kinderstar, frühe Abhängigkeit, Mündigkeit mit 14 – Drew Barrymores leben war turbulent. Doch nicht nur diesen Jahren schenkt sie Aufmerksamkeit, sie beschreibt auch wie sie ihren Mann kennenlernte und schließlich eine Familie gründete.
Kurzbewertung: Drew Barrymore erzählt im netten Plauderton. Es fühlt sich fast so an als ob man neben ihr auf dem Sofa sitzen würde. Angenehme Lektüre für Zwischendurch.

Pläne für Dezember
  • Das Jahr 2016 reflektieren und abschließen.
  • Ich möchte mich vom Weihnachtswahnsinn fernhalten. In diesem Jahr schreibe ich keine Karten, verschenke nichts und möchte nichts geschenkt bekommen.
  • Ein Jahresmotto für 2017 finden.

Fazit zur Konsumauszeit

Titelbild zum Fazit meiner Konsumauszeit

Der Monat ist vergangen und ich habe oft über meinen Konsum und Nicht-Konsum nachgedacht. Im Grunde fiel es mir recht leicht, nicht zu den verpackten Keksen zu greifen und keine neuen Bücher zu leihen oder zu kaufen. Ich war bei jedem Gang durch die Einkaufsstraße froh, dass ich nicht am Weihnachtsshoppingwahnsinn teilnehme und all diesen Kram links liegen lassen kann. Mein Fazit ist wieder eine Gedankensammlung und am Ende geht es gar nicht mehr um das Kaufen und Nicht-Kaufen.

Konsum als Ablenkung

Vor ein paar Jahren habe ich schon einmal eine Konsumauszeit gemacht. Alleine, nur für mich und mit dem Ziel Geld zu sparen. Es fiel mir damals schwerer. Diese Konsumauszeit fiel damals ebenfalls in den November und all der Glitzer, das Blingbling der Geschäfte zog mich an. Ich denke, ess fällt mir inzwischen leichter, da mein tägliches drumherum anders aussieht und auch das innendrinn anders aussieht. Es gibt weniger Stressquellen. Damals wohnte ich in einer Wohnung, in der die Heizung immer mal wieder ausfiel, gleichzeitig waren da Prüfungsstress und Zukunftssorgen (Werde ich später eine Stelle finden? Studiere ich auch das richtige Fach? usw.). Was ich damit sagen möchte:

Wenn ich zufrieden bin, brauche ich weniger Ablenkung von meiner Unzufriedenheit.

Gleichzeitig gilt auch: Lenke ich mich weniger von den Gründen meiner Unzufriedenheit, kann ich diese vermutlich besser angehen und meinen Alltag Schritt für Schritt verändern.

Was ist mir wichtig?

Oder auch: Was brauche ich zum Leben? Brauchen ist so eine Sache für sich. Ich besitze einige Dinge, die ich zum puren Überleben nicht brauchen würde, dennoch empfinde ich diese Dinge als nützlich oder schön.
Als ich mir diese Frage zum ersten Mal bewusst stellte, hielt ich meine Antworten sehr allgemein. Es war quasi so, dass ich erst das abkratzen musste, was die Gesellschaft, Werbung, Familie oder wer auch immer mir für Prioritäten mitgegeben hat. Inzwischen antworte ich anders und kann besser formulieren, was mir persönlich wichtig ist.

Im Alltag gehört dazu beispielsweise

  • guter Schlaf
  • eine warme Tasse Tee in den Händen halten
  • nährendes Essen
  • Bewegung
  • ruhige Momente
  • frische Luft
  • Gespräche, die das Herz zum Singen bringen
Meine aktuelle Baustelle

Aktuell beschäftigt mich die Themen Zeitwohlstand und Umgang mit meiner Zeit sehr. Auch meine Konsumauszeit stand im Licht dieser Frage. Ich bin zu folgender Erkenntnis gekommen:

Jeglicher Konsum beansprucht Zeit/Energie.

Ich möchte gerne alles was ich besitze benutzen und sorgsam mit den Dingen umgehen, damit sie mir lange erhalten bleiben. In diesem Kontext bedeutet das Wort Konsum mehr als Kaufen von Dingen. Es geht mir auch um Inhalte oder Informationen mit denen ich mich beschäftige. Auch dieser Konsum benötigt Zeit und meine persönliche Energie. Ich kann nur ein bestimmtes Maß an Information pro Tag sinnvoll verarbeiten bevor alles zu einer Art Sumpf wird.

