Was kommt nach dem Minimalismus?

Titelbild Was kommt nach dem Minimalismus?

In der letzten Woche fragte ich mich nach einer kurzen Morgenmeditation, ob das, was ich da gerade mache eigentlich noch Minimalismus ist oder schon etwas anderes. Ich fragte mich dann auch, ob ich jetzt ein neues Etikett brauche oder ob ich es nicht einfach lassen kann, mir Etiketten anzuhängen.

Ein Blick in die Vergangenheit

Mein Minimalismus-Weg begann als ich zur der Überzeugung gelang, dass viel zu viele Dinge mir den Blick auf das Wesentliche* versperren. Ich brauchte dringend mehr Freiraum in meinem Alltag und in meinem Leben. Ich fing an, verkaufte und verschenkte viel und schaffte Platz. Das tat gut!

Freier Raum bleibt oft nicht lange frei. Man kann da andere oder neue Dinge hinstellen! Oder wichtige und unbequeme Fragen drängen sich ins Bewusstsein, wobei die Antworten es den Fragen selten gleichtun.

Innerer & äußerer Minimalismus?

Diese Fragen, die sich dort in meinem Freiraum tummeln, sind mir wichtig. Manchmal beziehen sie sich eher auf die innere Welt und dann eher auf die äußere Welt. Ich vergleiche diese Fragen gerne mit einer Kompassnadel. Sie zeigen mir die Richtung an, in die es gehen kann.

In letzter Zeit liegt mein Fokus eher auf meinem Innenleben: Gefühle, Gedanken und Gewohnheiten. Es gibt da Zusammenhänge, Abhängigkeiten, Wechselspiele. Es ist spannend und dann auch wieder eher unangenehm. Ich denke, ich räume gerade auch in meinem Inneren auf, schaue mir meine Fragen an und stoße hoffentlich auch auf Antworten. Wobei dieses Innen und Außen irgendwie auch immer gegenseitig aufeinander einwirken. So hilft mir beispielsweise eine aufgeräumte Wohnung mit genügend Freiflächen dabei mich zu konzentrieren. Sowieso habe ich festgestellt, dass eine schöne Wohn- und Arbeitsumgebung sehr zu meinem Wohlbefinden beitragen. 🙂

Es geht mir also immer noch…

um einen freien Blick, um Klarheit und Ruhe im Kopf. Es ist also alles in Butter! Und die Möglichkeiten für inneres Wachstum und neue Abenteuer sind genauso zahlreich wie die sich immer wieder aufdrängenden Fragen. Das Etikett Minimalismus darf bleiben, da meine eigene Defintion sehr offen ist und Raum für Wachstum lässt.

*Auch meine Definition des Wesentlichen hat sich im Lauf der Zeit verändert. Vielleicht schreibe ich irgendwann in der Zukunft mehr darüber.

Rückblick März 2017

Titelbild Rückblick März 2017

Der März begann für mich mit einem Urlaub an der Nordsee. Die Zeit auf Sylt war sehr erholsam! Es hat mir gut getan, mal wieder die Weite des Meeres zu spüren. Am Meer stelle ich auch immer wieder fest, wie befreiend ein unverstellter Horizont auf mich wirkt. Das tut meiner Seele gut!

Dieser Monat war allerdings auch der Monat der defekten Elektrogeräte. Mein Smartphone hatte eine schon länger nicht mehr ausreichend Speicherplatz, doch damit könnte ich mich arrangieren. Minimalismus – welche Apps benötige ich? Auf welche kann ich verzichten? Ich wollte mir eigentlich noch lange kein neues Gerät kaufen, da es ja noch funktionierte. Als es mich dann jedoch einige Male im Stich gelassen hat, entschied ich mich für ein neues Gerät.

Wenig später war es dann mein Fön, der aufhörte ordnungsgemäß zu funktionieren. Eine Woche lang habe ich meine Haare so trocknen lassen. Es war mir allerdings zu kalt am Kopf und das obwohl gerade keine Minustemperaturen herrschten. Jetzt wird wieder geföhnt!

Im März habe ich sieben Bücher gelesen! Es war ein guter Lesemonat!

Gelesen im März

Die Kunst ein kreatives Leben zu führen: Anregungen zur Achtsamkeit von Frank Berzbach
Inhalt:
Der Autor reflektiert über Kreativität, Erwerbstätigkeit im kreativen Sektor und Achtsamkeit. Immer wieder spielt das ganzheitliche Wohlergehen im (Arbeits-)Leben eine Rolle. Frank Berzbach gibt Anregungen zur achtsamen Selbstfürsorge und greift hier unter anderem auf Weisheiten der verschiedenen Religionen zurück.
Bewertung: Ein sehr schön gestaltetes Buch, das nicht nur Menschen mit Kreativjob wertvolle Anregungen bietet. Leider sehr Zitatlastig!

Brain on fire: my month of madness von Susannah Cahalan
Inhalt:
Susannah steht am Anfang ihrer Karriere. Sie ist stolz auf ihre Festanstellung bei der Post und hat gerade ihre große Liebe getroffen. Doch dann wird sie krank und keine Arzt kennt den Namen ihrer Krankheit. Susannah ist kaum noch wiederzuerkennen, da sie wichtige Fähigkeiten wie Sprechen, Lesen, Schreiben rasant verlernt. Ein Team aus verschiedenen Fachärzten findet schließlich eine Spur, Erleichterung macht sich breit und doch hat Susannah noch einen Rückschlägen geprägten Weg vor sich.
Susannah Cahalan erinnert sich selbst nicht an die schwerste Phase ihrer Erkrankung. Zusammen mit ihren Leser_innen erforscht sie ihre Leidensgeschichte und rekonstruiert mithilfe ihrer Ärzte, ihrer Familie und ihren Freunden die fehlenden Erinnerungen. Ihren Leser_innen schenkt sie dabei sehr intime Einblicke.
Bewertung: Ein sehr berrührender Titel, der sich aufgrund der verzweifelten Lage nicht einfach nebenbei lesen lässt und doch verschlungen werden möchte. Leider baut das Buch nach ca. 75% ab, wird langatmig und zieht sich sehr in die Länge.

Zero Waste Home: The ultimate Guide to Simplifying your home von Bea Johnson
Inhalt:
Bea Johnson erzählt in diesem Buch wie sie auf den zero waste-Lifestyle gestoßen ist und wie sich ihr (Familien-)Leben dadurch positiv verändert hat. Die Autorin hat ihr Buch in verschiedene Themenbereiche unterteilt: Küche, Büro, Geschenke, usw. und bietet zu jedem Bereich mögliche zero-waste-Lösungen an.
Bewertung: Mir gefiel es gut, dass Bea Johnson oft betont, dass auch der zero-waste-Lifestyle zum restlichen Leben passen sollte und das vieles von den örtlichen Begebenheiten abhängt. Bei den vielen Beispielen und Rezepten ist bestimmt für jede Lebenssituation etwas dabei.

The Ribbons are for Fearlessness von Catrin Davies
Inhalt:
Roman und Reisebericht in einem. Catrina lebt in Cornwall und ein Tag gleicht dem anderen. Andrew, Ben und sie fühlen sich wie eine Familie. Als Jack zu ihnen stößt, ist sie im siebten Himmel. Doch Jack wird vom Fernweh gepackt und geht auf Reisen. Catrina hat großes Liebeskummer! Andrew hat eine Idee: Sie dahren mit einem Bulli zum Nordcup und finanzieren die Reise mit Straßenmusik.
Die einzige Person, die ein Instrument beherrscht, ist Catrina. Eigentlich spielt sie nicht vor Publikum, doch als ein Schicksalschlag ihr bisheriges Leben in Frage stellt, greift sie auf diese Idee zurück und macht sich auf den Weg nach Norwegen.
Bewertung: Für alle Leser_innen, die Geschichten über unkonventionelle Reisen mögen, die perfekte Lektüre! Ein wirklich sehr schöner Bericht, der ermutigt, selbst unbekannte Wege zu beschreiten.

Unsterblich von Jens Lubbadeh
Inhalt:
2044 die Sterblichkeit ist besiegt. Wer einen Lifetracker am Handgelenk trägt, lebt nach seinem physischen Tod als Ewiger – also als digitaler Klon – weiter. Auch versorbene Politiker_innen oder Stars werden wiederbelebt und erleben nun ihre „zweite Karriere“. Dann passiert das Unmögliche! Der Ewige von Marlene Dietrich verschwindet spurlos. Die Welt ist in Aufruhr.
Bewertung: Der Roman umfasst die Themen Technologie und Macht, Beziehungen, ewiges Leben und Veränderung sowie Bedeutung von Bewusstheit. Jens Lubbadeh hat hier defintiv eine spannende und etwas erschreckende Zukunft entworfen. Insgesamt ein gut lesbarer Roman!