Auf diesem Hintergrund erhält auch mein Minimalismus eine neue Dimension. Das ist noch Neuland für mich und diese Entwicklung wurde nicht nur durch die Konsumauszeit angestoßen, auch mein fernsehfreier Monat und Gespräche mit anderen Minimalist_innen spielen eine Rolle. Im Grunde sage ich mir: es bleibt weiter spannend.

Konsumauszeit – Woche 2 & 3

Titelbild Konsumauszeit

Heute berichte ich von meinen Gedanken der letzten Zeit zum Thema Konsumauszeit. Es geht um eine Kleidertauschparty, Konsumwünsche und meinen Stapel ungelesener Bücher.

Erfahrung: Kleidertauschparty

In dieser Woche habe ich eine Kleidertauschparty besucht. Dort habe ich nicht mehr (gerne) getragene Kleidungsstücke gegen „neue“ Kleidungsstücke getauscht. Am meisten hat es mich gefreut als ich gesehen habe, dass meine „alten“ Kleider neue Besitzerinnen gefunden haben. Ich glaube, dieses Gefühl war das Beste an der ganzen Sache.

Konsumwünsche

Seit längerer Zeit schon stand eine „Küchenmaschine / Mixer / oder ähnliches“ auf meiner Wunschliste. Nachdem ich vor ca. drei Jahren meinen Pürierstab zu sehr beansprucht hatte, habe ich mir nicht gleich ein neues Gerät gekauft. In diesem Monat wurde mir eine gebrauchte „Küchenmaschine / Mixer / oder ähnliches“ angeboten und ich habe das Angebot angenommen. Das Gerät steht seit gestern in der Küche. In diesem Fall hat sich das Zögern und Warten gelohnt und Verpackungsmüll gab es in diesem Fall auch keinen.

Konsumwünsche bleiben. Ich kann sie aber (meistens) aushalten und abwarten. Bücher, Filme, ein neues Smartphone, … diese Wünsche wandern fast regelmäßig durch meinen Kopf. Das ist für mich in Ordnung. Der Unterschied liegt für mich darin, ob ich sofort nachgebe oder erst prüfe. Es ist interessant zu beobachten, welche Wünsche immer wieder kommen und warum!

Gleichzeitig habe ich meine Büchermerkliste merklich reduziert und führe nur noch eine Bücherwunschliste. Mein Stapel ungelesener Bücher hat sich minimal reduziert. Zu Beginn der Konsumauszeit hatte ich ja entschieden mir keine weiteren Bücher zu kaufen oder aus der Bücherei auszuleihen. Dieses Vorhaben werde ich auch mit in den Dezember nehmen. Ich lese erstmal die Bücher, die schon in meinem Regal stehen. Viele sind bestimmt ganz toll und warten sehnsüchtig darauf von mir gelesen zu werden!

[Gelesen] Illuminae von Amie Kaufman & Jay Kristoff

Titelbild mit Buchcover von Illuminae

Ich habe ein Buch gelesen und bin endlos begeistert. „Illuminae“ von Amie Kaufman und Jay Kristoff ist der Auftakt der Trilogie „The Illuminae Files“.  Wenn du das Genre Science Fiction gerne liest, empfehle ich dir, dir dieses Buch einmal genauer anzuschauen.

Inhalt

Das Jahr 2575. Kady und Ezra sind ein Paar und leben auf dem kleinen Planeten Kerenza am Rande des Universums. Ihr Planet ist klein, mit Eis bedeckt und die Kolonie, in der sie leben, wurde vor Jahren illegal errichtet. An einem scheinbar normalen Morgen beschließt Kady die Beziehung zu ihrem Freund Ezra zu beenden und nie wieder ein Wort mit ihm zu wechseln.
Genau an diesem Tag beginnen zwei miteinander konkurrierende Firmen einen Krieg um diesen kleinen Planeten. Die gesamte Kolonie ist vom Angriff überrascht worden und jede_r versucht sich zu retten und zu überleben. Wer es zu einem der drei Raumschiffe schafft, kann evakuiert werden.
Die Flucht jedoch bietet noch lange keine Sicherheit. Ein feindliches Schiff verfolgt die drei Raumschiffe. Zudem ist in einem der Raumschiffe eine tödliche Krankheit ausgebrochen.“
„Gibt es eine Überlebenschance? Gibt es irgendetwas zu tun? Und warum spricht niemand über diese Krankheit?“, Fragen, die sich Kady stellt. Antworten findet sie indem sie sich in die Server hackt und verschiede Kommunikationsprotokolle liest.
Um die Sache zum Guten zu wenden braucht Kady einen Partner, jemanden der ihr hilft, ihr fällt nur eine Person ein: Ezra. Jetzt muss sie wohl doch wieder mit ihm sprechen.