The musuem of you von Carys Bray
Inhalt:
Becky und Darren sind ein junges Paar, haben gerade ein Haus gekauft und sind glücklich. Clover, ihre Tochter, ist eine große Überraschung für alle – besonders für die Eltern, da Becky die Schwangerschaft nicht bemerkt hat.
Sechs Wochen nach Clovers Geburt stirbt Becky unterwartet. Darren versucht Clover alles zu geben, was sie braucht. Clover würde gerne mehr über ihre Mutter erfahren, doch Darren spricht im Grund nie über Becky.
Als Clover 12 Jahre alt ist und während der Sommerferien tagsüber alleine zuhause ist, betritt sie das vollgestellte Elternschlafzimmer (das nicht mehr genutzt wird). Sie betrachtet Gegenstand für Gegenstand und macht sich so ein Bild von ihrer Mutter.
Bewertung: „The museum of you“ ist ein sehr berührender Roman über Liebe, Familie und Freundschaft. Der Roman zeigt, wie das Leben manchmal eben so spielt. Clover blickt trotz allem in einer ganz besonderen Weise auf die Welt um sich herum. Genau diese Perspektive macht den besonderen Charme des Romans aus! Überaus lesenswert!

Darüber hinaus habe ich auch „The Art of Asking“ von Amanda Palmer gelesen.

Pläne für den April
  • Ich möchte meinen Balkon für sommerliche Tage vorbereiten, die Kästen wieder mit Pflanzen füllen und wenn das Wetter passt, hole ich auch die Hängematte aus dem Keller.
  • Im Wohnzimmer steht ein leeres Regal / Schrank. Ich hoffe, dass dieses Möbel im April auszieht.
  • Ich möchte den Frühling genießen und ausgiebig spazieren gehen. Wenn meine Heuschnupfen-Hauptsaison begonnen hat, bereitet mir das leider viel weniger Freude.

[Gelesen] The Art of Asking von Amanda Palmer

Titelbild [Gelesen] The Art of Asking

The Art of Asking: Wie ich aufhörte, mir Sorgen zu machen und lernte, mir helfen zu lassen“ ist bereits einige Male begeistert in meiner Internetblase besprochen worden. Der Titel stand schon länger auf meiner Wunschliste, doch gekauft hatte ich das Buch bisher nicht. Letzten Monat habe ich es dann zufällig in der Onleihe entdeckt und gleich vorgemerkt.

Inhalt

Amanda Palmer schreibt über das Bitten. Es fällt uns in der Regel schwer um Hilfe zu bitten, da wir nicht schwach oder bedürftig erscheinen möchten. Amanda Palmer arbeitete zunächst unter anderem als lebendige Statue bevor sie ihre Karriere als Musikerin begann.
Sie pflegt einen engen Kontakt zu ihrer Fangemeinschaft – zu Beginn mit Hilfe diverser E-Mail Listen und später durch die unterschiedlichen sozialen Netzwerke. Sie hat ihre Fans schon um Übernachtungsmöglichkeiten und Verpflegung auf Tour gebeten und hat letztendlich ein ganzes Album durch Crowdfounding finanziert.

Die Basis des Buchs ist ihre eigene Lebenserfahrung. Sie beschreibt, sie das Bitten und Hilfe annehmen gelernt hat. Zudem betont sie, dass nicht nur die Person, die Hilfe erhält durch dieses Tat gewinnt. Eine Bitte ist ein Vertrauensangebot an eine andere Person. Wer das Wagnis eingeht, sich verletzlich zu zeigen, zeigt das sie_er vertraut und in einer Beziehung mit der anderen Person steht, wodurch Gemeinschaft entsteht.

Bewertung & weiterführende Gedanken

Ehrlich gesagt, waren meine Erwartungen an das Buch ganz andere! Ich hätte gedacht, die Autorin untermauert ihre Erfahrungen und Erkenntnisse sehr viel stärker mit Fakten oder Daten aus der Soziologie, Psychologie oder Philosophie.
Das war nicht der Fall. Ich habe allerdings einiges über Amanda Palmer als Künstlerin, über ihren Lebenslauf und ihre Beziehungen zu anderen Menschen erfahren. Phasenweise langweilten mich die Erzählungen über diverse Tourneen und Musiker_innenprobleme. Nach ca. 100 E-Book Seiten überlegte ich ernsthaft die Lektüre vorzeitig abzubrechen. „The Art of Asking“ ist kein literarisches Meisterwerk und doch hat es mir wertvolle Impulse gegeben. Besonders die Essenz des Buches hat mich nachdenklich gestimmt. Ich habe mich gefragt, ob ich um Hilfe bitte und wie sich dieses Bitten für mich eigentlich anfühlt. Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass ich ungern um Hilfe bitte. Es fühlt sich einfach zu unangenehm an. Warum ist das so?