Besonderheiten & Bewertung der Leseerfahrung

„Illuminae“ ist ein Roman und gleichzeitig kein typischer Roman. Es gibt keinen Fließtext. Dieser Roman ist ein Dossier gefüllt mit verschiedensten Dokumenten: Chatprotokollen, Schaubildern, militärischen Anweisungen, medizinischen Unterlagen und vielem mehr.
Die Geschichte des Romans entwickelt sich beim Lesen im Kopf der Leser_innen auf Basis dieser Dokumente. Es ist als ob man selbst anhand dieser Dokumente entsprechende Schlüsse ziehen und Erkenntnisse gewinnen würde. Als sei man selbst Ermittler_in in dieser Sache.
Ich hatte zuvor bedenken, dass es etwas anstrengend sein könnte, ein Dossier zu lesen. Das Buch macht es einem leicht in diese Art der Gestaltung hineinzufinden und letztendlich war es gar nicht anstrengend!
Es ist ein wunderbares Buch! Die Heldin Kady ist mir beim Lesen ans Herz gewachsen. Sie ist stark, fast unerschrocken, verletzlich, emotional, intelligent – einfach Mensch.


Die Fortsetzung „Gemina“ ist gerade erschienen. Zudem finden bereits Planungen für die Verfilmung der Trilogie statt. Auf Deutsch ist der Titel meines Wissens nach noch nicht erschienen.

„Illuminae“ von Amie Kaufman und Jay Kristoff – Random House – ISBN 978-0-553-49911-7 – ca. 13,00 Euro.

Konsumauszeit – Woche 1

Titelbild Konsumauszeit

Meine Konsumauszeit begann mit einem Feiertag! An diesem Tag habe ich Kekse für den Besuch gebacken, die Reste sind auch schon aufgegessen. Was mich gefreut hat: Ich hatte alle Zutaten für die Kekse im Haus! Diese Erfahrung hat mich zudem davon überzeugt, dass Selberbacken nicht unbedingt viel Zeit braucht und gleichzeitig Verpackungsmaterial spart. Theoretisch war mir das klar, praktisch allerdings ist der Griff zu den verpackten Keksen mit der Zeit zur Gewohnheit geworden.

Konsum-Gedankenschnipsel
  • Ist diese Konsumauszeit eher ein Konsumaufschub? Oder ist so eine Auszeit auch eine Übung? Eine Übung, um nein sagen zu lernen und mit dem was da ist zufrieden zu sein. Eine Übung, immer wieder nein zu sagen. Nein zu mehr und ja zum genug?
  • Manchmal schlender ich Abends durch die Fußgängerzone, schaue in die Schaufenster und wundere mich immer wieder darüber, dass schon wieder „Sale“ ist. In den Fenstern werden oft schöne Dinge ausgestellt. Gerade zu dieser Jahreszeit sehen die Schaufenster sehr gemütlich und einladend aus. Ich schaue mir das gerne an: des Anschauens wegens. Haben möchte ich die Dinge nicht. Da geht es mir so ähnlich wie Milena Glimbovski. In einem Interview mit Edition F sagte sie an einer Stelle:

„Nur weil ich etwas schön finde, auch gerade bei anderen, dann muss ich es ja nicht sofort selbst besitzen.“

  • Das ist auch etwas, was ich weiter üben möchte. Dinge wertschätzen und mich an ihnen erfreuen, ohne das Ding selbst haben zu wollen. Nicht alles was schön ist, passt zu mir oder meinem Alltag und muss in meinen Besitz übergehen.

TV-Tipp

In der dieser Woche habe ich eine Dokumentation zum Klimawandel im Hinblick auf den Anbau von Lebensmitteln in der ZDF-Mediathek angesehen. „Klimawandel im Supermarkt – wie sich unser Essen – verändert“ zeigt anschaulich, wie sich das Klima bereits heute schon auf den Anbau von Kaffee auswirkt. Je weiter die Erderwärmung voranschreitet, umso stärker sind die Auswirkungen. Nun kann man streiten, ob Kaffee ein wichtiges Lebensmittel sei, doch im Laufe der Sendungen ist auch auf Bananen, Reis und andere Getreidesorten eingegangen worden. Sehenswert!