Ich denke, es hat mit einem (eingebildeten?) Machtgefälle zu tun. Als Person, die um Hilfe bittet, fühle ich mich bedürftig, schwach, nicht selbstständig oder untüchtig. Die Person, die mir die Hilfe gibt, verkörpert Stärke, Einfluss und Macht. Ich möchte selbstbestimmt leben, also verzichte ich vielleicht eher auf XYZ oder spare bis ich XYZ kaufen kann.

Das funktioniert nicht! Gerade im Hinblick auf den Minimalismus und die damit verwandten Themen wie Postwachstumsökonomie, gemeinschaftliches gärtnern, Repair Cafés, nachbarschaftliche Hilfe, usw. Zentraler Bestandteil dieser Gesellschaftsidee ist die Gemeinschaft, die sich gegenseitig hilft und unter die Arme greift. Wenn wir wollen, dass das funktioniert, sollten wir versuchen die inneren Bilder von Machtgefällen Schritt für Schritt loszulassen. Amanda Palmer berichtet in ihrem Buch ebenfalls darüber, wie es ihr gelang, diese verinnerlichten Vorstellungen zu überwinden und sich auf Hilfe einzulassen.

Ich möchte nicht predigen oder ermahnen, sondern zuallererst üben, selbt zu bitten und zu üben, darauf zu vertrauen, dass ich durch die angenommene Hilfe nicht meine Souveränität verliere.

„The Art of Asking: Wie ich aufhörte, mir Sorgen zu machen, und lernte, mir helfen zu lasse“ von Amanda Palmer, übersetzt von Viola Krauß – Eichborn Verlag – ISBN 978-3-8479-0597-4 – 16,99 Euro.

Alleine reisen?

Beitragsbild Alleine reisen?

Im letzten Urlaub war ich alleine im Norden des Landes unterwegs. Ich habe eine Woche in Westerland (Sylt) verbracht und endlich mal wieder das Meer gesehen. Ich bin viel spazieren gegangen, habe einiges gelesen, das Aquarium Westerland & das Erlebniszentrum Naturgewalten in List besucht und mich in einem Wellness-Center verwöhnen lassen. Es war eine gute Woche!

Alleine reisen?

„Ich würde niemals alleine in den Urlaub fahren!“, habe ich im Vorfeld einige Male gehört. Ich selbst habe darüber gar nicht nachgedacht. Für mich war klar, dass ich Ende Februar / Anfang März ans Meer wollte. Meine Vorstellung bestand aus Meer, Wind, Lesezeit und Tee. Als eher intorvertierte Person genieße ich das Alleine-Sein sehr.

Dennoch gab es Momente, in denen ich mich auf mich selbst zurück geworfen fühlte. Da musste ich mich selbst und meinen unruhigen Geist eben aushalten. Denn egal ob wir alleine oder mit anderen reisen, uns selbst nehmen wir immer mit. Fallen die eingeübten Ablenkungsmanöver weg, kann es unbequem werden. Mit WLAN, mobilen Daten und dem Smartphone ist das Internet nur noch einen Fingerwisch weit weg, doch taugt diese Flucht aus der Gegenwart auch nicht dauerhaft.

Ich habe meinen unbequemen Moment ausgehalten. Geholfen hat mir die Meditations-App auf dem Smartphone und das ausführliche Studium des Busfahrplans – dabei gewann ich zugleich an Ortskenntnis. In Fahrplänen oder auch in Landkarten sind viele Details, mit denen sich meine Augen gut beschäftigen können und auf irgendeine Weise wirkt das beruhigend auf mich. Ich kann es nicht erklären.

Urlaub zuhause und woanders

Manchmal tut es einfach total gut, andere Landschaften und andere Orte zu sehen. An unbekannten Orten gibt es viel zu entdecken und zu sehen. Bei mir wirkt sich das auch stark auf mein Zeitempfinden aus. Die Zeit vergeht im Gegensatz zum normalen Alltag langsamer und dehnt sich aus.

Verbringe ich meine Zeit zuhause, bemühe ich mich diese Zeit ebenfalls erholsam zu gestalten. Trotzdem gibt es zuhause immer etwas zu tun. Im Urlaub woanders bleiben die wesentlichen Dinge übrig und die gestalten sich aufgrund der veränderten Situation auch anders. Kochen in der Ferienwohnung – wo steht der Topf, gibt es hier einen Kochlöffel und wie funktioniert eigentlich so ein Induktionsherd? Alltägliches kann zum Abenteuer werden.

Wahl des Urlaubsorts

Nicht immer findet sich eine passende Person, ein passender Ort und ein passender Zeitraum für eine gemeinsame Reise. Ich bin in Deutschland geblieben und mit der Bahn gereist. Ich bin in meiner gewohnten Sprachumgebung geblieben. Andere Ziele auf anderen Kontinenten und andere Verkehrsmittel hätten mich stärker verunsichert! Meinen Urlaubsort kann ich mir selbst aussuchen und entscheiden, wie weit ich meine Komfortzone verlasse möchte.

Auch wenn ich alleine unterwegs bin, ist es mir wichtig zu klären, was ich erwarte und was ich mir wünsche. So gehe ich Frust und Enttäuschung im Idealfall aus dem Weg!

Weiter besteht noch die Möglichkeit, eine geführte Gruppenreise zu wählen. Hat das jemand von euch schonmal gemacht? Reist ihr auch mal alleine oder lieber mit anderen zusammen?

Rückblick Februar 2017

Collage Rückblick Februar 2017

Es ist schon der 18. März – ich könnte schon fast den Rückblick für diesen Monat schreiben! Doch erst möchte ich noch meinen Rückblick für den Monat Februar nachreichen.

Anfang Februar wurde ich operiert und habe mich danach erst erholen müssen. Viel Ruhe, schlafen und abwarten. Nachdem ich mich wieder soweit konzentrieren konnte, dass ich lesen konnte, war ich sehr froh. Meine ersten Versuche mich wieder mehr zu bewegen, waren ziemlich anstrengend. Es braucht eben alles seine Zeit (und Geduld)! Inzwischen geht es mir wieder richtig gut und ich freue mich sehr, wieder gut durch die Nase atmen zu können.

Ende Februar bin ich in den Urlaub an die Nordsee gefahren. Ich habe endlich mal wieder das Meer gesehen! Das war toll.

Achja, und eine Schreibwerksatt habe ich ja auch noch besucht!

Gelesen im Februar

Das Nest von Cynthia D’Aprix Sweeney
Inhalt:
Die vier Geschwister Melody, Jack, Bea und Leo wohnen in New York, sind alle zwischen 40 und 50 Jahren alt und vertrauten fest darauf eines Tages eine hohe Summe zu erben. Jetzt wird dieses Erbe sehr viel kleiner ausfallen und alle vier gehen unterschiedlich damit um. Eins haben sie gemeinsam, diese neue Entwicklung sorgt für einiges an Durcheinander.
Kurzbewertung: Ein fesselnder Roman über Familien- und Beziehungsdynamik mit einem leider viel zu seichtem Ende.

Animal Farm von George Orwell
Inhalt:
Auf Mr. Jones Bauernhof kommt es zu einer Revolution! Seine Tiere rebellieren und übernehmen die Macht über den Hof. Eigentlich haben alle Tiere nur die besten Absichten, doch dann verführt die Macht einige und es kommt zu Habgier und Korruption.
Kurzbewertung: Diese dystopische Fabel zeigt wie verführerisch Macht und Einfluss auf manche wirkt. Der Ausgabe, die ich gelesen habe, war ein kürzerer Aufsatz vorangestellt, in dem die Fabel in den historischen Kontext eingeordnet wurde. Mein Leseerlebnis hat durch diese Beigabe definitv an Tiefe gewonnen!

Gemina von Amie Kaufmann und Jay Kristoff (The Illuminae Files 02)
Inhalt:
Die Saga geht weiter! Den ersten Band habe ich an dieser Stelle ausführlicher besprochen, eine Zusammenfassung vom zweiten Band würde allen Leser_innen das Vergnügen an Band 1 verderben.
Kurzbewertung: Eine gelungene und spannende Fortsetzung, die sich wie Band 1 aus Chatprotokollen, E-Mails und verschiedenen anderen Dokumenten zusammensetzt. Turbulent und überraschend!

Pandora – Wovon träumst du? von Eva Siegmund
Inhalt:
Berlin in der Zukunft. Wer etwas von sich hält, lässt sich einen SmartPort unter die Netzhaut des Auges implantieren. Dieser Port wird mit dem neuronalen Netzwerk verbunden und ist quasi das Smartphone im Gehirn. Wer viel Geld in die Hand nehmen kann, lässt sich von nächtlichen Werbeeinblendungen befreien.
Die Hauptcharaktere Liz und Sophie haben im Grunde nichts miteinander zu tun, doch kurz vor ihren 18. Geburtstagen erfahren sie voneinander. Sie haben kaum etwas gemeinsam außer, dass sie adoptiert wurden und Zwillinge sind. Als sie sich näher kennenlernen und nach ihren leiblichen Eltern recherchieren, passieren plötzlich seltsame Dinge. Zudem hat Sophie auf einmal schreckliche Albträume … .
Kurzbewertung: Die Autorin entwirft ein spannendes Zukunftsszenario und sensibilisiert zugleich für Datenschutzthemen. Leider greift sie für meinen Geschmack zu oft auf typische Rollenklischees zurück.

Die Magie der Namen von Nicole Gozdek
Inhalt:
In Mirabortas geben alle Eltern ihre Kinder, sobald diese das erste Lebensjahr vollendet haben, in eine Schule. In dieser Schule werden die Kinder bis zu ihrer Volljährigkeit erzogen und ausgebildet. Sie haben keine Namen, sondern Nummern. Erst am Tag ihrer Volljährigkeit erfahren sie ihren Namen und damit ihre Bestimmung und Fähigkeiten.
Als Nr. 19 seinen Namen erfährt, verändert er sich in keinster Weise – noch unheimlicher ist, dass niemand seinen Namen kennt. Nr. 19 tritt die lange und gefährliche Reise nach Himmelstor an, um mehr über seinen Namen (und sich) herauszufinden.
Kurzbewertung: Die Autorin hat eine faszinierende Welt entworfen, über die ich gerne mehr erfahren hätte. 75% dieses Jugendromans sind überaus spannend, doch dann endet die Geschichte viel zu schnell.

Mit anderen Worten: ich von Tamara Ireland Stone
Inhalt:
Samantha leidet seit vielen Jahren an Zwangsstörungen. Ihre besten Freundinnen ahnen nichts von Samathas psychischer Erkrankung, da Samantha vor ihnen alles gibt, um möglichst „normal“ zu wirken.
Als Samantha sich schließlich mit Caroline anfreundet erfährt sie eine ganz andere Qualität von Freundschaft. Caroline ermutigt Samantha zu schreiben und ihre Texte im Dichterklub vorzutragen. Sie ist glücklich! Doch eine Entdeckung stellt Samanthas neues Lebensgefühl gründlich in Frage.
Kurzbewertung: Die Autorin hat diesen Roman mit einem hohen Maß an Feingefühl verfasst. Thematisch dreht sich die Handung um die Bewältigung des Schulalltags, den Wert von geschützten Räumen, Rolle und Funktion von Freundschaftfen für jede_n persönlich und dem Spagat zwischen Eigensinn, Selbstsein, Vetrauen, Offenheit und Selbtschutz. Lesenswert!

Zero Waste – weniger Müll ist das neue Grün von Shia Su
Inhalt:
Die Bloggerin Shia Su hat in diesem Buch viele hilfreiche Tipps zur Müllvermeidung zusammengetragen. Auch wer keinen Unverpacktladen in der Nachbarschaft hat, wird hier sicherlich den einen oder anderen Trick finden.
Kurzbewertung: Hilfreich für mich waren insbesondere die Rezepte für Herstellung eigener Putzmittel. Ich habe beispielsweise gelernt, weshalb mein erster Versuch nicht funktioniert hat. Mir persönlich fehlten an einigen Stellen leider tiefergehende Begründung, weshalb manche Dinge so sind, wie sie sind.

Außerdem habe ich noch den vierten und fünften Band der Saga-Reihe von Brian K. Vaughan und Fiona Staples begeistert gelesen. Auch „Der Dieb in der Nacht“ von Katharina Hartwell liegt endlich nicht mehr auf meinem Stapel ungelesener Bücher.

Pläne für den März
  • während der Fastenzeit den Zucker weglassen (außer Obst)
  • nach der langen OP-Erholungszeit soll Bewegung wieder fester Bestandteil meines Alltags sein
  • in einem Unverpacktladen einkaufen